Energiemarkt

Ein stetig wachsender Anteil wetterabhängig einspeisender Erneuerbarer Energien verändert nicht nur die Erzeugungslandschaft sondern auch die Marktmechanismen sind im Wandel. War der Strommarkt bisher darauf ausgelegt, dass fossile Großkraftwerke mit möglichst hohen Volllaststunden möglichst glatte Lastkurven abfahren, verändern sich die Anforderungen durch immer mehr dezentral einspeisende Erneuerbare-Energien-Anlagen, die auf die Verfügbarkeit von Sonne und Wind reagieren.

Da die Solar- und Windenergie sich in ihren wichtigsten Eigenschaften grundlegend von zentralen Großkraftwerken unterscheiden, verändert sich der Kraftwerkspark nicht nur physikalisch, sondern auch die Märkte müssen einer neuen Logik folgen. Reichte es zuvor, den Erzeugungspark zu steuern, müssen zukünftig sowohl Verbraucher als auch Erzeuger in die Lage versetzt werden, flexibel aufeinander zu reagieren. Auch neue Akteure, wie ganz unterschiedliche Formen von Speichern und Verbraucher, die gleichzeitig Erzeuger sind, so genannte Prosumer, treten in den Markt ein. Die Dezentralität der Versorgungsstruktur findet ihre Entsprechung auch in der Vielzahl neuer Geschäftsmodelle und Erlösoptionen. Diese sind in hohen Maße abhängig vom Rechtsrahmen.

Die Neujustierung von regulatorischen Stellschrauben auf den Energiemärkten begleitet daher den Prozess der Systemumstellung. Gleichzeitig passen sich Marktakteure an die veränderten Bedingungen an. Im Zusammenspiel von neuen Anforderungen und darauf reagierenden Rahmenbedingungen, greifen neue Mechanismen und entstehen neue Märkte. Diese zeichnen sich durch kurzfristigere Produkte und vielschichtige Akteure aus.