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Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen

Regenerative Energieversorgung des Kreishauses Borken mittels Deponiegas-BHKW

Ziel des Vorhabens war es, für die Energieversorgung des Kreishauses eine klimafreundliche und kostensparende lokale Lösung zu entwickeln. Da die beiden Blockheizkraftwerke (BHKW) auf der Deponie Hoxfeld sanierungsbedürftig waren und die Kohleheizung im Kreishaus Borken nach 32 Jahren in die Jahre gekommen war, bestach diese Lösung durch ihren innovativen und zugleich pragmatischen Ansatz.

Eine rund 6 km lange Rohrleitung verbindet nun die Deponie und die Kreisverwaltung. Durch diese fließt das Gas von der Deponie zum Kreishaus, wo es dann in Wärme und Strom umgewandelt wird.

Da die Deponiegasmenge und -qualität mit der Zeit abnehmen werden, trafen die Planer schon beim Bau Vorsorge: In die Rohrleitung sind Vorrichtungen integriert, um dem Deponiegas bei Bedarf ein anderes brennbares Gas wie Bio-, Klär-oder Erdgas beimischen zu können. Durch die mögliche Integration der zusätzlichen brennbaren Gase ist der langfristige Betrieb der Anlage sichergestellt.

Nach den politischen Beschlüssen begannen im Mai 2016 die Arbeiten mit dem Abbruch der alten Kohleheizkessel im Kreishaus. Ende Dezember 2016 ging das neue Blockheizungskraftwerk in Betrieb.

Die neue 250-kWel KWK-Anlage liefert Wärme und Strom für das Kreishaus und das benachbarte Polizeigebäude. Der Kreis Borken rechnet mit Einsparungen von rund zwei Millionen Euro für Energie in den nächsten 15 Jahren. Dazu zählen auch die Kosten für das ansonsten notwendige zweite Blockheizkraftwerk auf der Deponie. Insgesamt kostete das Vorhaben den Kreis rund 2,2 Millionen Euro, wovon etwa 90 Prozent der Ausgaben über das kommunale Investitionsfördergesetz des Bundes gefördert wurden. Die jährliche CO2-Einsparung liegt bei 1.200 t.

Hintergrund

Mit dem Projekt „Regenerative Energieversorgung des Kreishauses Borken mittels Deponiegas-BHKW“ setzt die Kreisverwaltung Borken ihre Strategie zur Steigerung der Energieeffizienz sowie zur Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien konsequent fort. Ein Berufskolleg in Borken wird bereits seit 2014 mit der Abwärme aus einer landwirtschaftlichen Biogasanlage versorgt. Die kreiseigene Gesellschaft EGW, auch zuständig für die Deponie Hoxfeld, betreibt neben der energetischen Deponie- und Bioabfallverwertung seit vielen Jahren Fotovoltaik- und Windenergieanlagen auf ihren Standorten.

Besonderheiten

Die innovative Energieversorgung ist im Jahr 2017 in die Leistungsschau der KlimaExpo.NRW aufgenommen worden.

Ergebnisse

Der Einsatz der neuen Anlage reduziert den Energiebedarf für die Wärmeversorgung um 30 Prozent von zuvor 3 MWh/a auf 2,1 MWh/a.

CO2-Einsparung: 1.200 t/a
Kosteneinsparungen für Energie: ca. 2,0 Millionen Euro innerhalb von 15 Jahren

 

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2018

Kommune

Kreis: Borken
Reg.-Bez.: Münster
Region: Münsterland

Kontaktdaten

EnergieAgentur.NRW
Christian  Dahm
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
Kasinostraße 19 - 21
42103 Wuppertal
Tel.: 0202 2455243
E-Mail
E-Mail: dahm@energieagentur.nrw

Kreis Borken
81 - Kreisbetrieb
Peter Sonntag
Burloer Straße 93
46325 Borken
Tel.: 02861 82 2443
E-Mail
E-Mail: p.sonntag@kreis-borken.de

Bilder

Wärme und Strom für das Kreishaus und Polizeigebäude. Foto: Kreis Borken, Pressestelle

Hier fließt das Gas der Deponie Höxter. Foto: Kreis Borken, Pressestelle

Links

European Energy Award

Maßnahmenbereiche

2.2.1 Erneuerbare Energie Wärme
3.3.4 Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme/Kälte aus Kraftwerken zur Wärme- und Stromproduktion auf dem Gebiet der Kommune
3.6.3 Energetische Nutzung von Deponiegas