Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern – Kampagne 2021+

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Bei Mietstromprojekten wird in einer vermieteten Immobilie – durch PV und/oder Blockheizkraftwerke (BHKW) – Strom erzeugt.
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Solarkataster NRW – Was kann mein Dach zur Energiewende beitragen?

Nachfrage nach Solarstromanlagen steigt deutlich.
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PV.Rechner

Größte Dach-Photovoltaikanlage im Ruhrgebiet eingeweiht

Das Potenzial, das Gewerbebauten in NRW für die Photovoltaik bieten, ist immens. 
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Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern – Kampagne 2021+

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Eine Kampagne des:

Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit Unterstützung von:

LEE NRW
IHK NRW
EnergieAgentur.NRW

Information

Monetärer Vorteil von Photovoltaik

Foto: Pixabay
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Der Einsatz einer Photovoltaikanlage kann auf zwei Wegen einen finanziellen Vorteil generieren: durch Einsparungen der Strombezugskosten infolge des Eigenverbrauchs von Photovoltaikstrom und durch den Verkauf des erzeugten Stroms (Einspeisevergütung oder anderweitige Direktvermarktung). Damit beide Varianten wirtschaftlich attraktiv werden, müssen die Stromgestehungskosten der PV-Anlage niedriger sein als die Strombezugskosten bzw. die Erlöse durch den Stromverkauf.

Die Stromgestehungskosten der PV-Anlage [ct/kWh] ergeben sich dabei aus den Kosten, die im Zuge des Anlagenbetriebs über die Lebensdauer der Anlage anfallen. Dies beinhaltet Kostenkomponenten wie Investition, Wartung und Versicherung. Für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung kann vereinfacht von einer Lebensdauer von 20 Jahren ausgegangen werden, wobei die meisten Anlagen in der Praxis weitaus länger laufen (bis zu 35 Jahre). Die Summe der Kosten wird anschließend durch den von der Anlage während ihrer Betriebsdauer produzierten Solarstrom dividiert. So liegen bspw. die Stromgestehungskosten für eine 200 kWp Anlage bei ca. 6 ct/kWh.

Einsparungen durch Eigenverbrauch

Aufgrund der deutlich geringeren Stromgestehungskosten der Photovoltaikanlage (ca. 6 ct/kWh) im Vergleich zu den Strombezugskosten im Gewerbe (ca. 22 ct/kWh) können durch den lokalen Direktverbrauch von Sonnenstrom erhebliche Kosteneinsparungen erzielt werden. Nach Abzug der reduzierten EEG-Umlage auf selbst genutzten Strom (40 % der aktuell gültigen EEG-Umlage, für 2021: 2,7 ct/kWh) ergibt sich im Beispiel der 200-kWp-Anlage eine Einsparung von ca. 13,3 ct/kWh.

Beispiel: Die Photovoltaikanlage erzeugt pro Jahr 175.000 kWh Strom, welche das Unternehmen nahezu vollständig vor Ort selbst verbraucht. Unter der Annahme einer spezifischen Einsparung von 13,3 ct/kWh ergibt sich eine Stromkosteneinsparung von ca. 23.200 EUR pro Jahr.

Die Stromgestehungskosten fallen i. d. R. umso geringer aus, je größer die PV-Anlage dimensioniert wird. Dementsprechend ist ein signifikanter Einspareffekt durch Eigenverbrauch besonders auf großen Industriedächern gegeben. Die Einsparungen sind umso größer, desto höher die Strombezugskosten sind und umso größer der Anteil des eigenverbrauchten Stroms der PV-Anlage ist.

Einspeisevergütung und Direktvermarktung

Alternativ bzw. zusätzliche Erträge können durch die Einspeisevergütung für in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Strom bzw. über die Direktvermarktung generiert werden. Bis 100 kWp-Anlagen steht Betreibern, die auf einer EEG-vergütungsfähigen Fläche (z. B. Dachfläche) eine PV-Anlage errichten, eine feste Einspeisevergütung zu. Beträgt die installierte Leistung der Anlage zwischen 100 kWp und 20 MWp, so wird der eingespeiste Strom über das Marktprämienmodell vergütet. Anlagen über 20 MWp müssen aufgeteilt und mit zwölf Kalendermonaten Zeitversatz oder außerhalb des EEG errichtet werden.

Foto Pixabay
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Für Anlagen unter 100 kWp erhalten die Betreiber bei der Stromeinspeisung in das öffentliche Netz nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) per Einspeisevergütung feste Vergütungssätze. Das heißt, sie erhalten pro Kilowattstunde PV-Strom einen festgelegten Betrag. Dieser festgelegte Betrag wird über einen Zeitraum von 20 Jahren ausgezahlt und gewährt den Betreibern somit eine hohe Planungssicherheit. Der erzeugte Strom muss von den Anlagenbetreibern nicht selbst vermarktet werden.

Im Marktprämienmodell (für Anlagen ab 100 kWp) wählt der Betreiber einer PV-Anlage zunächst einen Direktvermarkter, der den Strom an der Strombörse verkauft. Anschließend wird der Erlös um eine Markprämie ergänzt, sodass der so genannte anzulegende Wert erreicht wird. Für Anlagen zwischen 100 und 750 kWp veröffentlicht die Bundesnetzagentur jedes Quartal den aktuellen anzulegenden Wert, der sich wiederum aus einem politisch bestimmten Referenzwert sowie den PV-Zubauzahlen in Deutschland ergibt. Neben dem anzulegenden Wert erhält der Betreiber eine Managementprämie in Höhe von 0,4 ct/kWh, um Kosten für die Einbindung eines Direktvermarkters zu kompensieren. Für Anlagen über 750 kWp wird der anzulegende Wert über Ausschreibungen ermittelt, die für Anlagen dieser Größe verpflichtend sind. Anlagen zwischen 300 und 750 kWp können optional auch an diesen Ausschreibungen teilnehmen.

Die genaue Höhe der Einspeisevergütung bzw. anzulegenden Werte richtet sich nach der Anlagengröße [kWp], der Anlagenart (Dach, Freifläche) und dem Datum der Inbetriebnahme. Die Vergütung ist auf 20 Jahre (zzgl. den Rest des Inbetriebnahme-Jahres) festgelegt. Die folgende Tabelle zeigt die für Juli 2021 gültigen Werte:

Einspeisevergütung für Anlagen > 10 bis 40 kWp:   7,25 ct/kWh
Einspeisevergütung für Anlagen > 40 bis 100 kWp:               5,68 ct/kWh
Anzulegender Wert für Anlagen > 100 kWp: 6,08 ct/kWh

(inkl. Managementprämie)

Werden im Beispiel der 200-kWp-Anlage die Stromgestehungskosten in beide Varianten mit einbezogen, wird deutlich, dass der Eigenverbrauch von Solarstrom für den Anlagenbetreiber finanziell deutlich attraktiver ist als die Einspeisung in das öffentliche Netz.
Beispiel: Eine 200-kWp-Anlage erzeugt pro Jahr 175.000 kWh Strom, die das Unternehmen vollständig in das öffentliche Stromnetz einspeist und mit Hilfe eines Direktvermarkters an der Strombörse verkauft. Unter der Annahme eines anzulegenden Wertes von 6,08 ct/kWh (inkl. Managementprämie) im Rahmen des Marktprämienmodells ergeben sich jährliche Einnahmen von ca. 10.600 EUR pro Jahr (abzgl. der Kosten des Direktvermarkters). Verbraucht das Unternehmen den Strom nahezu vollständig selbst, steigt der finanzielle Vorteil, verglichen mit der reinen Einspeisung, um ca. 12.600 EUR.

Die meisten gewerblichen Photovoltaikanlagen kombinieren die Varianten Einsparung und Einspeisung über das Betriebsmodell „Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung“. Hierbei wird so viel Solarstrom wie möglich vor Ort genutzt (oder auch gespeichert) und nur überschüssiger Solarstrom eingespeist bzw. vermarktet. Der Betreiber kann daher mit jeder produzierten Kilowattstunde Solarstrom entweder Geld sparen oder Geld einnehmen. Hierzu ist anzumerken, dass Strom aus Anlagen, die im Rahmen des EEG betrieben werden, nicht zusätzlich als Grünstrom vermarktet oder gelabelt werden kann. Zudem gelten Stromkosteneinsparungen nicht als Gewinn und sind daher steuerlich nicht als solcher zu behandeln.

Carl-Georg von Buquoy
Leiter Themengebiet Photovoltaik
EnergieAgentur.NRW
0211 86642249
buquoy@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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