Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern – Kampagne 2021+

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Bei Mietstromprojekten wird in einer vermieteten Immobilie – durch PV und/oder Blockheizkraftwerke (BHKW) – Strom erzeugt.
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Solarkataster NRW – Was kann mein Dach zur Energiewende beitragen?

Nachfrage nach Solarstromanlagen steigt deutlich.
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PV.Rechner

Größte Dach-Photovoltaikanlage im Ruhrgebiet eingeweiht

Das Potenzial, das Gewerbebauten in NRW für die Photovoltaik bieten, ist immens. 
Foto: EnergieAgentur.NRW

Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern – Kampagne 2021+

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Eine Kampagne des:

Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen

Mit Unterstützung von:

LEE NRW
IHK NRW
EnergieAgentur.NRW

Information

FAQ

Kann ein Dienstleister den Betrieb der Photovoltaikanlage bei gleichzeitiger Eigenstromnutzung übernehmen?

Für viele Unternehmen wird die Stromproduktion bzw. der Betrieb einer PV-Anlage nicht zum Kerngeschäft gehören. Es gibt daher verschiedene Möglichkeiten, den Bau und ggf. auch den Betrieb der PV-Anlage an einen Dienstleister bzw. Investor auszulagern und den Solarstrom dennoch vor Ort nutzen zu können.

Hierbei muss zunächst zwischen den Begriffen „Eigenverbrauch“ und „Stromlieferung an Dritte“ unterschieden werden:

Eigenverbrauch

Weisen Anlagenbetreiber und Stromverbraucher die gleiche Rechts- bzw. Personenidentität auf, so liegt Eigenverbrauch vor. Anlageneigentümer und Anlagenbetreiber müssen hingegen nicht die gleiche Identität aufweisen. Beim Eigenverbrauch müssen auf jede selbst verbrauchte Kilowattstunde Storm lediglich 40 % der jeweils gültigen EEG-Umlage an den Verteilnetzbetreiber abgeführt werden.

Stromlieferung an Dritte

Haben Anlagenbetreiber und Stromverbraucher hingegen eine unterschiedliche Rechts- bzw. Personenidentität, wird von Stromlieferung an Dritte gesprochen. In diesem Fall fällt die EEG-Umlageprivilegierung des Eigenverbrauchs weg, d. h. es muss auf jede gelieferte (bzw. verbrauchte) Kilowattstunde Strom die volle, jeweils gültige EEG-Umlage an den Übertragungsnetzbetreiber abgeführt werden. Zudem unterscheiden sich die Meldefristen im Vergleich zum Eigenverbrauch.

Auf Grundlage dieser Unterscheidung bieten sich folgende Geschäftsmodelle an:

Möglichkeit 1

Der Dach-/Gebäudeeigentümer verpachtet das Dach an einen Investor, der die Anlage errichtet. Der Investor (bzw. Anlageneigentümer) ist Anlagenbetreiber und kümmert sich um Betrieb und Wartung. Über einen Stromliefervertrag (auch Power Purchase Agreement oder Contracting genannt) liefert der Investor (Contractor) dem Dach-/Gebäudeeigentümer oder dem im Gebäude befindlichen Unternehmen anschließend den PV-Strom. Da Anlagenbetreiber und Stromverbraucher unterschiedliche Rechts- bzw. Personenidentität aufweisen, handelt es sich hierbei um eine Stromlieferung an Dritte. Der Investor wird dem belieferten Unternehmen daher für jede verbrauchte Kilowattstunde PV-Strom die volle, jeweils gültige EEG-Umlage in Rechnung stellen und anschließend abführen. Meist liegt der Strompreis für PV-Strom dennoch 3 bis 5 ct/kWh unter den marktüblichen Strompreisen des Gewerbes.

Möglichkeit 2

Der Dach-/Gebäudeeigentümer verpachtet das Dach an einen Investor, der die Anlage errichtet. Dieser Investor (bzw. Anlageneigentümer) verpachtet nun die PV-Anlage an das Unternehmen, das den Strom innerhalb des Gebäudes (bzw. räumlicher Nähe) benötigt. Damit wird dieses Unternehmen zum Betreiber der PV-Anlage. In dieser Konstellation handelt es sich dann um Eigenverbrauch. Somit muss der Anlagenbetreiber nur eine reduzierte EEG-Umlage abführen. Im Vergleich zu Möglichkeit 1 ist der Einspareffekt hinsichtlich der Stromkosten demnach noch höher. Zudem können auch Wartung und Betriebsführung über Dienstleistungsverträge geregelt werden.
Contractoren können z. B. Bürgerenergiegenossenschaften, Installationsunternehmen und andere Unternehmen im Bereich Projektentwicklung sein.

Wie setzt sich die EEG-Umlage zusammen?

Die sogenannte EEG-Umlage muss grundsätzlich von Stromverbrauchern bezahlt werden und ist Bestandteil des Strompreises. Mit der Umlage wird ein Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien geleistet. Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen, die Strom ins Netz der öffentlichen Versorgung einspeisen, erhalten dafür eine festgelegte Vergütung, die sogenannte EEG-Vergütung (bzw. Marktprämie). Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) verkaufen den eingespeisten Strom an der Strombörse. Da die Preise, die an der Börse erzielt werden, unter den gesetzlich festgelegten Vergütungssätzen liegen, wird den ÜNB der Differenzbetrag erstattet.

In anderen Worten: Die Auszahlungen an die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen (z. B. PV-Anlagen) übersteigen die Einnahmen aus dem Verkauf der Strommengen. Dieser Differenzbetrag wird durch die EEG-Umlage auf die Stromverbraucher umgelegt. Zudem müssen auch Betreiber von PV-Anlagen größer als 30 kWp eine reduzierte EEG-Umlage auf selbst verbrauchten Strom abführen. Stromintensive Unternehmen können sich unter bestimmten Umständen von der EEG-Umlage teilweise befreien lassen.

Gehen vom Betrieb einer Photovoltaikanlage Gefahren aus?

Installationsunternehmen sind dazu verpflichtet, die PV-Anlage nach geltenden Normen und Regelwerken zu installieren. Somit gehen von PV-Anlagen, die von einem gut ausgebildeten Solarteur gebaut wurden, keine Gefahren aus. Auch der Versicherungsverband sieht in PV-Anlagen kein gesteigertes Risiko.

Es empfiehlt sich, die Anlage regelmäßig zu warten, da dadurch das Risiko sinkt, dass technische Defekte unerkannt bleiben und sich die Wirtschaftlichkeit der Anlage verschlechtert. Eine regelmäßige Wartung ist oft auch eine Voraussetzung dafür, dass Garantieansprüche gegenüber dem Hersteller geltend gemacht werden können. Außerdem wird auf die Einbindung der PV-Anlage in die bestehende Blitzschutzanlage geachtet.

Je nach Lage und Ausrichtung der PV-Anlage sollte eine mögliche Blendwirkung bei der Planung berücksichtigt werden. Solarmodule mit einer Antireflexschicht auf den Deckgläsern können Blendungen der Umgebung verhindern und gleichzeitig den Stromertrag erhöhen.

Was ist bei der Planung und Genehmigung von Photovoltaikanlagen zu beachten?

Auf Dächern oder an Fassaden sind Errichtung und Betrieb von PV-Anlagen in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich genehmigungsfrei. Selbstverständlich muss die Planung und Ausführung der Anlage den anerkannten Regeln der Technik entsprechen. Eigentümer und Installateure der PV-Anlage sind dafür verantwortlich, dass die baurechtlichen Vorschriften eingehalten werden.

Ob eine PV-Anlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude betrieben werden darf, sollte vorher beim Bauordnungsamt erfragt werden. Auch örtliche Gestaltungssatzungen sind gegebenenfalls zu beachten.

Wo findet man Anbieter und Installationsbetriebe und worauf sollte man bei ihrer Auswahl achten?

Anbieter und Installationsbetriebe von PV-Anlagen sowie zugehöriger Leistungen aus Nordrhein-Westfalen sind zum Beispiel im Branchenführer.Erneuerbare der EnergieAgentur.NRW zu finden.

Um eine gewisse Vergleichbarkeit zu ermöglichen, kann es sinnvoll sein, Angebote mehrerer (max. drei) Installationsbetriebe einzuholen und sich deren Referenzen anzuschauen.

In der Wirtschaftlichkeitsrechnung sollten eine Strompreissteigerung von maximal 2 % und eine Degradation der Module von 0,3 bis 0,5 % pro Jahr angenommen werden. Außerdem ist eine Rückstellung z. B. für einen eventuellen Wechselrichtertausch sinnvoll.

Zu beachten ist, dass das Angebot Module, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Kabel und den Anschluss an das Stromnetz umfasst.

Ein weiteres Auswahlkriterium kann sein, ob der Installateur administrative Leistungen für den zukünftigen Betreiber übernimmt, beispielsweise die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz beantragt.

Bei der Montage der PV-Anlage sollte der Installationsbetrieb vorschriftsgemäß vorgehen, qualitativ hochwertiges Material verwenden und nach Fertigstellung der PV-Anlage ein Abschlussprotokoll mit Dokumenten überreichen, aus denen auch der String-Plan, also die Verschaltung der Module, hervorgeht.

Welche Meldepflichten bestehen für Photovoltaikanlagen?

Vor Beginn der Installation der PV-Anlage und einer Einspeisung ins öffentliche Stromnetz, muss die Anlage beim Netzbetreiber angemeldet und dabei mitgeteilt werden, welche Veräußerungsform (Volleinspeisung oder Teileinspeisung) in Anspruch genommen wird. Volleinspeisung bedeutet, dass der gesamte Solarstrom ins Netz eingespeist wird. Teileinspeisung bedeutet, dass der Betreiber den erzeugten Strom teilweise oder vollständig selbst verbraucht (Eigenverbrauch) bzw. einem Dritten ohne Nutzung des Netzes überlässt (direkte Stromlieferung wie z. B. Mieterstrom).

Um Verzögerungen möglichst gering zu halten, sollten Anlagenbetreiber dem Netzbetreiber die Informationen zu ihrer PV-Anlage so früh wie möglich übermitteln. Dem Installateur bzw. Planer kann auch eine Vollmacht zur Antragsstellung übertragen werden. Die PV-Anlage ist innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme kostenfrei online in das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur einzutragen.

Der Betreiber der PV-Anlage muss dem zuständigen Netzbetreiber einmal im Jahr die EEG-umlagepflichtigen Stromverbräuche melden. Dazu zählen z. B. selbst verbrauchte Strommengen (d. h. Anlagenbetreiber und Verbraucher haben eine identische Personen- oder /Rechtsidentität) aus PV-Anlagen über 30 kWp, auf welche eine reduzierte EEG-Umlage abzuführen ist (40 % der aktuell gültigen EEG-Umlage). Diese Mengen sind dem Verteilnetzbetreiber mitzuteilen.

Abbildung:  BNetzA (EEG-Datenerhebung)

Welche Steuerpflicht und welche Abschreibungsmöglichkeiten gelten für Photovoltaikanlagen?

Gewinne und Verluste durch den Betrieb einer PV-Anlage zählen zu Einkünften aus einem Gewerbebetrieb und unterliegen der Gewerbesteuerpflicht.
Für Umsätze aus der Einspeisung des Solarstroms ins öffentliche Stromnetz ist Umsatzsteuer zu entrichten. Die Umsatzsteuer von 19 Prozent erstattet das Finanzamt aber sofort zurück.

PV-Anlagen gelten steuerlich als selbstständige bewegliche Wirtschaftsgüter. Für diese können drei verschiedene Formen der Abschreibung genutzt werden:

  • Investitionsabzug: sofortige Abschreibung von 40 % des Netto-Kaufpreises
  • Sonderabschreibung: Abschreibung von 20 % des Netto-Kaufpreises innerhalb der ersten fünf Jahre
  • Lineare Abschreibung: Abschreibung über 20 Jahre von jährlich je 5 % des nach Investitionsabzug und Sonderabschreibung übrigen Nettowerts

Die verschiedenen Absetzungsformen sind kombinierbar: Sie schließen einander nicht aus. Außerdem können alle weiteren im Zusammenhang mit der PV-Anlage entstandenen Kosten wie Dachrenovierungen, Fahrtkosten, Leitern, Reinigungs- und Sicherungsmaterial steuerlich geltend gemacht werden.

Wie hoch ist die Lebensdauer einer Photovoltaikanlage?

Kristalline PV-Module können eine Lebensdauer von 30 Jahren und mehr erreichen, darauf weisen auch die Produkt- und Leistungsgarantien der Hersteller hin. Die meisten Modulhersteller geben eine Produktgarantie von 10 bis 30 Jahren und eine Leistungsgarantie von 25 bis 30 Jahren auf mindestens 80 Prozent der Leistung der Module.
Die Produktgarantie kommt dabei der gesetzlichen Gewährleistung am nächsten und beinhaltet z. B. Qualitätsmängel. Je nach Hersteller und Modultyp (Glas-Folie oder Glas-Glas) liegt die Produktgarantie bei 10 bis 30 Jahren.

Die Leistungsgarantie bezieht sich auf die Nennleistung der Module. In Folge von äußeren Einflüssen und Alterung findet mit der Zeit eine Degradation der Module statt, was zu einer Verringerung der Nennleistung bzw. des Stromertrags führt. Grundsätzlich ist mit einem Rückgang des Stromertrags von maximal 0,5 % pro Jahr zu rechnen. Aus diesem Grund wird meist im Rahmen einer Staffelung angegeben, welche Nennleistung ein Modul nach einer bestimmten Zeit noch aufweisen sollte. In den ersten 10 bis 15 Jahren werden meist 90 % der Nennleistung und nach über 25 bis 30 Jahren noch mindestens 80 % der anfänglichen Nennleistung garantiert.

Aus technischer Sicht spricht nichts gegen die Nutzung einer Solarzelle über 40 Jahre oder länger. Die ersten Siemensmodule sind bereits älter als 35 Jahre und weisen eine jährliche Degradation von nur 0,3 % pro Jahr auf.

Auch die Unterkonstruktion, meist aus Edelstahl oder Aluminium, weist eine hohe Lebensdauer auf. Gleiches gilt für die UV-beständigen Stromspezialkabel.
Wechselrichter haben eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren, weshalb von einem Wechselrichtertausch innerhalb der Laufzeit der PV-Anlage ausgegangen werden sollte.

Am Ende ihrer Lebensdauer können alte Anlagenteile recycelt werden, um wertvolle Rohstoffe und Halbleitermaterialien zurückzugewinnen.

Welche Richtwerte zu Technik, Leistung/Ertrag und Kosten gibt es?

Preisspanne je kWp (netto)
(verschiedene Anlagengrößen)
  • bis 10 kWp: 1.200 - 1.600 €/kWp
  • bis 100 kWp: 950 - 1.200 €/kWp
  • bis 750 kWp: 750 - 950 €/kWp, ggf. Trafokosten und Anlagenzertifikat Typ B berücksichtigen
  • größer 750 kWp: 500 - 750 €/kWp, Trafo- und Anschlussgebühren, Kabelverlegung bis zum Einspeisepunkt sind zu beachten
Erträge in kWp (nach LANUV)
  • 916 kWh/kWp/Jahr Landesdurchschnitt
  • 750 kWh/kWp/Jahr bei schlechter Ausrichtung
  • 1.200 kWh/kWp/Jahr Spitzenwert in 2018 Südausrichtung
  • mittlere Werte: 850 – 900 kWh/kWp
Gewicht/Dachlast je m² Modul
inklusive Aufständerung (für Dick- und Dünnschichtmodule)
  • 15 - 20 kg/m²
  • Bei Flachdächern sind Ballastierungen je nach Gebäudehöhe von bis zu 70 kg/m² an den Dachrändern zu berücksichtigen
Erforderliche Fläche je kWp
für monokristalline Module auf Flachdächern
  • 6-7 m² Dachfläche/kWp (Ost-West-Ausrichtung)
  • 8-10 m² Dachfläche/kWp (Südausrichtung)
Anzusetzende Ertragsminderung (Degradation) über mindestens 20 Jahre

-0,3 bis -0,5 % pro Jahr

Qualitätsmerkmale Modul
  • Wirkungsgrade: 18-22 %
  • Garantien:
    Produktgarantie: 10 - 30 Jahre Produktgarantie
    Leistungsgarantie: bis 80 % Leistungsgarantie nach 25 -30 Jahren
Energetische Amortisationszeit
von PV-Modulen

2 - 3 Jahre

Erwartbare Lebensdauer Wechselrichter:
  • Durchschnitt: 10 Jahre
  • Topwerte: 25 Jahre
Empfohlene Wartungshäufigkeit

In einem Rhythmus von 1-3 Jahren durch Installateur der Anlage

Carl-Georg von Buquoy
Leiter Themengebiet Photovoltaik
EnergieAgentur.NRW
0211 86642249
buquoy@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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