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„Robert Müser“ - Grubenwassernutzung in Bochum

Prinzip der Grubenwassernutzung
am Standort Robert Müser Detailansicht

Eine Voraussetzung für Bergbau ist das Wassermanagement. Dazu werden große Mengen Grubenwasser nach Übertrage gepumpt und abgeleitet. Dieses geothermisch erwärmte Wasser aus den Bereichen des aktiven und stillgelegten Bergbaus kann zur Beheizung von Wohn- und Gewerbegebäuden genutzt werden.

In dem gemeinsamen Projekt „Robert Müser“ der Stadtwerke Bochum und der RAG Aktiengesellschaft wird die Wärmenutzung aus Grubenwasser erfolgreich umgesetzt. Allein am Schacht Arnold der Zeche Robert Müser pumpt die RAG rund 10 Millionen Kubikmeter pro Jahr an Grubenwasser mit einer Temperatur von ca. 20 Grad ab. Theoretisch reicht dieses Wärmepotenzial aus, um das Einkaufszentrum am Ruhr-Park in Bochum vollständig mit Wärme zu versorgen.

Pünktlich zur Heizperiode 2012 startete die offizielle Wärmeversorgung der Willy-Brandt-Gesamtschule, der Von-Waldthausen-Grundschule und der angrenzenden Hauptwache der Bochumer Feuerwehr. Dank der Erdwärmenutzung mit 20 Grad warmem Grubenwasser werden mindestens 245 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr gegenüber einer konventionellen Wärmeversorgung eingespart.

Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme des aus 570 Metern Tiefe geförderten Grubenwassers an einen mit Wasser betriebenen zweiten Kreislauf. Der Wärmeinhalt dieses Wassers dient dann als Energiequelle für die Wärmepumpen. Technische Probleme waren vor allem beim Wärmetauscher zu lösen. Hier mussten hochwertige Materialien eingesetzt werden, die Korrosionsprobleme durch den hohen Salzgehalt des Grubenwassers ausschließen.

Wärmepumpen und ein Blockheizkraftwerk unterstützen die neue Technik, sodass je nach Bedarf eine Temperatur zwischen 50 Grad und 80 Grad bereitgestellt werden kann. Zudem versorgt das BHKW die Wärmepumpen mit elektrischer Energie.

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Pilotprojekt wird nach dem Betriebsstart eine vierjährige Phase der intensiven Projektbegleitung zur Überwachung, Optimierung und Auswertung durchlaufen. Es soll einen Einstieg in die Grubenwasser-Wärmenutzung an den anderen Standorten im Ruhrgebiet ermöglichen, an denen ebenfalls jährlich viele Millionen Kubikmeter Grubenwasser gehoben werden.
 

Leonhard Thien
Leiter Themengebiet Geothermie, Wärmepumpen
EnergieAgentur.NRW
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thien@energieagentur.nrw

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