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Mitteltiefe Hydrogeothermie für Warstein

Unter der Stadt Warstein wird bis in 900 m Tiefe hydraulisch leifähiger etwa 400m mächtiger Massenkalk mit einer Temperatur von ca. 45°C erwartet. Zur geothermischen Nutzung normalerweise ungeeignet sind Massenkalkformationen wegen der eher schlechten Durchlässigkeit. Jedoch im Bereich von Störungen und Klüften und deren Verkarstungsbereichen ist die geothermische Nutzung ohne weitere Erschließungsmaßnahmen möglich.
Ein solches Wärmepotential könnte in Warstein erstmalig außerhalb Süddeutschlands und beispielhaft für weitere Massenkalkvorkommen in NRW, genutzt werden zur Versorgung eins Allwetterbades, einer Schule, eines Altenheimes und von etwa 40 Einfamilienhäusern.

Als Forschungsprojekt mit Pilotcharakter für Nordrhein-Westfalen haben die Hochschule Bochum (Internationales Geothermiezentrum), Stadtwerke Warstein und Hochtief Energy Solutions die Machbarkeit eines solchen mitteltiefen hydrothermalen Geothermieprojektes untersucht. Bis Ende 2013 sollten die entscheidenden Fragen zum Wärmepotential, zur Risikoabschätzung und zur technischen Erschließung so weit wie theoretisch möglich geklärt werden.

In einer Machbarkeitsstudie wurde das vorhandene Wissen, geologische Karten und Schnitte, geoelektrische Sondierungen, Wasserbilanzen, Strukturkarten und ein Geländemodell des Landesvermessungsamtes zusammengetragen. Daraus wurde das Warsteiner 3D- Untergrundmodell erstellt.
Dieses Modell gibt sehr gute Hinweise, ob und wo Standorte für Produktionsbohrungen sinnvoll sind.

3D Modell Warstein


Für den vorgesehenen Bohransatzpunkt in der Nähe des städtischen Allwetterbades als dem größten Wärmeabnehmer, bieten sich zwei Störungszonen an, von denen die mit der höheren Mächtigkeit und den höheren Temperaturen ausgewählt werden sollte.

Bei ausreichender Fündigkeit ist dann eine weitere abgelenkte Bohrung zur Reinjektion des abgekühlten Thermalwassers in den Massenkalk geplant. Durch die Ablenkung wird gewährleistet, dass kein hydraulischer Kurzschluss entsteht.

Erste Abschätzungen zeigten, dass bei zu erwartenden Quellschüttungen von 50 l/s mit Temperaturen von 40°C und bei Anschluss der entsprechenden Verbraucher eine Kostendeckung bereits nach 4 Jahren erzielt werden könnte. Die nach Ende dieser Studie vorliegenden Aussagen zum Grad der Wirtschaftlichkeit sollen als eine Initialzündung für weitere gebirgsoffene hydrothermale Projekte dienen.

Leonhard Thien
Leiter Themengebiet Geothermie, Wärmepumpen
EnergieAgentur.NRW
0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

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