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Büro- und Verwaltungsgebäude der Sparkasse Krefeld

Bei großen Büro- und Verwaltungsgebäuden sind die laufenden Wärme- und Klimakosten ein wichtiges Argument für die Nutzung regenerativer Energien. Beim neuen Gebäude der Sparkasse setzt man auf Erdwärme. Um die Heiz- und Kühllast abdecken zu können, wurde für 61 Erdsonden jeweils 130 m tief gebohrt. Geologische Untersuchungen hatten eine ausreichend hohe geothermische Ergiebigkeit für das Grundstück nachgewiesen. Die Heizlast beträgt insgesamt 520 kW und wird von 6 Sole/ Wasser-Wärmepumpen bereitgestellt, die als Kaskade zusammengeschaltet wurden. Mit dem großen Vorteil, dass je nach Wärmebedarf nur eine oder bis zu 6 Wärmepumpen arbeiten. Eine intelligente Schaltung sorgt dafür, dass die Wärmepumpen gleichmäßig und optimal im Einsatz sind und nicht eine Wärmepumpe ständig läuft, während andere nur selten dazu geschaltet werden.

Im Sommer kühlen die Erdsonden passiv das Innere: Die Raumwärme wird über die Erdsonden an das umgebende Erdreich und Grundwasser abgegeben.

Gegenüber einer konventionellen Klimatisierung fallen hier nur die Stromkosten für den Betrieb der Umwälz- und Solepumpen an. Neben den geringen Kosten wird als sehr angenehm auch empfunden, dass die Räume über die mit kühlem Wasser durchflossenen Flächenheizungen abkühlen, was die starken Luftströmungen konventioneller Klimaanlagen ausschließt. Falls die passive Kühlung nicht ausreicht, kann eine aktive Kühlung nachgerüstet werden, die Voraussetzungen dafür wurden bereits im Anlagenkonzept berücksichtigt. Für die Beobachtung des Grundwassers während der Erwärmung im Sommer und der Abkühlung im Winter wurden in Fließrichtung zwei Messbrunnen angelegt und in das Steuerungskonzept eingebunden. Falls sich die Grundwassertemperatur zu sehr ändert, kann die Anlage darauf reagieren.

Ob die Öl- und Gaspreise in den nächsten Jahrzehnten weiter so rasant steigen, ist für das Gebäude der Sparkasse Krefeld weniger entscheidend. Da Sole/Wasser-Wärmepumpen bis zu 70 Prozent Umweltwärme nutzen, fallen die Kosten für den Wärmepumpen-Antrieb weniger ins Gewicht.

Herr Leonhard Thien
Themengebietsleiter Geothermie
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

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