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Berufskolleg Duisburg – 180 Sonden für 2.600 SchülerInnen

Seit September 2011 genießen Lehrer und SchülerInnen Wärme im Winter und Kühlung im Sommer, die kostengünstig von der Erdwärme geliefert wird.

Auf 56 000 m² sind 3 Schulen in 250 Räumen untergebracht incl. einer Sporthalle, einer Mensa und einer Tiefgarage. Bei solchen Dimensionen wundert es nicht, dass hier einer der größten Erdwärmesonden -Anlagen Deutschlands entstanden ist.

Die GOLDBECK Public Partner GmbH aus Bielefeld erhielt den Zuschlag für das Public-Private-Partnership (PPP) Projekt in Duisburg. Für 25 Jahre ist sie für die Unterhaltung und Betrieb des Gebäudes zuständig, anschließend geht das Gebäude in den Besitz der Stadt Duisburg über.

Unter den Gesichtspunkten der Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit wurden mehrere Varianten zur Wärme-. und Kälteversorgung untersucht. Die Klimatisierung mit Erdwärme zeichnete sich als beste Lösung ab. Neben der schnellen Amortisierung der anfänglichen Investitionskosten durch die Einsparung im laufenden Betrieb sprach, aus ökonomischer Sicht auch die bessere Planbarkeit der laufenden Kosten im Vergleich zu fossilen Brennstoffen die Nutzung der Erdwärme.

Umgesetzt wurden Sondenfelder unter und neben dem Gebäude mit 180 Sonden bis zu 130 m Tiefe.
Im Winter bringen effiziente Wärmepumpen das Wärmeangebot der Sonden auf das nutzbare Temperaturniveau und Einspeisung in das Heizsystem für Warmwasser, Lüftung und Flächenheizung. Die Heizleistung beträgt 1.060 KW. Die Wärmerückgewinnung und Einspeisung in das Erdreich fördert die Regeneration des Sondenfeldes.

Im Sommer sorgt die direkte Kühlung aus dem Erdreich für die Grundlastkühlung, reversible Wärmepumpen übernehmen weitere Kühllasten. Die Kühlleistung beträgt 1.050 KW. Zur Abführung von Spitzenlasten aus Server- und EDV Räumen kann eine Kompressions -Kältemaschine eingesetzt werden.

Erste Betriebserfahren zeigen, dass der Bereich Heizung, Warmwasserbereitung und Kühlung fast vollständig ohne Verbrauch fossiler Energieträger auskommt. Es wird lediglich Hilfsenergie in Form von Strom für die Bereitstellung von regenerativer Energie benötigt. Die nachhaltige Nutzung der Geothermie mit Regeneration des Erdreiches durch die Nutzung des Pendelspeichers (wechselnde Be- und Entladung im Sommer- und Winterfall) ist sichergestellt.

Herr Leonhard Thien
Themengebietsleiter Geothermie
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.