Netze & Speicher

Broschüre: Sektorenkopplung in Nordrhein-Westfalen

Handlungsempfehlungen für NRW zu den Themen Netze und Speicher.

Handlungsempfehlungen für NRW

V.l.n.r.: Björn Riemer (Schaffner Group), Robert Heiliger (E.ON), Manfred Nettekoven (RWTH), Prof. Rik De Doncker (E.ON ERC/FEN), Frank Schäfer (EnergieAgentur.NRW) und Thierry Belgrand (thyssenkrupp Electrical Steel) eröffnen gemeinsam den Betrieb des MVDCForschungsnetzes. 
Foto: Andreas Schmitter

Projekt des Monats: Aachener Forschungsnetz arbeitet mit Gleichstrom

Plattform Sektorenkopplung

Unsere Projektdatenbank: Plattform Sektorenkopplung

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Information

Stromspeicher in Nordrhein-Westfalen

Stromspeicher in Nordrhein-Westfalen

 

Eine der größten Herausforderungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien besteht in der Überbrückung von kurz- und langfristigen Ungleichgewichten zwischen dem Stromverbrauch und der Erzeugung aus fluktuierender Wind- und Solarenergie auf Grund der Wetterlagen. Stromspeicher bieten eine große Bandbreite von dafür notwendigen Flexibilisierungsoptionen, um eine zuverlässige Energieversorgung, die zunehmend von Erneuerbaren Energien geprägt ist, zu gewährleisten. Eine solche Flexibilisierung kann durch den Einsatz von großen und zentral angeordneten Speichersystemen wie Pumpspeicherkraftwerke oder Druckluftspeicher gewährleisten werden. In NRW sind derzeit zwei großtechnische Speicheranlagen in Betrieb – die Pumpspeicherkraftwerke Koepchenwerk (Witten-Herdecke) und Rönkhausen (Finnentrop). Ein kleineres Pumpspeicherkraftwerk ist in der Sorpetalsperre installiert. Für eine zukünftige Entwicklung gilt es, Technologien, die bereits technisch ausgereift sind oder sich im Pilotstadium befinden, zu beobachten und bei Marktreife in die strategische Planung einzubinden.

Rahmenbedingungen und Anreize für Speicheranlagen

Für die erfolgreiche Integration von Speichertechnologien sind geeignete Rahmenbedingungen notwendig. Die Landesregierung setzt sich dafür ein, dass Speicher in der Diskussion um ein neues Strommarktdesign entsprechende Berücksichtigung finden.

Besonderes Augenmerk liegt in NRW auf der Absicherung von Planungsrisiken im Rahmen von großen Speichervorhaben. So sind die Risiken bei Pumpspeichervorhaben vielfältig und die Investition naturgemäß, auf Grund der Speichergröße, hoch. Darüber hinaus mangelt es Investoren zum jetzigen Zeitpunkt an Marktanreizen. Um aber den zukünftigen Speicherbedarf decken zu können, ist es unumgänglich, bereits jetzt erste Schritte zu initiieren und zu ermöglichen, denn bei Pumpspeicherkraftwerken ist mit einer sehr langen Planungs- und Bauphase zu rechnen. Die Landesregierung hat aus diesem Grund entschieden, für die Planungsphase von Pumpspeicherprojekten 50 Mio. € in Form von Ausfallgarantien zur Verfügung zur stellen. Ein solches Anreizprogramm soll hohe Kreditkosten und Ausfallrisiken für Vorhabensträger senken.

Speicherstudie – welche Potenziale gibt es in Nordrhein-Westfalen?

Die System- und Marktintegration von Speicherlösungen sollte möglichst strategisch geplant werden. Die Feststellung des Speicherbedarfs ist ein wesentliches Kriterium für die erfolgreiche Umstellung der Stromversorgung auf regenerative Energien. Daher ist es wichtig zu wissen, welcher Typ Speicher für welche Anwendung an welchem Ort unter welchen Bedingungen einzusetzen ist.

In der von dem Klimaschutzministerium beauftragten „Speicherpotenzialstudie“ sollen technische, wirtschaftliche und rechtliche Aspekte von Pumpspeicherkraftwerken beleuchtet und vorhandene Potenziale und Standorte in NRW für neue Pumpspeicherwerke identifiziert werden. Für Pumpspeicher besteht auf Grund der speziellen Anforderungen an Topografie, Umwelt, Infrastruktur und möglicher Konfliktpotenziale sowie der langen Planungs- und Bauzeiten die Notwendigkeit, entsprechende Potenziale möglichst bald zu erfassen. Dazu gehören natürlich auch die Aufnahme und eine erste Einschätzung von Bergbaustandorten zur unkonventionellen Pumpspeichernutzung. Bereits durchgeführt wurde eine Studie zur Ermittlung der Potentiale von Talsperren. Diese können als bereits vorhandene Unterbecken genutzt werden. Die Studie von HPI Hydroprojet lässt sich unter folgenem Link abrufen:

"Ermittlung von Pumpspeicherpotentialen an vorhandenen Talsperren in NRW"

Des Weiteren wird geprüft, ob alternative Standorte in Verbindung mit bekannter Technologie einsetzbar sind. Im Blick sind dabei z.B. die (Unter-) Tagebaue der Stein- und Braunkohlenreviere in NRW, die ein mögliches Potenzial zur Speichernutzung darstellen.

Konkrete Ergebnisse dazu liefert eine Machbarkeitsstudie, in deren Rahmen die Nutzung von Steinkohlezechen als Pumpspeicherkraftwerke untersucht wird  www.upsw.de.  Das Projekt verfolgt einen interdisziplinären Ansatz: Vorrangig wird zur bautechnischen Machbarkeit geforscht. Aber auch andere Aspekte werden betrachtet, zum Beispiel die Frage, welcher Rechtsrahmen für die tatsächliche Realisierung eines Projekts gesetzt werden müsste, welche Gesamtkosten das Projekt aufweisen wird und wie die gesamtökologische Verträglichkeit bewertet werden kann.  Mit dem Aufgreifen dieses bisher noch eher unkonventionellen technischen Themas gelingt es uns, regionale Stärken unseres Landes zu nutzen – sowohl topographisch als auch in Bezug auf bestehende Expertise in der Wirtschaft und Wissenschaft. Im Zuge des Strukturwandels der letzten Dekaden tritt der klassische Bergbau immer weiter in den Hintergrund. Die umfangreiche Expertise der Bergleute sowie entsprechende Kapazitäten in Forschung und Industrie bleiben erhalten, wenn sie in einem neuen Kontext genutzt werden können.

Dipl.-Ing. Frank Schäfer
Leiter Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
0211 86642147
schaefer@energieagentur.nrw

Dr.-Ing. Alexa Velten
Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
0211 86642413
velten@energieagentur.nrw
XING

Jasmin Wagner M. Sc.
Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
0211 86642271
wagner@energieagentur.nrw
XING

Jennifer Ziller M. A.
Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
0211 86642283
0151 - 62454611
ziller@energieagentur.nrw
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