Netze & Speicher

Broschüre: Sektorenkopplung in Nordrhein-Westfalen

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Handlungsempfehlungen für NRW zu den Themen Netze und Speicher.

Handlungsempfehlungen für NRW

Plattform Sektorenkopplung

Unsere Projektdatenbank: Plattform Sektorenkopplung

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Information

Glossar

BBPlG

Als Ergebnis des Prozesses der Netzentwicklungsplanung (NEP) gemäß §§ 12 a ff. EnWG hat der Gesetzgeber im Gesetz über den Bundesbedarfsplan (BBPlG) Vorhaben für Höchstspannungsleitungen bestimmt, für die gemäß § 1 BBPlG i. V. m. § 12 e EnWG die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf festgestellt werden. Die Vorhaben dienen der Anpassung, Entwicklung und dem Ausbau der Übertragungsnetze zur Einbindung von Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen, zur Interoperabilität der Elektrizitätsnetze innerhalb der Europäischen Union, zum Anschluss neuer Kraftwerke oder zur Vermeidung struktureller Engpässe im Übertragungsnetz (§ 1 Abs. 1 BBPlG). 

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetpräsenz des Bundesministeriums der Justiz: www.gesetze-im-internet.de.

Bilanzkreis

Die energetische Abwicklung der Handel-, Vertriebs- und Netzaktivitäten erfolgt über einen Bilanzkreis. Der Bilanzkreis ist eine Zusammenfassung von Einspeise- und Entnahmestellen bei einem Bilanzkreisverantwortlichen in einer Netzzone, die durch den Bilanzkreismanager beschlossen wird und dem Zweck dient, Transaktionen für Händler und Lieferanten zu ermöglichen.

BNetzA

Bundesnetzagentur – deutsche Regulierungsbehörde zur Aufrechterhaltung und Förderung des Wettbewerbs in Strom-, Gas-, Telekommunikationsnetzen, bei der Post und Bahn.

Bundesbedarfsplan

Der Bundesbedarfsplan wird alle drei Jahre vom Bundesgesetzgeber beschlossen. Er basiert auf dem von der Bundesnetzagentur erstellten Netzentwicklungsplan einschließlich eines Umweltberichts und beinhaltet vor allem eine Liste künftiger Höchstspannungsleitungen.

EnLAG

Das Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) soll den Bau von 23 vordringlichen Leitungsbauvorhaben im Höchstspannungs-Übertragungsnetz (380 kV) beschleunigen, die für die Integration des Stroms aus Windenergie und den Anschluss von neuen Kraftwerken sowie für den EU-weiten Stromhandel erforderlich sind. Das Gesetz ermöglicht dabei Erdkabel auf der 380-kV-Ebene in vier Pilotprojekten, mittels welcher  Erfahrungen in der Erdkabeltechnik gesammelt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetpräsenz des Bundesministeriums der Justiz: www.gesetze-im-internet.de.

Energy-only-Markt

Der Energy-only-Markt bezeichnet die Art Energiemarkt, der Kraftwerksbetreibern ausschließlich die bereitgestellte Energiemenge (Stromproduktion) vergütet. Die Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten wird dabei nicht entlohnt.

EnWG

Energiewirtschaftsgesetz - das Gesetz dient einer möglichst sicheren, preisgünstigen, verbraucherfreundlichen, effizienten und umweltverträglichen Energieversorgung sowie der Umsetzung des EU-Rechts im Bereich Energiepolitik. Des Weiteren hat das EnWG zur Aufgabe, die Unabhängigkeit zwischen den Tätigkeitsbereichen Energieerzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb zu gewährleisten, sprich einen wirksamen und unverfälschten Wettbewerb zwischen den Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu fördern. Überdies ist die Regelung des Netzbetriebes sowie die Sicherung eines langfristig angelegten, leistungsfähigen und zuverlässigen Betriebs der Energieversorgungsnetze Bestandteil des Gesetzes.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetpräsenz des Bundesministeriums der Justiz: www.gesetze-im-internet.de.

Gleichstrom

ist ein elektrischer Strom, dessen Stärke und Richtung sich nicht ändert (DIN 40 110-1). International wird Gleichstrom auf Englisch mit direct current bzw. mit dem Kürzel DC bezeichnet.

HGÜ 

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) ist ein Verfahren der elektrischen Energieübertragung mit hoher Gleichspannung zwischen zwei definierten Punkten.

Kapazitätsmarkt

im Gegensatz zum Energy-only-Markt bezeichnet die Art Energiemarkt, die Kraftwerksbetreibern sowohl die bereitgestellte Energiemenge (Stromproduktion) als auch die Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten vergütet.

Lastmanagement

ist die gezielte und aktive Steuerung des Energieverbrauchs zur Netzstabilisierung oder Ausnutzung von Strompreisschwankungen. Um die Energienachfrage an die Erzeugung anzupassen, können Stromkunden einzelne Stromverbraucher zu- oder abschalten.

Minutenreserve

bezeichnet die Bereitstellung von kurzfristigen Stromreserven  zum Ausgleich von Schwankungen im bundesdeutschen Stromnetz nach einer Vorlaufzeit von 15 Minuten. Mit dem Einsatz der Minutenreserveleistung (MRL) wird die Netzfrequenz gestützt, wenn sie signifikant unter 50 Hertz sinkt oder über 50 Hertz steigt.

NABEG

Dieses Gesetz soll den Ausbau der länderübergreifenden und grenzüberschreitenden Höchstspannungsleitungen i. S. d. § 12 e Abs. 2 S. 1 EnWG beschleunigen und schafft die Grundlage für einen rechtssicheren, transparenten, effizienten und umweltverträglichen Ausbau des Übertragungsnetzes sowie dessen Ertüchtigung. Der Bau der Stromleitungen, die in den Geltungsbereich des NABEG fallen, ist aus Gründen eines überragenden öffentlichen Interesses erforderlich.

Weitere Informationen erhalten Sie unter der Internetpräsenz des Bundesministeriums der Justiz: www.gesetze-im-internet.de.

NEP

Der Netzentwicklungsplan (NEP) stellt den Ausbaubedarf des deutschen Strom- und Gasnetzes in den nächsten 10 Jahren dar. Diese Planungen werden von den Übertragungsnetzbetreibern in einem strukturierten Verfahren unter Beteiligung der Bundesnetzagentur aufgestellt und mit Öffentlichkeitsbeteiligung abgestimmt. Im Ergebnis entsteht der Bundesbedarfsplan mit den Stromnetz-Ausbaumaßnahmen, für die eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit und ein vordringlicher Bedarf festgestellt werden.

PCI

Project of common interest (Projekt von gemeinsamen Interesse): Leitungsbauprojekte, deren Realisierung für die europäische Versorgungssicherheit und den Ausbau der erneuerbaren Energien von besonderer Bedeutung sind.

Primärregelung

dient dazu, Ungleichgewichte zwischen physikalischem Leistungsangebot und physikalischer Leistungsnachfrage im gesamten europäischen Verbundnetz mit Ziel der Wiederherstellung einer stabilen Netzfrequenz innerhalb von 30 Sekunden auszugleichen.

Redispatch

ist eine Anforderung zur Anpassung der Wirkleistungseinspeisung von Kraftwerken durch den Übertragungsnetzbetreiber, mit dem Ziel, auftretende Engpässe zu vermeiden (präventiver Redispatch) oder zu beseitigen (kurativer Redispatch). Diese Maßnahme kann regelzonenintern und -übergreifend angewendet werden.

Regelzone

dabei handelt es sich um abgegrenzte geografische Gebiete, in denen jeweils ein Übertragungsnetzbetreiber das Übertragungsnetz betreibt und für die Primär- und Sekundärregelung sowie die Minutenreserve verantwortlich ist. Der Übertragungsnetzbetreiber ist für den sicheren und zuverlässigen Betrieb des jeweiligen Netzes verantwortlich, sorgt für die Bereitstellung von Systemdienstleistungen und stellt so die Versorgungszuverlässigkeit sicher.

SAIDI-Index

Der System Average Interruption Duration Index gibt die jährliche Stromunterbrechung an. Ein jährlicher Bericht deutscher Übertragungsnetzbetreiber enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache der Versorgungsunterbrechung. Der daraus ermittelte SAIDI-Wert gibt die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenem Letztverbraucher in Minuten an. In die Berechnung fließen nur ungeplante Unterbrechungen ein, die auf Einwirkungen Dritter, auf Rückwirkungen aus anderen Netzen oder auf andere Störungen im Bereich des Netzbetreibers zurückzuführen sind und länger als drei Minuten andauern. Geplante Unterbrechungen (z.B. durch Wartungen am Stromnetz) oder Unterbrechungen durch Naturkatastrophen und Wetter im Allgemeinen werden nicht berücksichtigt.

Sekundärregelung

hat die Aufgabe, das Gleichgewicht zwischen physikalischem Stromangebot und physikalischer Nachfrage nach dem Auftreten einer Differenz wieder herzustellen. Im Gegensatz zur Primärreserve wird die Sekundärreserve nicht gemeinsam im europäischen Verbund bereitgestellt, sondern separat von jedem der vier Übertragungsnetzbetreiber. Diese sind allerdings zum gegenseitigen Austausch von aktuellen Informationen zur jeweiligen Netzsituation in ihren Bereichen verpflichtet, um ein koordiniertes Zusammenwirken gegen Netzschwankungen zu ermöglichen. Die Sekundärreserve muss von den Übertragungsnetzbetreibern innerhalb von 5 Minuten bereitgestellt werden, um die Primärreserve bei Netzschwankungen abzulösen.

Smart grid

Übersetzt intelligentes Stromnetz bezeichnet die kommunikative Vernetzung und Steuerung von Stromerzeugern, Speichern, elektrischen Verbrauchern und Netzbetriebsmitteln in Energieübertragungs- und -verteilungsnetzen der Elektrizitätsversorgung. Diese ermöglicht eine Optimierung und Überwachung der miteinander verbundenen Bestandteile. Ziel ist die Sicherstellung der Energieversorgung auf Basis eines effizienten und zuverlässigen Systembetriebs.

Systemdienstleistungen

werden Leistungen genannt, die für die Funktionstüchtigkeit der elektrischen Energieversorgung unbedingt erforderlich sind. Diese bestehen aus Maßnahmen in den Bereichen der Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Versorgungswiederaufbau und Betriebsführung um eine hohe Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit bei Stromübertragung und -verteilung zu gewährleisten.

Umgekehrter Lastfluss

Da im Zuge der Liberalisierung der Energiemärkte und dem im EnWG festgeschriebenen Recht auf diskriminierungsfreien Zubau von EE-Anlagen eine rasante Entwicklung hin zu Dezentralität stattfand, müssen auch in den regionalen Verteilnetzen, wo bisher hauptsächlich Stromverbrauch stattfand, große Herausforderungen gemeistert werden. Gemeint sind hier die sogenannten umgekehrten Lastflüsse. Sie müssend von den Haushalten weggeführt werden, da in Zeiten eines hohen Angebotes regenerativer Energien u.U. lokal mehr Energie erzeugt als verbraucht wird. Dieser überschüssige Strom muss dann nicht wie bisher üblich von "oben nach unten", sondern von "unten nach oben" transportiert werden. Jedoch sind die Netze bisher nicht oder nur bedingt auf den Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien ausgelegt. Die Energiewende macht somit eine weitere Ertüchtigung des Netzes notwendig, beispielsweise durch der Aufbau von Leittechnik, die Installation von regelbaren Ortsnetztransformatoren und Wechselrichtern sowie die Verbesserung der Kommunikationsinfrastruktur.

Wechselstrom

bezeichnet elektrischen Strom, der seine Richtung (Polung) in regelmäßiger Wiederholung ändert und bei dem sich positive und negative Augenblickswerte so ergänzen, dass der Strom im zeitlichen Mittel null ist. International wird Wechselstrom häufig auf Englisch mit alternating current bzw. mit dem Kürzel AC bezeichnet.

Herr Dipl.-Ing. Frank Schäfer
Leiter Netzwerk Netze und Speicher
Leiter Themengebiet Netze, Speicher, Pumpspeicher, Systemtechnik und Systemdienstleistungen

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Frau Bettina Miserius M.A.
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Frau Dr.-Ing. Alexa Velten
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Frau Jasmin Wagner M.Sc.
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