Netze & Speicher

Broschüre: Sektorenkopplung in Nordrhein-Westfalen

Handlungsempfehlungen für NRW zu den Themen Netze und Speicher.

Handlungsempfehlungen für NRW

Plattform Sektorenkopplung

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Information

Aggregatoren

Je höher der Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energien am Versorgungsmix, desto wichtiger die Reaktionsfähigkeit der einzelnen Elemente des Energiesystems aufeinander. Neben dem Erzeugungspark, der sich zunehmend an der volatilen Einspeisung von dezentralen erneuerbaren Energien ausrichtet, verändert sich auch die Marktrolle von Verbrauchern. So flexibilisieren beispielsweise industrielle Abnehmer ihre Stromnachfrage. Parallel treten Speichersysteme als neue Akteure des Energiemarktes auf den Plan. Um diese Player, die in Teilen nicht der klassischen Energiewirtschaft zuzuordnen sind, in den Energiemarkt zu integrieren, braucht es Zwischenhändler – sogenannte Aggregatoren, deren Marktrolle zunehmend mehr Bedeutung zukommt.

Als Aggregatoren werden Akteure bezeichnet, die Energie handeln und liefern ohne dabei eigene Bilanzkreise zu bewirtschaften. Ihr Geschäftsmodell besteht vor allem darin, Erzeugungsanlagen, flexible Verbraucher und Speichersysteme zu poolen und zu vermarkten. Sie skalieren damit kleine Anlagen auf ein handelbares Volumen.

Bisher ist der Begriff des Aggregators nicht klar definiert und die Rechte und Pflichten nicht immer eindeutig geklärt. Dies berücksichtigt auch das Weißbuch „Ein Strommarkt für die Energiewende“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Juni 2015 vorgelegt wurde. Hier ist die Maßnahme 10 wie folgt definiert: Regeln für die Aggregatoren flexibler Stromverbraucher klären. Dabei fokussiert das Papier den Aspekt der Vermarktung flexibler Lasten. Für die derzeit attraktivste Vermarktungsoption, den Regelenergiemarkt, auf den auch das Weißbuch abzielt, bündeln Aggregatoren Erzeugungs- und Verbrauchsanlangen und können diese auch mit Speichern kombinieren.

Die höhere Standardisierung und somit Markteinbindung von Aggregatoren wird von unterschiedlicher Seite eingefordert. So unterbreitete im Frühjahr 2016 die Bundesnetzagentur (BNetzA) einen Vorschlag zu einem Aggregator-Modell. In einem breiten Stakeholderbündnis wurde ein Branchenleitfaden zur Regelleistungserbringung durch Drittpartei Aggregatoren veröffentlicht, der in enger Zusammenarbeit mit der BNetzA entstanden ist. Neben der Erbringung von Regelenergie sind Aggregatoren eine zentrale Schlüsselfigur für die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Dies unterstreicht auch der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) in seinem Konzept zur Vermarktung von Flexibilität[1].

Auch das EU Winterpaket „Clean Energy for all Europeans“ will die Rolle der Aggregatoren stärken und trägt somit dem Gedanken eines zunehmend kleinteiligeren und dezentraleren Kraftwerksparks Rechnung. Kritik daran, dass Aggregatoren zwar vollwertige Handelsbefugnisse haben, diesen aber keine Verantwortung für beispielsweise die Ausgeglichenheit eines Bilanzkreises gegenüber steht, gibt es unter anderem vom Verband der Kommunalen Unternehmen (VKU). Der fordert in einer Stellungnahme zum EU-Winterpaket, dass Bilanzkreisverantwortliche und Lieferanten durch die Aktivitäten beispielsweise von unabhängigen Aggregatoren, nicht finanziell schlechter gestellt werden dürften.

Der regulatorische Rahmen, der für Aggregatoren gesetzt wird, ist insbesondere für die Entwicklung von virtuellen Kraftwerken und Flexibilitätsprodukten entscheidend. Mit einem entsprechenden Marktdesign können Aggregatoren Geschäftsmodelle entwickeln mit denen erneuerbare Energien ihre Vermarktungschancen nutzen und Systemdienstleistungen bereitstellen können.
 

[1] Siehe hierzu auch Artikel aus Energie & Management vom 9.8.2017.

Dipl.-Ing. Frank Schäfer
Leiter Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
0211 86642147
schaefer@energieagentur.nrw

Bettina Miserius M. A.
Themengebiet Netze, Speicher
EnergieAgentur.NRW
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Dr.-Ing. Alexa Velten
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EnergieAgentur.NRW
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Jasmin Wagner M. Sc.
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Jennifer Ziller M. A.
Themengebiet Netze, Speicher
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