Klimaschutz

/klimaschutz/start_der_ersten_klimakampagne_owl
/klimaschutz/klimanetzwerker/aus-der-region
/eanrw/mobile_abwaerme_fuer_das_olympiabad_ennigerloh
/klimaschutz/neue_broschuere_klimaneutrale_veranstaltungen

Projektbeispiel Handwerk | Mülheim a. d. Ruhr

Neues Blockheizkraftwerk im Siemenswerk in Mülheim

Der Gasmotor des Blockheizkraftwerks. 
Foto: Siemens AG
Der Gasmotor des Blockheizkraftwerks.
Foto: Siemens AG

Am größten Produktionsstandort von Siemens in NRW sorgt ein Blockheizkraftwerk für die energetisch günstige Erzeugung von Strom und Wärme. Mit einer Leistung von knapp 1.200 kW (elektrisch) deckt das BHKW die durchschnittliche Grundlast der Turbinenproduktion ab.

Mit dem neuen Blockheizkraftwerk (BHKW) steigert die Siemens AG im Werk an der Rheinstraße in Mülheim die Energieeffizienz ihrer Produkte und senkt den CO2-Ausstoß. Das BHKW hat eine Leistung von 1.220 kWthermisch und 1.189 kWelektrisch. Es deckt rund 44 Prozent des Gesamtstromverbrauchs des Werks ab. Das entspricht der aktuellen Grundlast.

Das BHKW arbeitet mit einem sehr guten Wirkungsgrad von rund 87,8 Prozent. Die entstehende Abwärme wird aus dem Kühlwasser-, Schmieröl- und Abgaskreislauf direkt vor Ort zurückgewonnen und zur Erzeugung von Heizwärme genutzt.

Ziel von Siemens bei diesem Projekt ist die deutliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes – vor dem Hintergrund, dass das gesamte Unternehmen für das Jahr 2030 eine neutrale CO2-Bilanz anstrebt. Bis 2020 soll eine Halbierung der Kohlendioxid-Emissionen gelingen.

Hintergrund

Siemens baut in Mülheim Dampfturbinen und Generatoren für Kraftwerke in aller Welt. Mit rund 5.000 Mitarbeitern ist der Standort der größte von Siemens in NRW, wo an etwa 40 Standorten rund 20.000 Mitarbeiter einschließlich 1.600 Auszubildende tätig sind.

Die Produktion macht das Werk zu einem energieintensiven Betrieb. Ein BHKW eignet sich sehr gut für die dezentrale Energieerzeugung, weil die Abwärme aus der Umwandlung von Erdgas in Strom z.B. für die Beheizung von Büro- und Produktionsräumen sowie für die Warmwasserbereitung genutzt werden kann. Kraft und Wärme lassen sich somit gekoppelt erzeugen (KWK).

Um diese sehr effiziente Art der Energieerzeugung zu forcieren, hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalens ein KWK-Impulsprogramm mit einem Volumen von rund 250 Millionen Euro aufgelegt. Die Kraft-Wärme Kopplung und die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung sind in ihrer großen Leistungsbandbreite – von der Mikro-KWK über dezentrale Blockheizkraftwerke bis hin zur Nutzung von Nah- und Fernwärme – ein effizienter und ressourcenschonender Weg, um Strom und Wärme bzw. Kälte bereitzustellen.

Besonderheiten

Zu den Besonderheiten des BHKW am Siemens-Standort Mülheim gehört die sehr kurze Reaktionszeit. Die Anlage lässt sich innerhalb von fünf Minuten hochfahren. Das schafft die Voraussetzung für die zusätzliche Nutzung des BHKW durch den regionalen Energieversorger, der auf diese Weise kurzfristige Schwankungen im Stromnetz ausgleichen kann.

Finanzierung

Finanziert wurde das Projekt über ein Energiespar-Contracting mit der Konzerntochter Siemens Building Technologies als Partner. Ein Vorteil dieser Partnerschaft ist neben der Entlastung der Umwelt die hohe vertraglich garantierte Energieeinsparung. Beim Mülheimer Blockheizkraftwerk wird sich die Investitionssumme von ca. 2,3 Mio. Euro in knapp vier Jahren über die Energiekosteneinsparungen amortisiert haben.

Der Pufferspeicher des Blockheizkraftwerks. 
Foto: Siemens AG
Der Pufferspeicher des Blockheizkraftwerks.
Foto: Siemens AG
Ergebnis

Der hohe Wirkungsgrad drückt sich aber nicht nur auf der Kostenseite positiv aus, sondern auch bei der Umweltbelastung und beim Ausstoß klimarelevanter Emissionen. In den ersten vier Monaten des Betriebs (Anlaufphase) wurden rund 918 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen als mit der ursprünglichen Versorgung. In der vollen Betriebsphase wird das BHKW den CO2-Ausstoß um ca. 1.900 Tonnen pro Jahr mindern.

Siemens strebt nach eigenem Bekunden als erster großer Industriekonzern weltweit bis zum Jahr 2030 eine neutrale CO2-Bilanz an. Bereits bis 2020 soll eine Halbierung der Kohlendioxid-Emissionen gelingen. Um dies zu erreichen, investiert das Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre 100 Millionen Euro in die Verbesserung der Energiebilanz von firmeneigenen Produktionsstätten und Gebäuden.

Projektbeteiligte

  • Siemens AG, Mülheim (Betreiber)
  • Siemens Building Technogies (Contractor)
  • EnergieAgentur.NRW (Beratung)

Beteiligte Handwerksbetriebe unter anderem:

Noch in Abstimmung