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Projektbeispiel Handwerk | Gütersloh

Moderne Brillen – nachhaltige Wärmeerzeugung

Das alte Fabrikgelände wird schrittweise in Büro- und Wohnräume umgewandelt.
Foto: Markus Temming Gmbh
Das alte Fabrikgelände wird schrittweise in Büro- und Wohnräume umgewandelt.
Foto: Markus Temming Gmbh
Die Brillenmanufaktur von Markus Temming hat ihren Standort in einer historischen Kornbrennerei. Die Brillen, die dort angefertigt werden, sind hingegen hochmodern und die Wärmeversorgung auch: Geheizt wird CO2-neutral mit einer Holzpellet-Anlage.

Unter dem Markennamen Markus T produziert die Manufaktur von Markus Temming hochwertige Brillen, die sich durch hohen Tragekomfort und ansprechendes Design auszeichnen. Das 1999 gegründete Unternehmen, das rund 70 Mitarbeiter beschäftigt, hat bereits mehr als dreißig Auszeichnungen erhalten – nicht nur für das Design sondern auch für die Technik und die eingesetzten Werkstoffe. Denn die Manufaktur verwendet neben dem Leichtmetall Titan einen besonderen, eigens für Markus T entwickelten und patentierten Kunststoff, der ebenso widerstandsfähig wie formbeständig und leicht ist.

Das alte Fabrikgelände wird schrittweise in Büro- und Wohnräume umgewandelt.
Foto: Markus Temming Gmbh
Das alte Fabrikgelände wird schrittweise in Büro- und Wohnräume umgewandelt.
Foto: Markus Temming Gmbh
Das Unternehmen fertigt die Brillen in einem modernisierten Fabrikgebäude, das von 1689 bis 2001 als Kornbrennerei genutzt wurde. Heute dient der Gebäudekomplex in Gütersloh-Isselhorst nicht nur als Brillenmanufaktur, sondern als moderne „location“ für Arbeiten und Wohnen. Neben der Manufaktur hat Temming inzwischen auch die ehemalige Brennerei, die Mälzerei und drei weitere angrenzende Gewerbekomplexe umfassend saniert.

2016 zog Markus Temming mit seiner Manufaktur hier ein und entwickelt seitdem als Investor den Standort weiter. Inzwischen sind auf einer Fläche von 5.700 m2 verschiedene kleine und mittlere Unternehmen am Standort „An der Manufaktur“ zuhause. Parallel entstanden 700 m2 Wohnraum und auch Flächen für die Gastronomie.

Für den Investor sind Nachhaltigkeit und Energieffizienz wichtige Aspekte des Projektes. Deshalb sollte die Wärmeversorgung möglichst CO2-neutral erfolgen.

Dieses Ziel wird seit Oktober 2016 verwirklicht. Zu diesem Zeitpunkt wurde eine Holzpellet-Anlage installiert, deren 135 kW-Kessel die Grundversorgung des gesamten Komplexes sicherstellt. In Spitzenbedarfszeiten kann ein 385 kW-Gaskessel zugeschaltet werden. Der schwankende Wärmebedarf wird durch zwei Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1.500 Litern ausgeglichen.

Der Gebäudekomplex der Markus Temming Gmbh in Gütersloh-Isselhorst.
Foto: Markus Temming Gmbh
Der Gebäudekomplex der Markus Temming Gmbh in Gütersloh-Isselhorst.
Foto: Markus Temming Gmbh
Damit passt sich die Zentralheizung flexibel an den jeweiligen Wärmebedarf des Gewerbekomplexes an, und die Grundlast wird stets umweltfreundlich über Holzpellets erzeugt.

Das Projekt hat der Investor in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen „Kraftwirte – der Energiedienstleister der Stadtwerke Lemgo GmbH“ realisiert, das den Betrieb der Anlage als Contractor übernimmt und auch während der Bauphase eine mobile Heizzentrale zur Verfügung stellte. Die Holzpellet-Anlage stammt von der KWB – Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH in Mertingen.

Hintergrund

Holzpelletheizungen eignen sich hervorragend, um öffentliche und gewerblich genutzte Gebäude flexibel mit Wärme zu beliefern. Sie arbeiten mit hohem Wirkungsgrad. Die Preise für Pellets sind nicht weltmarktabhängig und damit langfristig stabil. Zudem handelt es sich um eine Technik, die sich insbesondere in der Reichweite von waldreichen Regionen tausendfach bewährt – in Privathäusern ebenso wie bei der Beheizung von Gewerbeimmobilien.

Besonderheiten

Die Beheizung von Gebäudekomplexen mit Holzpelletheizungen ist auch deshalb wirtschaftlich, weil die Heizungsanlage – im Vergleich zu mehreren Einzelheizungen – Skaleneffekte erschließt und damit wirtschaftlicher arbeitet. Zudem lassen sich unter Umständen nutzungsbedingte Lastspitzen ausgleichen: Büros werden eher über Tag beheizt, Wohnungen außerhalb der typischen Arbeitszeiten.

Finanzierung

Da die „Kraftwirte“ die Pelletanlage als Contractoren betreiben, entstanden für Markus Temming keine zusätzlichen Investitionskosten. Darüber hinaus übernimmt der Contractor auch die Wartungsarbeiten an der Heizungsanlage und den Aufwand für die Nebenkostenabrechnungen.

Ergebnisse

Die Kombination von Holzpelletheizung für die Grundversorgung und Gasheizung für die Spitzenlast sorgt hier für eine CO2-Einsparung von rund 70% im Vergleich zu einem rein fossilen Energieträger. Bei geschätzten 1.500 Volllaststunden ergibt sich eine CO2-Einsparung von 53 Tonnen pro Jahr.

Projektbeteiligte

  • Kraftwirte – die Energiedienstleister der Stadtwerke Lemgo GmbH (Beratung, Projektierung)
  • KWB – Kraft und Wärme aus Biomasse GmbH, 86690 Mertingen (Holzpelletheizungshersteller)

Beteiligte Handwerksbetriebe unter anderem:

noch in der Abstimmung