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Information

Mobilitätspaket für die Mieter

Als Teil des EU-Projektes Civitas Dyn@mo macht die Aachener Wohnungsbaugesellschaft gewoge ihren Mietern in drei Quartieren ein besonderes Mobilitätsangebot. Sie können z.B. Elektroautos im Carsharing-Modell nutzen oder Leih-Pedelecs. An einem Standort wird der Fahrstrom vor Ort erzeugt.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
Als Teil des EU-Projektes Civitas Dyn@mo macht die Aachener Wohnungsbaugesellschaft gewoge ihren Mietern in drei Quartieren ein besonderes Mobilitätsangebot. Sie können z.B. Elektroautos im Carsharing-Modell nutzen oder Leih-Pedelecs. An einem Standort wird der Fahrstrom vor Ort erzeugt.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
Im Rahmen des EU-Projektes Civitas Dyn@mo erproben europäische Städte und Wohnungsbaugesellschaften neue Formen des Zusammenspiels von Wohnen und Mobilität.

Die Mieter von gewoge-Wohnungen können in drei Quartieren leihweise Elektrofahrzeuge benutzen.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
Die Mieter von gewoge-Wohnungen können in drei Quartieren leihweise Elektrofahrzeuge benutzen.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
Die Zielvorstellung des gewoge-Projektes lautet: Das Elektroauto steht an der Ladestation vor der Tür, kann von allen Hausbewohnern im Carsharing genutzt werden und bezieht seinen Strom direkt aus der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Ein Webportal oder eine App ermöglicht es den Bewohnern, Stromerzeugung und den Status von Ladevorgängen zu verfolgen. Kürzere Fahrten erledigen sie bei Bedarf mit ihren Pedelecs, für die es in der Garage eine Radabstellanlage mit Ladeboxen gibt. In der Nähe befindet sich eine öffentliche Leihstation mit Pedelecs, die auch für Ein-Weg-Fahrten genutzt werden können. Gut erreichbare Bus- und Bahnhaltestellen sowie konventionelle CarSharing-Fahrzeuge ergänzen das Mobilitätsangebot dort, wo die Reichweiten der elektrischen Fahrzeuge Grenzen setzen.

Diese Ziele werden in dem Projekt an drei Standorten umgesetzt, und der Großteil des für die Elektromobilität verwendeten Stroms wird vor Ort nachhaltig durch Photovoltaik-Anlagen erzeugt. Mit dem Projekt will die gewoge ein Modell entwickeln, das für andere Wohnstandorte als Beispiel dienen und auf diese übertragen werden kann.

Hintergrund

An den Ladesäulen tanken die Elektrofahrzeuge 100% Ökostrom.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
An den Ladesäulen tanken die Elektrofahrzeuge 100% Ökostrom.
Foto: Andreas Steindl/ STAWAG
Die 1891 gegründete gewoge AG ist größter Vermieter der Region Aachen – Bestand von über 7000 Mietwohnungen, jährlich kommen rund 100 hinzu. Als gewerbliches Wohnungsunternehmen in kommunalem Besitz (Stadt Aachen 60,7%, Sparkassen Immobilien GmbH 31,1%)

In einem Pilotversuch mit drei Mobilitätsstationen (Frankenberger Viertel, Rosviertel und Gut Kullen) erprobt das Unternehmen neue und nachhaltige Formen der Verbindung von Wohnen und (Elektro-)Mobilität.

So hat die STAWAG (Stadtwerke Aachen AG) auf einem Gebäude der gewoge in der Turpinstraße eine Photovoltaikanlage installiert und vor dem Haus eine Ladestation errichtet. Projektpartner cambio stellt zwei Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Auch eine Radabstellanlage mit einer Ladebox für Pedelec-Akkus haben die gewoge AG und cambio in einer Garage eingerichtet. Ein vergleichbares Angebot gibt es am zweiten Projektstandort in der Rosstraße, hier allerdings ohne PV-Anlage. In der Nähe beider Stationen befindet sich eine öffentliche Pedelec-Verleihstation. Eine dritte Station öffnete im Juli 2015 an der gewoge-Wohnanlage Gut Kullen (Schurzelter Straße).

Besonderheiten

Den Pilotversuchen vorausgegangen ist eine Mobilitätsumfrage bei den Bewohnern von sechs Wohnanlagen der gewoge AG, durchgeführt vom Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr an der RWTH (ISB). Darin wurde ermittelt, wie sich die Mieter in Beruf und Freizeit fortbewegen – mit dem Auto, per Bus und Bahn, mit dem Fahrrad oder zu Fuß.

Die Ergebnisse zeigten, dass insbesondere die Bewohner im Frankenberger Viertel ein großes Interesse am „elektromobilen Wohnen“ haben. Dort sowie im Rosviertel konnten sich rund 40 Prozent der Befragten vorstellen, in Zukunft CarSharing zu nutzen – womit sie sich für den Pilotversuch qualifiziert hatten. Über 80 Prozent erachten es zudem als wichtig, dass für den Straßenverkehr Elektroantriebe entwickelt werden. Dass der Strom umweltfreundlich erzeugt wird, sehen sie als selbstverständlich an.

Die Mieter werden zudem über das gesamte Projekt hinweg eingebunden und befragt. Durch ihre aktive Teilnahme an Gesprächsrunden können sie die weitere Entwicklung des Projekts beeinflussen.

Finanzierung

Das beschriebene Vorhaben war Bestandteil von AP 1.2 des Projekts Civitas Dyn@mo. Die reinen Investitionskosten aller Beteiligten betrugen insgesamt TEUR 220. Aufgrund der Förderung durch die EU im Rahmen des Programms „Horizon 2020“ konnte für die gewerblichen Projektpartner eine Förderquote von etwa 50 % realisiert werden.

Detaillierte Amortisationsbetrachtungen wurden für die Investitionen nicht durchgeführt.

Ergebnisse

Im Durchschnitt laden die Carsharing-Fahrzeuge von cambio an der Ladestation 300 bis 350 kWh pro Monat (bzw. ca. 4.000 kWh pro Jahr). Das entspricht einer monatlichen Fahrleistung von knapp 2.000 km und einer damit verbundenen CO2-Einsparung von ca. 240 kg CO2 pro Monat (bzw. 3,2 t pro Jahr). Den errechneten Werten liegt die Annahme von 120 g CO2-Ausstoß pro Kilometer zugrunde, ein typischer Wert für einen Kleinwagen mit Verbrennungsmotor. Die Erzeugung der lokalen PV-Anlage deckt diese Energiemenge zwar vollständig ab. Da die Fahrzeuge jedoch zu einem erheblichen Teil nachts laden, wird ergänzend 100 % erneuerbar erzeugter Strom aus dem Netz entnommen.

Projektbeteiligte

  • gewoge AG, Aachen
  • STAWAG, Stadtwerke Aachen AG (Stromversorger)
  • Cambio (Carsharing)
  • AVV (Verkehrsverbund)

Bernd Geschermann
Leiter Energieanwendung, Klimaschutz in Industrie und Gewerbe
EnergieAgentur.NRW
0202 2455214
geschermann@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Andreas Gries
Leiter Themengebiet Wärme, Gebäude / Leiter Netzwerk Energieeffizientes und solares Bauen
EnergieAgentur.NRW
0211 8664217
gries@energieagentur.nrw

Jochem Pferdehirt
Leiter Themengebiet Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0211 86642419
0171 8354624
pferdehirt@energieagentur.nrw

Michael Müller
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0211 86642286
michael.mueller@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Heinz-Jürgen Schütz
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455232
schuetz@energieagentur.nrw

Rainer van Loon
Querschnittsthemen Klimaschutz & Energie
EnergieAgentur.NRW
0211 86642287
van.loon@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.