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Projektbeispiel Handwerk | Neuss

Gemeinsame Holzpelletheizung an Neusser Schulen

Heizungskeller des Schulzentrums an der Weberstraße.
Foto: gc Wärmedienste GmbH
Heizungskeller des Schulzentrums an der Weberstraße.
Foto: gc Wärmedienste GmbH

Die beiden Schulen des Schulzentrums an der Weberstraße in Neuss teilen sich seit Mai 2015 ein Holzpellet-Heizsystem, das sowohl die Klassenräume beider Schulen als auch die Sporthalle und die Mensa mit nachhaltiger Wärme versorgt.

Holzpelletheizungen eignen sich hervorragend, um öffentliche Gebäude flexibel mit Wärme zu beliefern. Deshalb hat sich die Stadt Neuss bei der energetischen Sanierung des Schulzentrums Weberstraße für diese klimaneutrale Heizmethode entschieden. Die Klassen- und Gemeinschaftsräume mit einer Fläche von mehr als 12.000 Quadratmetern werden seit 2015 über eine Pelletkaskadenheizung mit Wärme versorgt.

Die Heizzentrale besteht aus drei Pelletkesseln des Herstellers Heizomat mit je 300 kW Leistung, die je nach Wärmebedarf einzeln oder gleichzeitig genutzt werden und sowohl die Beheizung als auch die Warmwasserversorgung übernehmen. Die Kaskadenlösung mit drei Kesseln wurde aus Platzgründen gewählt. Sie bietet den zusätzlichen Vorteil, dass beim Ausfall einer Anlage die beiden anderen Kessel die Wärmeversorgung sicherstellen können. Ein Erdgas-Brennwertkessel mit 285 kW Leistung trägt bei Bedarf die Grundlast.

Zusätzlich zu den Pelletkesseln sind acht separat ansteuerbare Pufferspeicher mit jeweils 1.500 Litern Fassungsvermögen verbaut. Der aktuelle Wärmebedarf der Schulen wird über die Kaskadensteuerung, die mit diesen Speichern verbunden ist, kontrolliert. So ist gewährleistet, dass immer ausreichend Wärme zur Verfügung steht.

Im Zuge des Umbaus wurde der ehemalige Kohlekeller der Grundschule zu einem Pelletlager umgenutzt. Das große Fassungsvermögen dieses Lagers von 40 Tonnen Holzpellets ermöglicht die Wärmeversorgung der Schulen über mehr als drei Wochen bei Volllastbetrieb.

Die im Keller der Grundschule erzeugte Wärme wird über eine Nahwärmeleitung in das Gymnasium transportiert.

Hintergrund

Ziel der Maßnahme war es, eine neue, nachhaltige und klimaneutrale Wärmeversorgung der beiden Schulen sicherzustellen. Dabei stehen die Kommunen immer vor der Herausforderung, die Investitionskosten im Blick zu behalten. Deshalb hat sich die Stadt Neuss für ein Contracting-Modell entschieden und die Zusammenarbeit mit der ortsansässigen gc Wärmedienste GmbH gesucht.

Besonderheiten

Eine Holzpelletheizung mit drei Kesseln statt einem und mehreren Pufferspeichern erfordert zunächst höhere Investitionen und auch einen erhöhten Steuerungsaufwand. Sie hat aber aus energetischer und auch aus Kostensicht den Vorteil, dass die einzelnen Kessel über lange Zeiträume mit (energetisch günstiger) Volllast betrieben werden können. Zudem bietet dieses Konzept eine höhere Verfügbarkeit wegen der Redundanz der Pelletkessel.

Finanzierung

Betreiber und Investor der Holzpelletheizung ist die gc Wärmedienste GmbH in Neuss. Deren Experten haben die Anlage auch geplant. Dieses Contracting-Modell gibt der Stadt Neuss Spielraum für Investitionen in anderen Bereichen. Die Stadt zahlt (neben den Pellets) lediglich eine monatliche Service-Pauschale und erhält dafür modernste Technik inklusive aller anfallenden Wartungen, Reparaturen sowie einem 24-Stunden-Notdienst. Für zusätzliche Versorgungsssicherheit sorgt eine 15jährige Garantie auf die verbaute Technik.

Ergebnis

Die energetische Bilanz des neuen Heizsystems ist positiv. Bereits im ersten Jahr konnten über 342 Tonnen CO2 eingespart werden.

Projektbeteiligte

  • gc Wärmedienste GmbH, Neuss (Contracting)

Beteiligte Handwerksbetriebe unter anderem:

  • Heizomat Gerätebau – Energiesysteme GmbH, Gunzenhausen (Pelletheizungshersteller)