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Masterplan 100% Klimaschutz in NRW

Acht Kommunen in Nordrhein-Westfalen machen vor, wie es funktionieren kann: 100 Prozent Klimaschutz. Treibhausgasemissionen um 95 Prozent gegenüber 1990 senken und den Endenergieverbrauch um 50 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990.

Das sind ihre Ziele bis 2050.

Welche Rolle spielen die Masterplankommunen?

Die Bundesregierung hat sich anspruchsvolle klima- und energiepolitische Ziele gesetzt. Kommunen und Landkreise nehmen bei der Zielerreichung im Klimaschutz eine wichtige Rolle ein: Der Erfolg hängt auch maßgeblich davon ab, ob sie in den nächsten 35 Jahren ihre Emissionen annähernd auf null reduzieren.

Dazu förderte die Bundesregierung eine erweiterte Gruppe von Kommunen: die Masterplankommunen 100% Klimaschutz. Acht der bundesweit insgesamt 39 Kommunen befinden sich in Nordrhein-Westfalen.

Im Jahr 2012 wurden die Gemeinde Burbach, die Städte Rheine und Herten sowie den Kreis Steinfurt zur Förderung als Masterplan-Kommune durch das BMU ausgewählt. Im Jahr 2016 begann eine weitere Förderrunde statt, in der die Städte Beckum, Münster und Rietberg sowie der Kreis Lippe ausgewählt und gefördert wurden.

Was ist der Masterplan 100% Klimaschutz?

Die acht Kommunen entwickelten unter Einbindung von lokalen und regionalen Stakeholdern (d.h. Verwaltung, Wirtschaft, Öffentlichkeit etc.) einen Masterplan, der den Kommunen zum Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele verhilft. Das von der Kommunalpolitik beschlossene Konzept beinhaltet auf Basis von Potentialstudien und Zukunftsszenarien entwickelte Strategien und Maßnahmen.

Die Umsetzung des Masterplans wird von einem Masterplanmanagement begleitet, das meist bei der Kommunalverwaltung angesiedelt ist. Ohne die Masterplanmanagerinnen und Masterplanmanager würde der Prozess nicht funktionieren. Sie sind das Herzstück und bringen das Rad so richtig ins Rollen.

Welche Unterstützung erhielten sie von der Bundesregierung?

Als Exzellenzinitiative im kommunalen Klimaschutz erhielten die Masterplankommunen für die vierjährige Projektphase, eine Förderung vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

Die Förderung durch den Bund lief am 30. Juni 2020 für die letzten Masterplankommunen aus. Kein Grund für die Masterplankommunen vom Kurs abzukommen. Sie führen die Projektumsetzung fort.

Die acht Masterplankommunen in NRW

Stadt Beckum

Wo einst Steinbrüche das Landschaftsbild prägten, genießt man heute seine Freizeit in grünen Naherholungsgebieten, entlang des WerseRadwegs oder der Zementroute: in Beckum. Die in mitten ländlicher Strukturen gelegene Stadt widmet sich seit 2016 dem Masterplan 100% Klimaschutz und kennzeichnet sich seit der Industrialisierung als Zentrum der Zementindustrie, die auch die Dynamik zwischen Stadt und Umland formt.

Die Industriekultur Beckums lässt sich entlang der 27 km langen Zementroute entdecken.
Foto: Pixabay
Die Industriekultur Beckums lässt sich entlang der 27 km langen Zementroute entdecken.
Foto: Pixabay

Basisdaten

Region   Münsterland
Regierungsbezirk            Münster
Kreis  Warendorf
Einwohnerzahl   37.682 (Stand: 31.12.2019)
Fläche  111,46 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 4

Thematischer Schwerpunkt

  • Solarstrominitiative mit Beteiligungs- und Betreiberkonzepten
  • Vorbildliche energetische Sanierung im Bestand
  • Radverkehr und Elektromobilität fördern
  • Nachhaltige Freiraumentwicklung und Klimaanpassung
  • Angebote zur Wissensvermittlung, Events und Erfahrungsräume für Jugendliche

Besonderes Projekt:
Abwärmenutzung in der Zementindustrie
Der erste Schritt war eine Potenzialanalyse zur Abwärmenutzung des örtlichen Zementwerks für das anliegende Gewerbegebiet. In einem weiteren Schritt zeigt eine Detailanalyse die ökonomische Machbarkeit und die finanziellen Aufwendungen für die beteiligten Unternehmen auf. Die Umsetzung des Projekts soll bei positiver Einschätzung der Wirtschaftlichkeit in einem mittelfristigen Zeitraum von drei bis fünf Jahren erfolgen.

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Gemeinde Burbach

Auch in der Gemeinde Burbach spielt der Klimaschutz seit den 1990ern eine wichtige Rolle. Die südlichste Gemeinde Nordrhein-Westfalens mit guten Anbindungen an die Ballungszentren Frankfurt, Köln/Bonn und das Ruhrgebiet gilt durch seine gute Vernetzung mit der Region als hervorragender Standort für Unternehmen und das produzierende Gewerbe, welche durch ihre Vielzahl erheblich zu den CO2-Emissionen der Gemeinde beitragen.

Rathaus der Gemeinde Burbach.
Foto: Pixabay
Rathaus der Gemeinde Burbach.
Foto: Pixabay
Aufgrund der ländlichen Struktur ist die Etablierung eines umfangreichen öffentlichen Personennahverkehrs eine Herausforderung. Aus diesem Grund werden in Burbach alternative klimaschonende Mobilitätsangebote geschaffen und mit bestehenden Formen der Mobilität verknüpft.

Basisdaten

Region Siegerland
Regierungsbezirk Arnsberg
Kreis Siegen-Wittgenstein
Einwohnerzahl 14.969 (Stand: 31.12.2015)
Fläche 79,66 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 9

Thematischer Schwerpunkt

  • Zivilgesellschaft im Klimaschutzprozess
  • Unternehmensnetzwerke 
  • Bildung
  • Förderung der energetischen Gebäudesanierung
  • Nachhaltige Nutzung der Ressource Holz
  • Entwicklung umwelt- & klimaschonender Mobilitätsangebote

Besonderes Projekt:
ÖKOPROFIT: Burbacher Unternehmen punkten mit Umweltmanagementsystem

ÖKOPROFIT ist eine gemeinsame Aktion der Kommune, der örtlichen Wirtschaft und weiterer lokaler sowie regionaler Partner. Beworben als das erfolgreichste UMS Deutschlands, gilt NRW darüber hinaus als Vorreiter bei der Umsetzung und weist zudem die höchste Teilnehmerdichte auf.

Der Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden Unternehmen, Wirtschaftsförderern, Umweltämtern und Kammern, sowie Workshops und Beratungen lassen die Gemeinde Burbach mehrfach von der Aktion profitieren. Unternehmen sparen Ressourcen ein und senken ihre CO2-Emissionen, wovon Umwelt und Unternehmen gleichermaßen nutznießen. Die Kosteneinsparungen stärken nämlich die Konkurrenzfähigkeit und sichern Arbeitsplätze.

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Stadt Herten

Die Stadt Herten zählt von Stunde null an zu den Masterplankommunen 100% Klimaschutz in NRW. Seit 2012 verwandelt sich Herten in eine klimaneutrale Stadt. Beeindruckend, denn bis in die neunziger Jahre war Herten die Bergbaustadt mit der größten Kohlefördermenge in ganz Europa. Mitten im Ruhrgebiet gelegen, wurde im Bergwerk Lippe noch bis in das Jahr 2010 Steinkohle abgebaut.

Das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward.
Foto: Stadt Herten
Das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward.
Foto: Stadt Herten

Basisdaten

Region Metropolregion Ruhr
Regierungsbezirk Münster
Kreis Recklinghausen
Einwohnerzahl 62.602 (Stand: 29.2.2020)
Fläche 37,32 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 9

Thematischer Schwerpunkt

  • PV-Ausbauinitiative des Regionalverbandes Ruhr und des Handwerks
  • Rezertifizierungsprozess zur dena-Energieeffizienz-Kommune
  • Klimaschutz und Klimaanpassung in der Stadterneuerung
  • Energielabor Ruhr zur Entwicklung des Zechengeländes Westerholt
  • Klimaneutrale Mobilität
  • Wasserstoff

Besonderes Projekt:
Klimagerechte Sanierung von Zechenhäusern

Das Energielabor Ruhr ist ein interkommunales Vorhaben der Städte Gelsenkirchen und Herten in Kooperation mit dem Klimabündnis Gelsenkirchen-Herten in den Stadtteilen Hassel, Westerholt und Bertlich. Es zeigt beispielhaft, welches Engagement zur Modernisierung und zum Klimaschutz in einem Quartier freigesetzt werden kann.

Gefördert durch das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ innerhalb des interkommunalen Stadterneuerungsgebietes konnten zwischen 2016 und 2018 mit einer jährlichen Sanierungsquote von jeweils 5% viele Zechenhäuser energetisch modernisiert und 74 Kohleheizungen ausgetauscht werden. Der Neubau eines Nahwärmenetzes auf Basis regenerativen Grubengases und die Einführung innovativer Technologien (Kleinwindanlage und Solarroad) zur Energieerzeugung machen das Projekt zu einem Aushängeschild.

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Stadt Münster

Für Münsteraner ist Klimaschutz schon lange kein Neuland mehr. Seit gut 25 Jahren arbeitet die Stadt Münster auf dem Feld des kommunalen Klimaschutzes und setzte sich bereits 2008 ehrgeizige Klimaschutzziele für 2020. Damit ist es jedoch nicht getan.

Der Prinzipalmarkt Münster.
Foto: Pixabay
Der Prinzipalmarkt Münster.
Foto: Pixabay
Seit Juli 2016 beteiligt sich Münster am Projekt „Masterplan 100% Klimaschutz“. Mit dem dabei erarbeiteten Konzept, dem Masterplan 100% Klimaschutz, wurde 2017 der Weg zu einer klimaneutralen Stadt Münster bis zum Jahr 2050 beschrieben. Im Vergleich zu 1990 sollen dafür die Treibhausgasemissionen um 95 % und der Endenergieverbrauch um rund 70 % sinken.

In 2019 entschied die Stadt, ihre Anstrengungen nochmals zu intensivieren: Sie rief zunächst den Klimanotstand aus und setzte sich zum Ende des Jahres das Ziel, alsbald – möglichst bis 2030 – klimaneutral zu werden.

Das Handlungsprogramm, das auf Basis des Masterplans die Maßnahmen für die Jahre 2020 bis 2030 konkretisiert, wurde im gleichen Jahr verabschiedet und wird angesichts der neuen Zielsetzung fortlaufend ergänzt und weiterentwickelt. In einem ersten Schritt wurden zur Umsetzung des Handlungsprogramms Finanzmittel in Höhe von mehr als 40 Mio. Euro für die kommenden Jahre bis 2023 zusätzlich bereitgestellt.

Basisdaten

Region Münsterland
Regierungsbezirk Münster
Einwohnerzahl 313.996 (Stand: 30.06.2019)
Fläche 303,28 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 45

Thematischer Schwerpunkt

  • Ausarbeitung von Vertiefungsstudien (Solare Stadt, Mobilität, Haushalte, industrielle Strukturen) zur Entwicklung einer Vision Münster Klimaschutz 2050
  • Bündelung, Intensivierung und Weiterentwicklung des Klimaschutzkonzepts 2020
  • Erneuerbare Energien
  • Klimafreundliche Gebäude und Quartiere
  • Erarbeitung einer Suffizienzstrategie

Besonderes Projekt:
Reallabor zu klimafreundlichen Entscheidungen: 12 Münsteraner Familien geben Einblicke
Mal nicht mit dem Auto, sondern die Kinder klimaneutral mit dem Lastenfahrrad in die Kita bringen, Waschpulver mit Haushaltsmitteln ganz einfach selber machen und auf die recyclingunfähige Verpackung aus der Drogerie verzichten oder die Stromkosten senken, indem man beim Verlassen des Arbeitszimmers das Licht ausmacht. Seinen eigenen Lebensstil hinterfragen?

Das tun die wenigsten und trotzdem stellten sich 12 Familien aus Münster ein ganzes Jahr lang genau dieser Aufgabe. Dabei sollten die Familien klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen testen und sie darauf hin prüfen, ob und wie sie sich in den Alltag integrieren lassen.

Der besondere Ansatz des Projektes: Es brachte klimafreundliche Angebote und Anbieter, die mit Blick auf den Klimaschutz bereits Pionierarbeit leisten, aktiv mit potenziellen Nutzerinnen und Nutzern zusammen. Jeder Haushalt setzte in den Feldern Mobilität, Konsum und Ernährung, Wohnen und Energie einen persönlichen Schwerpunkt.

Die Abschlussbilanz zeigt überzeugende Ergebnisse. Um 2,5 Tonnen reduzierten die zwölf teilnehmenden Haushalte ihren CO2-Ausstoß im Schnitt. Neue, klimaschonende Handlungsoptionen verwandelten sich überraschend schnell in Gewohnheiten. Das ist die großartige Bilanz des Reallabors "Klimafreundliche Entscheidungen", das am 15. Januar 2020 mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung zu Ende ging. Hochgerechnet auf alle Haushalte in Münster entspräche das einer Reduktion der Treibhausgasemissionen um 380.000 Tonnen pro Jahr.

Die Ergebnisse fließen in die Weiterentwicklung der KlimaMischpoke: Münsters Mitmachangebot für alle, die beim Klimaschutz anpacken möchten.

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Stadt Rheine

Rheine ist ein Mittelzentrum und die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes. Sie liegt im Norden von Nordrhein-Westfalen im Kreis Steinfurt in unmittelbarer Nähe zum Landkreis sowie der Stadt Osnabrück. Mit diesen bildet die Stadt Rheine eine bundesweit einzigartige Masterplan-Region aus zwei Landkreisen, einem Oberzentrum und einem Mittelzentrum verteilt auf zwei Bundesländer.

In Rheine dient der 80.000 Quadratmeter große Stadtpark als Naherholungsgebiet
Foto: Pixabay
In Rheine dient der 80.000 Quadratmeter große Stadtpark als Naherholungsgebiet
Foto: Pixabay
Im Frühjahr 2012 erhielt die Stadt Rheine die Zusage für das Förderprogramm „Masterplan 100% Klimaschutz“ und begann im Mai mit dessen Erstellung. Im Dezember 2013 wurde der Masterplan 100% Klimaschutz sowie die Zielsetzungen für 2050 durch den Rat der Stadt Rheine einstimmig beschlossen. Die Umsetzungsphase der Erstförderung endete im April 2016.

Von Mai 2016 bis April 2018 wurde mit der NKI-Förderung „Anschlussvorhaben: Masterplanmanagement“ der Klimaschutzprozess in der Emsstadt weiter fortgesetzt. Zu Beginn des Anschlussvorhabens wurde die Leitstelle Klimaschutz als Stabsstelle der Technischen Betriebe Rheine AöR in den Bereich Umwelt und Klimaschutz im Fachbereich Planen und Bauen der Stadtverwaltung überführt.

Zudem wurde das beratende Gremium des Klimaschutzrates in den politischen Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt integriert. Der so entstandene Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz (StUK) berät seit Herbst 2016 über alle für den Klimaschutz relevanten Vorlagen.

Nach Beendigung der Förderphase im Jahr 2018 konnte der Masterplanmanager unbefristet eingestellt und so der Klimaschutzprozess verstetigt werden.

Basisdaten

Region Münsterland
Regierungsbezirk Münster
Kreis Steinfurt
Einwohnerzahl 79.950 (Stand: 31.12.2018)
Fläche 145 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 19

Thematischer Schwerpunkt

  • Mobilität
  • Gebäude
  • Lebensstile
  • Wirtschaft & Gewerbe
  • Netzwerke
  • Erneuerbare Energien
  • Klimafolgenanpassung

Besonderes Projekt:
Klima-Botschafter für Rheine: Vorbild sein, Andere motivieren, vom Netzwerk profitieren!

Im Jahr 2015 hat die Stadt Rheine, in Kooperation mit der Masterplan-Region, das Projekt „Klima-Botschafter“ ins Leben gerufen. Ziel ist es Bürgerinnen und Bürger, gesellschaftliche Gruppen und Vertreter der Wirtschaft zusammen zu bringen, um sich innerhalb der Kommune und der Masterplan-Region zum Thema Klimaschutz auszutauschen.

Bereits durch kleine Aktivitäten wie z.B. der Solarnutzung, den Umstieg auf Ökostrom, klimafreundliche Mobilität oder auch den Kauf regionaler, saisonaler und fairer Produkte kann jede und jeder Einzelne Vorbild für sein direktes Umfeld sein. Es soll aufgezeigt werden, dass klimafreundlich Leben nicht mit Verzicht gleichzusetzen ist.

Im Anschlussvorhaben Klimaschutzmanagement wurden die Klima-Botschafter in Rheine eingeladen an verschiedenen Aktivitäten, wie z.B. einem nachhaltigen Kochevent, einem ECO-Fahrtraining oder verschiedenen Firmanbesichtigungen, teilzunehmen. Zudem wurden Unternehmen und Institutionen für ihr vorbildhaftes Verhalten mit der Klima-Botschafter-Plakette ausgezeichnet.

Die seit 2013 jährlich von der Masterplan-Region durchgeführten Klimagipfel bieten den Klima-Botschaftern zudem die Möglichkeit sich mit Akteuren aus der ganzen Region auszutauschen.   

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Stadt Rietberg

Im staatlich anerkannten Erholungsort Rietberg mit seiner denkmalgeschützten historischen Altstadt kümmern sich die Rietberger schon seit dem Jahr 1993 mit viel Schweiß und Arbeit um den Klimaschutz. Ob mit Klimabildung, , verschiedenen Veranstaltungen, im Klimabeirat oder mit dem Energie- & Klimateam der Stadtverwaltung – die Stadt Rietberg kann sich bereits auf eine Vielzahl erfolgreicher Projekte und Prozesse im Klimaschutz stützen.

Das Historische Rathaus von Rietberg im historischen Stadtkern.
Foto: Stadt Rietberg
Das Historische Rathaus von Rietberg im historischen Stadtkern.
Foto: Stadt Rietberg
Seit Juli 2016 ist sie im Masterplan-Prozess aktiv und treibt nun den Klimaschutz mit vielfältigen Ansätzen voran. Mit Engagement und (Wo)Man-Power engagieren sich die Rietberger für  ein Mehr an Transparenz und Beteiligung, bringen Klimaschutz in die Bildungseinrichtungen, planen ein regeneratives Nahwärmenetz für die kommunalen Gebäude der Verwaltung und vieles mehr.

Basisdaten

Region Ostwestfalen-Lippe
Regierungsbezirk Detmold
Kreis Gütersloh
Einwohnerzahl 30.321 (Stand: 1.1.2020)
Fläche 110,37 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 7

Thematischer Schwerpunkt

  • Arbeit mit Kitas, Grundschulen und weiterführenden Schulen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Beteiligung („Klimaschützen Rietberg“)
  • Netzwerkarbeit und Dienstleistungsorientierung
  • Klimaneutrale Verwaltung
  • Zusammenarbeit mit der Energieberatungsstelle der Verbraucherzentrale NRW
Besonderes Projekt:
Klimaneutrale Stadtverwaltung 2022
Im Jahr 2018 erhielt die Stadt Rietberg eine Förderzusage im Rahmen des Landes-Wettbewerbs KommunalerKlimaschutz.NRW. Fördermittel in Höhe von drei Millionen Euro erhält die Stadt Rietberg aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für ihr umfassendes Konzept. „Unserem selbst auferlegten Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung im Jahr 2022 […] kommen wir damit ein gutes Stück näher“, freut sich Rietbergs Bürgermeister Andreas Sunder.

Das Projekt bündelt dabei mehrere Ansätze: Die Wärmeversorgung der städtischen Liegenschaften Schulzentrum, Freibad, Rundtheater Cultura sowie etwa zehn Verwaltungsgebäude soll in Zukunft aus einer innovativen Kombination von Holzhackschnitzelkessel, Brennstoffzelle und einer Power-to-Heat-Anlage erfolgen. Zudem wird ein Steuerungssystem installiert, das alle Verbraucher des Nahwärmenetzes digital miteinander verknüpft. Der städtische Fuhrpark wird nach und nach umgestellt auf Elektrofahrzeuge und das Rundtheater Cultura als zentrale Veranstaltungsstätte wird energetisch aufgewertet.

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Kreis Lippe

Der Kreis Lippe ist seit 2016 als Masterplankommune 100% Klimaschutz aktiv. Der in der Region Ostwestfalen-Lippe gelegene Kreis ist insbesondere durch das im Osten kleinräumige, sehr vielfältig strukturierte Lippische Bergland gekennzeichnet. Die ländlichen Strukturen hinderten die 16 kreisangehörigen Kommunen allerdings nicht daran, im Jahr 2015 eine Selbstverpflichtungserklärung zu unterschreiben. Das gemeinsame Energie- und Klimaleitbild des Kreises war damit geschaffen und der Grundstein für den Masterplan-Prozess gelegt.

Die Externsteine sind eine markante, rund 40 Meter hohe Felsformation im Kreis Lippe.
Foto: Falko Sieker
Die Externsteine sind eine markante, rund 40 Meter hohe Felsformation im Kreis Lippe.
Foto: Falko Sieker

Basisdaten

Region Ostwestfalen-Lippe
Regierungsbezirk Detmold
Einwohnerzahl 347.784 (Stand: 30.9.2019)
Fläche 1.246,21 km²
Kommunen 16 (10 Städte und 6 Gemeinden)

Thematischer Schwerpunkt

  • Interkommunale Zusammenarbeit
  • Energetische Gebäudesanierung
  • Postfossile Mobilitätsangebote
  • Klimabildung
Besonderes Projekt:
Umsetzungsstrategie des Projekts "Lippe Re-Klimatisiert"
Durch den Masterplan 100% Klimaschutz sind zahlreiche kleine und große Projekte entstanden. Sei es die Anschaffung von 14 Elektrofahrzeugen für Kreis und Kommunen, die Bildungskisten oder die Homestorys Mobilität und Sanierung in Zusammenarbeit mit der regionalen Presse. Alle Projekte ob groß oder klein tragen zum Erfolg der Klimawende bei.

Zwischenzeitlich konnten auf Grundlage des Masterplans 100 % Klimaschutz fast 18 Millionen Euro Fördermittel für Lippe eingeworben werden. Besonders stolz ist der Kreis auf den Gewinn der Förderwettbewerbe „Kommunaler Klimaschutz NRW“ des Landes NRW und „HyExperts“ des Bundes.

Durch das Programm „Kommunaler Klimaschutz NRW“ werden insgesamt 15 Einzelmaßnahmen unter dem Titel „Lippe_Re-Klimatisiert“ mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 20 Millionen Euro gefördert, mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union und vom Land NRW gefördert.

Bis Juli 2022 werden unterschiedliche Projekte in den Bereichen „Mobilität“, „Gebäudesanierung“ und „Verhalten“ realisiert. Für eine optimale und langfristige Wirkung arbeiten neben dem Kreis auch die Städte Detmold, Lage, Lügde und Horn-Bad Meinberg an der Umsetzung mit. Jährlich sollen durch die Maßnahmen rund 3.900 Tonnen CO2 eingespart werden.

Im Rahmen der Projektförderung „HyExpert“ durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur wird die Erstellung eines Feinkonzeptes zur Entwicklung einer Wasserstoffmodellregion in Ostwestfalen-Lippe gefördert. Auch hier ist die interkommunale Zusammenarbeit ein wichtiger Erfolgsfaktor.

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Kreis Steinfurt

Die Region am nördlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens gehört seit Mai 2012 zu den „Masterplankommunen 100% Klimaschutz“ in Deutschland. Seit den 1990ern zeichnet sich der Kreis Steinfurt durch sein hohes Engagement im Klimaschutz aus und hat schon 2010 politisch beschlossen, bis zum Jahre 2050 energieautark zu werden.

energieland 2050: Der Kreis Steinfurt und seine 24 Kommunen ziehen an einem Strang.
Foto: Kreis Steinfurt
energieland 2050: Der Kreis Steinfurt und seine 24 Kommunen ziehen an einem Strang.
Foto: Kreis Steinfurt
Mit dem Amt für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie dem 2017 gegründeten energieland2050 e. V. hat der Kreis Steinfurt fest in der Verwaltung verankerte Anlaufstellen, die die Klimaschutzaktivitäten bündeln, Netzwerke koordinieren, Akteure an einen Tisch bringen und die notwendigen Ressourcen aufweisen, um ganz konkret Projekte in die Umsetzung zu bringen.

In 2019 hat der Kreis ein „Klimaschutzbündnis für den Kreis Steinfurt“ gegründet und macht damit deutlich, dass dem Klimaschutz und der Eindämmung der Erderwärmung höchste Priorität eingeräumt wird. Dafür wird der Kreis Steinfurt seine Maßnahmen und Aktivitäten gemeinsam mit den 24 kreisangehörigen Kommunen noch einmal verstärken und die Zahlen, Daten und Meilensteine des „Masterplan 100% Klimaschutz“ aus dem Jahr 2012 fortgeschrieben.

Basisdaten

Region Münsterland
Regierungsbezirk Münster
Einwohnerzahl 447.823 (Stand: 30.06.2019)
Fläche 1793 km²
Stadt- bzw. Ortsteile 24

Thematischer Schwerpunkt

  • Zivilgesellschaftliches Engagement 
  • Netzwerk- und Prozessmanagement
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Nachhaltigkeit
  • Erneuerbare Energien
  • Energieeffizienz
  • Gebäudesanierung
  • Quartiersmanagement
  •  Klimafreundliche Mobilität
  •  Wasserstoff
  •  Bildung für Nachhaltigkeit
  •  Klimafolgenanpassung
  •  Stärkung der lokalen Wertschöpfung
Besonderes Projekt:
(M)eine für immer: Plastiktütenfreier Kreis Steinfurt
Der Deutschen Umwelthilfe zufolge, benutzt jeder Bundesbürger 45 Plastiktüten pro Jahr, auf den Kreis Steinfurt hochgerechnet, bedeutet das 1,5 Mio. Plastiktüten. Bei der Herstellung wird Erdöl benötigt und bei der Entsorgung in die Umwelt haben wir mit Treibhausgasemissionen und Mikroplastik zu kämpfen.

Seit April 2016 sorgen daher Kampagnen und Projektideen in Schulen und Kitas für die Umsetzung eines plastiktütenfreien Kreises Steinfurt und seiner 24 Städte und Kommunen. Die Öffentlichkeitsarbeit reicht von Verteilaktionen von Mehrwegtaschen an Weihnachtsmärkten bis hin zu Malaktionen mit Stofftaschen in Schulen und Kindergärten.

Ein besonderes Projekt findet in der Textilwerkstatt von Camphill Sellen statt. Dort, wo bekanntermaßen Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind, werden alte Oberhemden, in beeindruckender Handarbeit, in individuelle Mehrweg-Einkaufstaschen verwandelt.

Mehr Informationen

Dipl.-Ing. Christian Tögel
Leiter Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455234
toegel@energieagentur.nrw

Isabell Engel M. A.
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
Wissensmanagement

EnergieAgentur.NRW
0202 24552794
engel@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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