Klimaschutz » Klimaschutz in Kultureinrichtungen

Klimaschutz wird auch für immer mehr Kultureinrichtungen zu einem wichtigen Thema. 
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Information

Klimaanpassung

Hitzewellen, Dürresommer und Starkregenereignisse – die Anpassung an die Folgen des Klimawandels wird immer wichtiger, das haben nicht zuletzt die Sommer der vergangenen beiden Jahre eindrücklich gezeigt. Im Zeitraum von 1881 bis zum Jahr 2018 ist die durchschnittliche Temperatur in Deutschland bereits um 1,5°C angestiegen. Das Ganze hat Auswirkungen, mit denen die Gesellschaft schon heute und auch zukünftig wird umgehen müssen.

Auch in NRW ist der Klimawandel längst angekommen und stellt die hiesigen öffentlichen und privatwirtschaftlichen Einrichtungen, wie Museen, vor die Herausforderung, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und Vorsorge zu leisten. Die Anpassung an den Klimawandel lässt sich in das alltägliche Handeln integrieren und damit verstetigen.

  1. Sommerliche Hitzebelastung abfedern

  2. Gefährung durch Starkregen erkennen und reduzieren

Sommerliche Hitzebelastung abfedern

Darum geht es

Der Klimawandel ist auch bei uns in Deutschland bereits heute spürbar. Eine der Folgen ist die steigende Zahl von Sommer- oder Hitzetagen und damit verbunden vermehrte Hitzewellen. An Hitzetagen verändern Menschen möglichweise ihr Freizeitverhalten und wählen vorrangig Orte, die ein angenehmes Außen- und vor allem Innenklima erwarten lassen.

Kühle Orte laden Gäste an Sommertagen zum Verweilen und Erholen ein.
Foto: Schwoaze / Pixabay
Kühle Orte laden Gäste an Sommertagen zum Verweilen und Erholen ein.
Foto: Schwoaze / Pixabay
Gelingt es, die Hitzebelastung in Ihrem Haus so gering wie möglich zu halten, wird Ihr Museum auch an heißen Tagen ein gern besuchter Ort bleiben.
 
Durch gezielte Maßnahmen rund ums Museum machen Sie Ihr Haus an heißen Tagen außerdem zu einem attraktiven Ort für Passanten.

Das ist konkret zu tun

  • Analysieren Sie die Hitzebelastung Ihres Standortes z. B. über die Klimaanalyse NRW und klären Sie den Handlungsbedarf ggf. auch anhand der Besucherzahl an Hitzetagen der vergangenen Jahre oder von Besucherrückmeldungen.
  • Besonders wirksam sind bauliche Maßnahmen zum Hitzeschutz. Lassen Sie folgende Maßnahmen prüfen und in die künftige Sanierungsplanung einfließen:
    • Außenliegender Sonnenschutz und Verschattungselemente
    • Gebäudedämmung
    • Helle Oberflächen an Fassaden und auf Dachflächen
    • Passive Kühlung oder Kühlung über Wärmepumpe, die mit PV-Strom betrieben wird
    • Energieeffiziente LED-Beleuchtung und Medientechnik
  • Vermeiden Sie Überhitzung im Bestand durch folgende Sofortmaßnahmen:
    • Aktivieren Sie Sonnenschutz an Fenstern frühzeitig.
    • Reduzieren Sie interne Wärmequellen indem Sie den Einsatz von Beleuchtung, Elektrogeräten und Medientechnik zeitlich begrenzen.
    • Sorgen Sie für eine effektive Nachtlüftung - sofern Sicherheitsbelange nicht entgegenstehen. 
    • Begrünen Sie den Innenraum – sofern konservatorische Belange nicht entgegenstehen.
  • Verbessern Sie das lokale Kleinklima durch Wasserflächen, schattenspendende Bäume, begrünte Dächer und Fassaden oder die Entsiegelung grauer Flächen. Dies verschattet Ihr Gebäude, bewirkt Verdunstungskühlung und fördert nebenbei die Biodiversität.
  • Richten Sie im Außenraum verschattete Aufenthalts- oder Sitzbereiche ein.

 Weitere Aktionen für Hitzetage

  • Stellen Sie Trinkwasser für Besucherinnen und Besucher zur Verfügung. 
  • Machen Sie kühle Foyers als Erholungsraum für alle Bürgerinnen und Bürger als sog. „Cooling Center“ zugänglich.
  • Verschieben oder erweitern Sie die Öffnungszeiten in angenehmere Abendstunden z. B. als „(b)lauer Sommerabend im Museum“.

Diese Personen sind beteiligt

Leitung, Mitarbeitende, Öffentlichkeitsarbeit, Bauabteilung (ggf. Fachplaner)

AUFWAND
Zeit Kosten
Je nach Maßnahme von sehr kurzfristig bis langfristig umzusetzen Je nach Maßnahme

Arbeitshilfen, Links, Vorlagen

 
Gefährdung durch Starkregen erkennen und reduzieren

Darum geht es

Der Klimawandel macht sich in Deutschland beispielsweise durch häufigere und intensivere lokale Starkregenereignisse bemerkbar als noch vor wenigen Jahrzehnten. Vor allem wild abfließendes Oberflächenwasser kann zu großen Schäden an Gebäuden führen und betrifft längst nicht nur flussnahe Standorte oder Muldenlagen. Für Museen mit historischer Bausubstanz oder wertvollen Exponaten ist eindringendes Wasser eine besonders große Gefahr.

Begrünte Flachdächer und Fassaden halten Niederschlagswasser zurück und verbessern das Kleinklima. 
Foto: Chuttersnap/Unsplash
Begrünte Flachdächer und Fassaden halten Niederschlagswasser zurück und verbessern das Kleinklima.
Foto: Chuttersnap/Unsplash

Wichtig dabei

Regenwasser kann bei Unwettern nicht nur durch Türen und Fenster eindringen sondern auch über das Kanalnetz. Eine differenzierte Gefährdungsprüfung mit Unterstützung durch Fachleute beispielsweise aus der Kommune ist hier sinnvoll (Niederschlagswassermanagement).

Das ist konkret zu tun

  •  Prüfen Sie die Starkregengefährdung des Standortes (Mulden- oder Hanglagen, Nähe zu Fließgewässern) – ggf. anhand kommunaler Starkregengefahrenkarten.
  • Prüfen Sie den Versicherungsschutz. Schäden durch Überflutung nach Starkregen übernimmt eine Elementarschadensversicherung. 
  • Schützen Sie das Gebäude gegenüber Oberflächenwasser, indem die Kellerschächte gesichert und erhöht und ggf. Tiefgaragen mit Fluttoren gesichert werden.
  • Lassen Sie die Regenentwässerung regelmäßig warten und die Entwässerung ggf. neu dimensionieren. Evtl. sind zusätzliche Notüberläufe sinnvoll.
  • Schützen Sie das Gebäude mit Rückstauklappen vor eindringendem Wasser aus dem Kanalnetz. 
  • Bei hoher Gefährdung schützen Sie Ihr Haus auch passiv:
    • Verlegen Sie Versorgungsanlagen vom Keller in andere Gebäudeteile. 
    • Lagern Sie keine wertvollen Exponate im Keller. 
    • Halten Sie Pumpen bereit. 
  • Setzen Sie Maßnahmen an den Außenanlagen um: Dies hält Niederschlagswasser zurück und verbessert gleichzeitig das lokale Kleinklima.
    • Begrünen Sie Flachdächer und Fassaden.
    • Öffnen und begrünen Sie graue Flächen zur besseren Versickerung von Niederschlägen.
    • Legen Sie auf großen Außenflächen Mulden zur Versickerung an (sog. Rigolen). 
    • Fangen Sie Niederschlagswasser in Zisternen auf. Das entlastet die Kanalisation und in Trockenzeiten steht Wasser zur Bewässerung der Grünanlagen zur Verfügung.

Diese Personen sind beteiligt

Mitarbeitende, Gebäudemanagement, ggf. Fachplaner, Tiefbau- bzw. Stadtplanungsämter

AUFWAND
Zeit Kosten
Prüfung wenige Tage, Maßnahmenplanung und Umsetzung mehrere Monate Für Planung und ggf. Baumaßnahmen

Arbeitshilfen, Links, Vorlagen

Dipl.-Ing. Christian Dahm
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455243
dahm@energieagentur.nrw

Dipl.-Ing. Sabine Jellinghaus
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202-24552-799
Jellinghaus@energieagentur.nrw
XING

Nils Krüger
Klimaschutz und Energieeffizienz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455253
krueger@energieagentur.nrw
XING

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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