Klimaschutz » Fokus Haushalt

Schaltbare Steckerleiste hilft beim Stromsparen.
Foto: iStock, himbeertoni
/solarenergie/dreamteam_photovoltaik_und_stromspeicher_video

Heizen & Lüften

Warmwasser

„Zwei Fliegen mit einer Klappe“

Das Erwärmen des Wassers für Küche und Bad erfordert viel Energie: Wird das Wasser in einem Haushalt durch die Heizung erwärmt, kann der Bereich „Warmwasser“ bis zu 15 % des gesamten Heizenergieverbrauchs ausmachen. Wenn das Wasser elektrisch erwärmt wird (zum Beispiel mit Hilfe eines Durchlauferhitzers), entfällt auf das Warmwasser durchschnittlich sogar mehr als ein Viertel (27 %) des gesamten Stromverbrauchs. Unabhängig von der Art der Warmwasserbereitung gilt: Wer seinen Warmwasserverbrauch senkt, reduziert sowohl den Wasser- als auch den Energieverbrauch.

Das Reduzieren des Warmwasserverbrauchs zahlt sich doppelt und dreifach aus: Der Wasserbrauch und der Energieverbrauch sinken und die Kohlendioxid-Bilanz wird verbessert.
Bild: Pixabay
Das Reduzieren des Warmwasserverbrauchs zahlt sich doppelt und dreifach aus: Der Wasserbrauch und der Energieverbrauch sinken und die Kohlendioxid-Bilanz wird verbessert.
Bild: Pixabay

Tipps für die energiebewusste Warmwassernutzung

  • Aus Sicht des Energiesparens und aus finanzieller Sicht ist das Duschen eindeutig besser als das Baden: Im Vergleich zu einem Vollbad spart das Duschen etwa zwei Drittel Wasser, Energie und Geld. Wer allerdings beim Duschen das Wasser länger als zehn Minuten laufen lässt, kann sogar den Wasserverbrauch eines Bades toppen.
  • Duschen dauert durchschnittlich 5 Minuten. Wenn Sie Ihr Zeitgefühl sensibilisieren möchten, empfiehlt sich eine „Duschuhr“ – ähnlich der Sanduhr beim Zähneputzen.
  • Gute Sparduschköpfe sparen im Vergleich zu herkömmlichen Duschköpfen bis zu 60 % Wasser, ohne dass Sie beim Duschen auf Komfort verzichten müssen; das gleiche gilt für Strahlregler an Wasserhähnen.
  • Wenn Sie beim Duschen das Wasser nicht durchlaufen lassen, sondern beim Einseifen und Shampoonieren zudrehen, reduzieren Sie den Wasser- und Energieverbrauch um bis zu 50 %.
  • Das Wasser sollte immer nur so stark wie nötig erwärmt werden: In einem Warmwasserspeicher sind 60 °C sinnvoll, beim Durchlauferhitzer sind 38 °C ein guter Richtwert. Dann müssen Sie nicht lange mit dem Hebel spielen, bis das warme Wasser eine angenehme Temperatur zum Duschen hat.
  • Wer kaltes anstelle von warmem Wasser nutzt, senkt seinen Energieverbrauch ebenfalls. Zähneputzen und Händewaschen zum Beispiel können Sie auch mit Kaltwasser. Und um nicht versehentlich Warmwasser zu zapfen, ohne es zu nutzen, drehen Sie den Hebel der Mischbatterie Ihres Waschbeckens immer nach rechts.

Wer länger als zehn Minuten duscht, kann den Warmwasserverbrauch eines Vollbads toppen.
Bild: Pixabay
Wer länger als zehn Minuten duscht, kann den Warmwasserverbrauch eines Vollbads toppen.
Bild: Pixabay

Zirkulationspumpe und Warmwasserboiler

  • Wenn Sie eine Warmwasserzirkulationspumpe haben, können Sie diese Pumpe durch eine Zeitschaltuhr steuern: So verhindern Sie, dass die Zirkulationspumpe nachts oder auch tagsüber unnötig läuft, wenn niemand zuhause ist.
  • Schalten Sie den Warmwasserboiler ab, wenn Sie längere Zeit nicht zuhause sind, zum Beispiel, weil sie in den Urlaub fahren. Beim Einschalten des Boilers nach dem Urlaub sollten Sie das Wasser im Speicher jedoch zum Schutz vor Legionellen auf 60 °C erhitzen.

Heizungssanierung und Durchlauferhitzer

In vielen Gebäuden erfolgt die Warmwasserbereitung zum Duschen und Baden nicht über die Heizung, sondern mithilfe von elektrischen Durchlauferhitzern. Den meist niedrigen Investitionskosten stehen hohe Betriebskosten gegenüber – denn Strom ist etwa fünfmal so teuer wie Gas.

Es empfiehlt sich, die Warmwasserbereitung umzustellen, wenn sie mithilfe von Strom erfolgt und der Heizkessel ohnehin erneuert wird.
Bild: Pixabay
Es empfiehlt sich, die Warmwasserbereitung umzustellen, wenn sie mithilfe von Strom erfolgt und der Heizkessel ohnehin erneuert wird.
Bild: Pixabay

  • Bei einer Kesselerneuerung sollten Hauseigentümer daher durch einen Fachhandwerker prüfen lassen, wie hoch der finanzielle Mehraufwand ist, wenn sie auf eine zentrale Warmwasserbereitung umstellen: eine Kombination aus modernem Heizungskessel und indirekt beheiztem Warmwasserspeicher. Ob auch das Warmwasser für die Küche daran angeschlossen werden soll, hängt von der Leitungsführung ab.
  • Die Verluste der Warmwasserbereitung lassen durch das Dämmen der Rohrleitungen und durch eine gute Speicherdämmung senken.
  • Der Energiebedarf für die Warmwasserbereitung kann sich bei schlecht geregelten, älteren Zirkulationspumpen mehr als verdoppeln. Deshalb ist der Einbau von hocheffizienten Pumpen in Verbindung mit intelligenten Regelungen besonders empfehlenswert.

Austausch der Gasetagenheizung mit elektrischer Warmwasserbereitung

Doch nicht nur Eigentümern, auch Mietern kann sich unter Umständen die Gelegenheit bieten, die ineffiziente und teure Warmwasserbereitung mit Strom abzuschaffen. Falls in einer Wohnung mit elektrischer Warmwasserbereitung der Austausch der Gasetagenheizung ansteht, sollte der Mieter das Gespräch mit dem Vermieter suchen: Wenn die Heizung ohnehin ausgetauscht werden muss, kann der Mieter seinem Vermieter vorschlagen, einen Heizkessel einzubauen, der auch das Warmwasser liefert.

Manch ein Vermieter kann sich durchaus für diesen Vorschlag erwärmen – vorausgesetzt, der Mieter beteiligt sich an den Mehrkosten für einen Heizkessel mit Warmwasserbereitung. Wenn ein Mieter zum Beispiel die Summe, die er in einem Jahr für die elektrische Warmwasserbereitung bezahlen muss, zur Abschaffung des Durchlauferhitzers beisteuert, profitieren Mieter, Vermieter und die Umwelt: Der Mieter senkt seine Stromkosten, die Mietwohnung erfährt eine Wertsteigerung, und die Umwelt profitiert von den geringeren Kohlendioxid-Emissionen des nicht mehr elektrisch, sondern durch die Heizung erwärmten Brauchwassers.

Grundsätzlich steht auch Mietern die Möglichkeit offen, die elektrische Warmwasserbereitung abschaffen zu lassen, wenn ein Heizungstausch ansteht.
Bild: Pixabay
Grundsätzlich steht auch Mietern die Möglichkeit offen, die elektrische Warmwasserbereitung abschaffen zu lassen, wenn ein Heizungstausch ansteht.
Bild: Pixabay

Mit dem Stromcheck für Haushalte“ können interessierte Verbraucher herausfinden, wie viel Strom sie in welchem Bereich ihres Haushalts in etwa verbrauchen. So erfahren sie zum Beispiel (überschlägig) auch, wie viel Kilowattstunden und Euro sie jährlich für ihre elektrische Warmwasserbereitung aufwenden müssen.

Dipl.-Päd. Tom Küster
Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
0202 2455223
kuester@energieagentur.nrw
XING

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.