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Schaltbare Steckerleiste hilft beim Stromsparen.
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Heizen & Lüften

Heizung

„Eine Frage der Einstellung“

Obwohl nicht das ganze Jahr lang geheizt werden muss, entfallen auf das Heizen rund 70 % des Energieverbrauchs im Bereich Wohnen. Deshalb macht es sich bezahlt, nicht nur beim Strom, sondern auch beim Heizen und Lüften ein paar Tricks und Tipps zu beachten. Denn unabhängig von Alter und Qualität zum Beispiel der Heizungsanlage und Fenster können bereits kleine Verhaltensänderungen große Effizienzgewinne bringen.

Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch das Verhalten seiner Bewohner beeinflusst den Heizenergieverbrauch.
Bild: Pixabay
Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch das Verhalten seiner Bewohner beeinflusst den Heizenergieverbrauch.
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Tipps für das energiebewusste Heizen

  • Schon wenige Grad Celsius machen beim Energieverbrauch einen großen Unterschied: Jedes zusätzliche Grad erhöht den Wärmeverbrauch um 6 %. Stellen Sie deshalb die Temperaturen so niedrig ein wie möglich, dass es für Sie aber immer noch angenehm ist. Im Wohnbereich reichen meist 20 bis 22 °C, in der Küche für gewöhnlich 18 bis 19 und im Schlafzimmer 17 bis 18 °C. Im Badbereich darf es ruhig etwas wärmer sein, hier sind 22 °C ideal.
  • Zum Aufheizen der Wohnräume sollten Sie die Thermostatventile nicht höher als auf die gewünschte Temperaturstufe einstellen: Stellen Sie die Ventile auf eine höhere Stufe (zum Beispiel auf 5 statt auf 3), wird es nicht schneller warm, sondern am Ende wärmer!

„Voll auf“ heißt nicht „schneller warm“ – Funktionsweise von Thermostatventilen

Ein Thermostatventil funktioniert nicht wie ein Wasserhahn: Das Drehen am Thermostatkopf hat keine direkte Auswirkung auf den Warmwasserdurchfluss, vielmehr wird mit dem Ventil eine Raumtemperatur vorgegeben. Das Heizungsventil sollte deshalb immer auf die gewünschte Temperaturstufe eingestellt werden: Liegt die Raumtemperatur darunter, öffnet sich das Ventil automatisch – und bleibt solange geöffnet, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist; dann schließt es selbsttätig, und auch das Halten der Temperatur erfolgt automatisch. Wenn man also ein Thermostatventil voll aufdreht, wird es nicht schneller warm, sondern wärmer. (In dem Erklärstück „Wie funktioniert ein Thermostatventil“ der EnergieAgentur.NRW finden sich ausführliche Informationen inklusive einer Schemazeichnung und grundsätzlicher Hinweise zu verschiedenen Erklärfilmen im Internet.)

Jedes Grad Celsius über der empfohlenen Raumtemperatur erhöht den Wärmeverbrauch um 6%.
Bild: panthermedia
Jedes Grad Celsius über der empfohlenen Raumtemperatur erhöht den Wärmeverbrauch um 6%.
Bild: panthermedia

  • Wenn es in einem Raum einmal zu warm wird, sollten Sie, anstatt zu lüften, lieber die Heizungsventile niedriger einstellen: Das Lüften soll für frische Luft sorgen; es dient nicht dazu, die Temperatur in einem Raum zu regulieren.
  • Heizkörper sollten nicht hinter Vorhängen oder gar Möbeln „versteckt“ werden: Wenn Heizkörper nicht frei stehen, können sie die Wärme nicht optimal in den Raum abgeben – dies erhöht den Wärmeverbrauch. Auch die Ventile sollten nicht durch Vorhänge o.ä. verdeckt werden.
  • Räume mit niedrigen Innentemperaturen wie etwa der Flur sollten nicht durch geöffnete Türen von beheizten Räumen wie dem Wohnzimmer „temperiert“ werden. Hier gilt: Türen zu wenig beheizten Räumen geschlossen halten und nur bei einer Querlüftung öffnen.
  • Weil nachts tiefere Außentemperaturen herrschen,  verbraucht das Warmhalten der Wohnung über Nacht mehr Energie. Darum empfiehlt es sich, die Heizung nachts um drei bis fünf Grad Celsius herunterzudrehen („Nachtabsenkung“), das entspricht bei Thermostatventilen ungefähr anderthalb Temperaturstufen. Kühler sollte es über Nacht nicht sein, da das Wiederaufheizen der Räume am nächsten Tag sonst zu viel Energie benötigt.
  • Das Schließen der Rollläden über Nacht verringert die Wärmeverluste durch das Fenster um rund 20 %. Geschlossene Vorhänge verstärken diesen Effekt und helfen ebenfalls, die Heizkosten gering zu halten.
  • Schließlich hilft auch das regelmäßige Entlüften der Heizkörper jeweils zu Beginn einer Heizperiode, den Energieverbrauch zu senken.

Tipps für Heimwerker

  • Wenn sich die Heizkörper in den Nischen unter den Fenstern befinden, sind die dahinter liegenden Wände oft nicht besonders massiv – und aufgrund dieser dünnen Wände geht Heizenergie verloren. Um diese Wärmeverluste zu verringern, können Sie hinter jedem Heizkörper eine Dämmplatte auf die die Innenseite der Außenwand kleben. Das erforderliche Material erhalten Sie im Baumarkt; die Platte müssen Sie dann nur auf die richtige Größe zuschneiden und mit einem geeigneten Kleber an der Wand fixieren. (Wenn zwischen Heizkörper und Wand nur ein schmaler Spalt liegt, können Sie statt der Dämmplatte auch eine dünne Dämm- bzw. Reflektorfolie aufkleben.)

Durch Verhaltensänderungen und Hilfsmittel wie Dämmrohre für die Heizungsrohre kann der Wärmeverbrauch deutlich gesenkt werden.
Bild: panthermedia
Durch Verhaltensänderungen und Hilfsmittel wie Dämmrohre für die Heizungsrohre kann der Wärmeverbrauch deutlich gesenkt werden.
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  • Ob es im Zimmer zieht, können Sie mithilfe eines angezündeten Teelichts leicht überprüfen: Fängt die Flamme an zu flackern, wenn Sie das Teelicht am Fenster aufstellen, ist das ein Hinweis auf möglicherweise defekte Gummidichtungen oder Schaumdichtungsbänder. Wenn diese kaputt sind, entsteht ein unangenehmer Durchzug, und Wärme geht verloren. Das Dichtungsmaterial ist ebenfalls im Baumarkt erhältlich und lässt sich problemlos in Eigenregie aufbringen. (Bei Doppelkastenfenstern sollten Sie allerdings ausschließlich die inneren Flügel abdichten, damit sich zwischen den Flügeln kein Kondenswasser bildet.)
  • Nicht isolierte Heizungsrohre verursachen beim Heizen ebenfalls Energieverluste, und auch hier können Sie mit einfachen Mitteln die Heizkosten reduzieren: mit Dämmrohren zum Überstülpen über die Heizungsrohre aus dem Baumarkt. Dabei gibt die Dicke der Heizungsrohre Aufschluss über die benötigte Stärke des Dämmmaterials: Der lichte Innendurchmesser des Rohres und die Dicke der Dämmschicht sollten einander ungefähr entsprechen. Die Dämmrohre müssen Sie dann zu Hause auf das richtige Maß zuschneiden und mit Klebeband befestigen. Um die bestmögliche Dämmwirkung zu erzielen, sollten die einzelnen Dämmteile lückenlos aneinander anschließen.

Dipl.-Päd. Tom Küster
Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
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