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Mobilität

Fahrrad, E-Bike & Pedelec

Mit Spaß schnell und günstig, gesund und umweltfreundlich unterwegs

In der Stadt kommt man mit dem Fahrrad zumeist schneller von A nach B als mit dem Auto.
Foto: Pixabay
In der Stadt kommt man mit dem Fahrrad zumeist schneller von A nach B als mit dem Auto.
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Das Fahrrad ist im städtischen Straßenverkehr auf vielen Strecken das schnellste Verkehrsmittel. Außerdem sind die Kosten auch für ein gut gewartetes Fahrrad sehr gering. Das Radeln fördert die Gesundheit, es macht Spaß und schont die Umwelt. Auch entfällt beim Fahrrad die leidige Parkplatzsuche, und das Abstellen des „Drahtesels“ ist – anders als beim Auto – grundsätzlich gebührenfrei. Gute Gründe, (sich) auf das Fahrrad zu setzen.

„Fahrrad-Boom“ in Deutschland

Die zahlreichen Vorteile des Fahrradfahrens sind so überzeugend, dass sich immer mehr Verkehrsteilnehmer aufs Rad schwingen – nicht nur, um sich in ihrer Freizeit zu bewegen, sondern beispielsweise auch, um Einkäufe zu erledigen oder gar zur Arbeit zu fahren. Das Statistische Bundesamt spricht gar von einem seit Jahren anhaltenden „Fahrrad-Boom in Deutschland“, der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) liefert die dazugehörigen Zahlen: Im Jahr 2018 wurden deutschlandweit knapp 4,2 Mio. Fahrräder und E-Bikes verkauft, das waren fast 9 % mehr als im Vorjahr.

Leih- und „Leasingräder“

Weil es mittlerweile verschiedene Anbieter von Leihrädern gibt, ist man in vielen Städten auch ohne eigenen Drahtesel emissionsfrei unterwegs. Foto: Pixabay)
Weil es mittlerweile verschiedene Anbieter von Leihrädern gibt, ist man in vielen Städten auch ohne eigenen Drahtesel emissionsfrei unterwegs. Foto: Pixabay)
Auch ohne eigenes Rad können die Menschen in vielen Städten einen „Drahtesel“ nutzen, da es mittlerweile verschiedene Anbieter von Leihfahrrädern gibt. So bietet die Deutsche Bahn mit „Call a bike“ in vielen deutschen Großstädten Leihräder an, die der Kunde via Smartphone buchen kann; dabei kooperiert die DB in vielen Städten mit namhaften Partnern wie zum Beispiel Ford. Die 2004 in Leipzig gegründete nextbike GmbH betreibt in mehr als 50 deutschen Städten und 24 Ländern öffentliche, stationsbasierte Fahrradverleihsysteme, der Nutzer kann via App, Bike-Computer, Terminal oder Hotline ein Fahrrad ausleihen. Auch ausländische Unternehmen tummeln sich auf dem bundesweiten Markt der Leihfahrräder, auf dem man schon für 5 Euro pro Tag  ein Rad ausleihen kann.

Doch nicht nur Leihräder, sondern auch „Leasingräder“ sind mittlerweile in vielen deutschen Städten zu finden: Das Geschäftsmodell des niederländischen, derzeit sehr expansiven Anbieters Swapfiets (deutsch in etwa: „Wechselfahrrad“) basiert auf der Idee, Räder gegen einen festen Monatsbeitrag über längere Zeiträume zu vermieten. Die Gebühren für die Fahrräder, deren Erkennungszeichen der himmelblaue Mantel am Vorderrad ist, sind je nach Region unterschiedlich, liegen aber zumeist unter 20 Euro monatlich; dabei sind Reparaturen inklusive. Wer sich also mittelfristig kein eigenes hochwertiges Fahrrad anschaffen kann oder möchte und dennoch klimafreundlich unterwegs sein will, muss seinen Drahtesel nicht mehr – vergleichsweise teuer – täglich mieten, sondern kann sein Fahrrad nun auch mittel- bis langfristig und monatlich kündbar abonnieren.

Auf der Überholspur: E-Bike und Pedelec

Doch nicht nur das klassische Fahrrad erfreut sich wachsender Beliebtheit: Für den deutschlandweiten Fahrrad-Boom sorgen in erster Linie E-Bikes und Pedelecs („Pedal Electric Cycle“) – Elektrofahrräder, bei denen ein Pedaldruck des Fahrers nicht erforderlich ist, um den Elektroantrieb zuzuschalten (E-Bike), oder bei denen der Fahrer nur dann von einem Elektromotor unterstützt wird, wenn er in die Pedale tritt (Pedelec).

Noch vor fünf Jahren war die Anzahl der Pedelecs in den Haushalten Deutschlands so niedrig, dass sie vom Statistischen Bundesamt nicht einmal ausgewiesen wurde; im Jahr 2018 dagegen rollten bereits 3,8 Mio. Pedelecs auf deutschen Straßen. Hieran hat vor allem das Jahr 2018 großen Anteil: Nach Angaben des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) wurden allein 2018 insgesamt 980.000 E-Bikes und Pedelecs in Deutschland verkauft, das entspricht einem Plus von 36 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit beträgt der Anteil der Elektroräder am Gesamtfahrradmarkt bereits fast ein Viertel (23,5 %).

Elektrofahrräder gibt es in vielfältigen Designs, mitunter ist der Akku auf den ersten Blick nicht einmal zu erkennen.
Foto: PIxabay
Elektrofahrräder gibt es in vielfältigen Designs, mitunter ist der Akku auf den ersten Blick nicht einmal zu erkennen.
Foto: PIxabay

Wer sich dazu entschließt, ein Fahrrad mit Elektromotor einmal auszuprobieren, erkennt schnell die Vorzüge von E-Bike und Pedelec: Sie bringen ihren Fahrer schneller und mit weniger Kraftaufwand als das herkömmliche Fahrrad ans Ziel. Das bedeutet, dass man mit einem Elektrofahrrad auch solche Ziele ansteuern kann, die man mit dem klassischen Rad nicht erreicht, weil die Entfernung zu groß oder der Kraftaufwand zu hoch ist – zum Beispiel in hügeligen Gegenden, die man am Wochenende erkundet. Der Vorteil des anstrengungslosen Radelns hat auch dazu geführt, dass E-Bikes schon früh in der Generation 65 plus sehr beliebt waren (Statistisches Bundesamt).

Exkurs: Versicherungsschutz prüfen!

Für Pedelecs gibt es keine Versicherungspflicht, ebenso wenig wie für Fahrräder. Daher benötigen Pedelec-Fahrer – wie auch Fahrradfahrer im Allgemeinen – einen hohen privaten Haftpflichtschutz, um etwaige Unfallopfer entschädigen zu können. Denn wenn man einen Unfall verursacht und Personen zu Schaden kommen, kann es sehr schnell sehr teuer werden. Die Verbraucherzentrale beispielsweise empfiehlt für die Privathaftpflicht eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro – besser mehr. Zahlreiche, teilweise sogar günstige Versicherer bieten auch höhere Summen bis hin zur unbegrenzten Deckung an.

Stichwort „Versicherung“: Neben einer ausreichenden Privathaftpflicht sollten die Besitzer von hochwertigen E-Bikes und Pedelecs auch eine Diebstahlversicherung abschließen, deren Prämie sich grundsätzlich nach dem Neuwert des Zweirads richtet. Mittlerweile gibt es spezielle Fahrradpolicen, die mehr bieten als nur den reinen Diebstahlschutz, wie zum Beispiel auch den Schutz gegen Vandalismus; bei Elektrofahrrädern kann der teure Akku ebenfalls mitversichert werden. Das Magazin ÖKO-TEST hat im Sommer 2019 verschiedene Versicherungsangebote für Pedelecs geprüft und wertvolle Hinweise für deren optimalen Schutz zusammengestellt.

‚My Bike‘, ‚Mountain-Bike‘, ‚Bike & Travel‘, ‚Radtouren‘ & Co. – der gut sortierte Zeitschriftenhandel bietet eine Vielzahl von Magazinen über Spezialthemen des Fahrradfahrens.
Foto: Tom Küster
‚My Bike‘, ‚Mountain-Bike‘, ‚Bike & Travel‘, ‚Radtouren‘ & Co. – der gut sortierte Zeitschriftenhandel bietet eine Vielzahl von Magazinen über Spezialthemen des Fahrradfahrens.
Foto: Tom Küster

Professionelle Biking-Community

Die Tatsache, dass verschiedene Versicherer mittlerweile spezielle, eigens auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern zugeschnittene Policen anbieten, deutet es bereits an: In Deutschland hat sich für das Radfahren („Biking“) in den letzten Jahren eine professionelle Community entwickelt, die keine Wünsche offen lässt. Diese Biking-Community umfasst neben innovativen Herstellern und etablierten Händlern unter anderem regelmäßig erscheinende Fachmagazine, kompetente Websites und sehr informative Blogs. Daher seien abschließend ein paar ausgewählte Veröffentlichungen der Biking-Community vorgestellt.

Fahrrad.de

Diese Internetpräsenz der internetstores GmbH in Stuttgart bietet „News und Infos von Radfahrern für Radfahrer“. Wer sich von der etwas unübersichtlichen Startseite nicht abschrecken lässt, kann in einem großen Wissensfundus stöbern. Besonders hervorzuheben ist die Wahl der Fahrrad-Blogs des Jahres, die von dieser Website seit 2015 in verschiedenen Kategorien initiiert wird (und zu der nur Blogs ohne unternehmerische Ziele zugelassen werden). Zu den Wettbewerbskategorien zählen unter anderem „Bikepacking & Radreisen“, „Mountainbike“, „Allrounder“ und „E-Bike & Pedelec“. Da die Website nicht nur die drei Gewinner, sondern mindestens die Top 50 Fahrrad-Blogs des Jahres aufführt und diese sogar archiviert, findet der interessierte Radler hier die Links zu einer Vielzahl von spannenden Blogs der letzten Jahre zu jedem erdenklichen Thema.

Das märchenhaft-opulente Château de Chambord in der Nähe von Blois ist ein Highlight des wunderschönen Radwegs entlang der Loire. Foto: Pixabay
Das märchenhaft-opulente Château de Chambord in der Nähe von Blois ist ein Highlight des wunderschönen Radwegs entlang der Loire. Foto: Pixabay

App von komoot

Die App „komoot“ der Potsdamer komoot GmbH ist eine der führenden Apps für Outdoor-Entdeckungen mit dem Rad (oder zu Fuß). Sie ist erhältlich bei Google Play und im App Store, der Vertriebsplattform von Apple. Der Nutzer kann Einzelregionen (etwa für einmalige Städtetrips), Regionen-Pakete (für mehrere Regionen in einer Gegend) oder das weltweite Komplettpaket erwerben. Die Gültigkeit ist bei allen Paketen unbegrenzt. Die App bietet sowohl eine Vielzahl fertiger Tourenvorschläge und einen durchdachten Routenplaner für individuelle Radabenteuer als auch eine punktgenaue Sprachnavigation, akkuschonende Offline-Karten und unbegrenzte gratis Karten-Updates.

Das ehemalige Städtische Elektrizitäts- und Wasserwerk in Dömitz, Mecklenburg-Vorpommern liegt direkt am 1.220 km langen Elbe-Radweg, der von Prag über Magdeburg nach Cuxhaven führt.
Foto: EnergieAgentur.NRW,  Tom Küster
Das ehemalige Städtische Elektrizitäts- und Wasserwerk in Dömitz, Mecklenburg-Vorpommern liegt direkt am 1.220 km langen Elbe-Radweg, der von Prag über Magdeburg nach Cuxhaven führt.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Tom Küster

Radtourenbücher

Zahlreiche Radtouren in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und vielen weiteren Ländern – mit „bikeline“ bietet der Verlag Esterbauer eine umfangreiche Reihe von erstklassig recherchierten Radtourenbüchern. Laut Verlag wurde jeder beschriebene Meter von einem der Redakteure vor Ort abgefahren und auf seine Fahrradtauglichkeit geprüft. In den Textteilen der Tourenbücher finden sich präzise Streckenbeschreibungen, und auf die speziellen Bedürfnisse von Radfahrern abgestimmte, exakte Landkarten gewährleisten die Orientierung: Die Karten informieren über Straßenbelag, Streckenlänge, Steigungen und vieles mehr. Ein besonderes Merkmal der bikeline-Tourenbücher ist das Querformat, ideal für die Lenkertasche am Fahrrad.