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Schaltbare Steckerleiste hilft beim Stromsparen.
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Heizen & Lüften

Einführung

Orientierung: „Wie effizient ist mein Haushalt?“

Für Gebäude gibt es mittlerweile ebenfalls Energieeffizienzklassen, um ihren Wärmeverbrauch zu bewerten: Analog zu den sieben Stromeffizienzklassen für Privathaushalte existiert auch für den Wärmeverbrauch von Gebäuden eine Farbskala von Grün bis Rot, die es ermöglicht, den jährlichen Energieverbrauch eines ganzen Gebäudes für Heizung und Warmwasser einer Effizienzklasse von A+ bis H zuzuordnen – und zwar immer dann, wenn für ein Gebäude ein Energieausweis ausgestellt wird.

Die Farbskala mit den 9 Effizienzklassen und den Heizenergieverbrauchswerten (pro Quadratmeter und Jahr) in 25er Schritten
Die Farbskala mit den 9 Effizienzklassen und den Heizenergieverbrauchswerten (pro Quadratmeter und Jahr) in 25er Schritten

Den eigenen Energiekennwert berechnen

Da die Effizienzklasse und der im Energieausweis ebenfalls angegebene, spezifische Heizenergieverbrauch (in kWh/m2*a) für das gesamte Gebäude gelten, sind sie für einen einzelnen Haushalt in einem Mehrfamilienhaus wenig aussagekräftig. Doch hier lässt sich mit einfachen Mitteln Abhilfe schaffen: Wenn man in einem Mehrfamilienhaus wohnt und die Effizienzklasse und den jährlichen Wärmeverbrauch pro Quadratmeter seiner Wohnung erfahren möchte, benötigt man nur die letzte Heizkostenabrechnung und einen Taschenrechner.

Nehmen Sie Ihre Heizkostenabrechnung zur Hand, und teilen Sie Ihren dort in Kilowattstunden angegebenen Jahresverbrauch (bspw. von Erdgas oder Fernwärme) durch die Anzahl der Quadratmeter Ihrer Wohnung. Als Ergebnis erhalten Sie den – von der Wohnungsgröße unabhängigen – Kennwert Ihres Heizenergieverbrauchs (in kWh/m2*a), den Sie mit der oben abgebildeten Farbskala vergleichen können: Der Wert von 140 kWh/m2*a steht für den Durchschnitt aller Wohngebäude; je weiter links Ihr persönlicher Energiekennwert liegt, desto besser ist Ihr Heizenergieverbrauch; je weiter rechts der Kennwert Ihrer Wohnung angesiedelt ist, desto schlechter ist sie aus energetischer Sicht einzuschätzen.

Mithilfe der aktuellsten Heizkostenabrechnung und eines Taschenrechners lässt sich schnell der spezifische Heizenergiekennwert einer Wohnung im Mehrfamilienhaus berechnen.
Bild: Pixabay
Mithilfe der aktuellsten Heizkostenabrechnung und eines Taschenrechners lässt sich schnell der spezifische Heizenergiekennwert einer Wohnung im Mehrfamilienhaus berechnen.
Bild: Pixabay

Bausubstanz und Nutzerverhalten

Ein Verbrauchskennwert hängt natürlich nicht nur vom Heizverhalten der Bewohner, sondern auch – und in erster Linie – von der Bausubstanz, der Wärmedämmung und der Heizungsanlage ab. Kurzum: Der Kennwert des Heizenergieverbrauchs wird vor allem durch das Gebäude beeinflusst. Die nachfolgende Abbildung illustriert, wie unterschiedlich die Kennwerte von verschiedenen Gebäudetypen sind: Während beispielsweise ein neues Mehrfamilienhaus (MFH, Baujahr 2018) einen Primärenergiebedarf von maximal etwa 50 kWh/m2*a haben darf (dies ist gesetzlich vorgeschrieben), kann der Kennwert eines älteren, energetisch nicht wesentlich modernisierten Mehrfamilienhauses bei 175 kWh/m2*a und höher liegen.

Die Farbskala mit den 9 Effizienzklassen, Heizenergieverbrauchswerten (pro Quadratmeter und Jahr) in 25er Schritten sowie mit der Zuordnung verschiedener Gebäudetypen
Die Farbskala mit den 9 Effizienzklassen, Heizenergieverbrauchswerten (pro Quadratmeter und Jahr) in 25er Schritten sowie mit der Zuordnung verschiedener Gebäudetypen

Der Heizenergiekennwert lässt sich demnach allein durch energiebewusstes Verhalten nicht beliebig weit verbessern. Aber: Tatsächlich können die meisten Haushalte auch ihren Wärmeverbrauch durch energiebewusstes Verhalten deutlich reduzieren – innerhalb eines bestimmten, vom jeweiligen Gebäudetyp abhängigen Bereichs der Farbskala. Wenn Sie einige der Tipps, die Sie unter den Unterpunkten zum Thema „Heizen und Lüften“ finden, beherzigen, senken Sie Ihren Wärmeverbrauch und verbessern so Ihren persönlichen Heizenergiekennwert. Gleichzeitig verringern Sie die CO2-Emissionen Ihres Haushalts und entlasten Ihre Haushaltskasse.

Dipl.-Päd. Tom Küster
Wissensmanagement
EnergieAgentur.NRW
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