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Schaltbare Steckerleiste hilft beim Stromsparen.
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Mobilität

Der eigene Pkw

Lieb und teuer

Über die Vorzüge, die Sie persönlich am eigenen Auto schätzen, wissen Sie selber am besten Bescheid. Aber was denken Sie: Wie viel Geld gibt jeder Deutsche statistisch gesehen im Laufe seines Lebens insgesamt für Kauf, Unterhalt, Wartung und Pflege seines Autos aus – also inklusive Anschaffung, Versicherung, Steuern, Benzinkosten, Reparaturen usw.?

Der Verlag Motor Presse schrieb in seinem Jahresband „Autofahren in Deutschland 2013“ (leider gibt es keinen vergleichbaren aktuelleren Report), der unter anderem auf der Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes verfasst worden war: Insgesamt geben die Deutschen in den durchschnittlich 54 Jahren ihres automobilen Lebens im Schnitt 332.000 Euro für das Auto aus – das sind Monat für Monat rund 512 Euro. Davon entfallen 116.700 Euro (35,2 %) auf die Anschaffung der Autos. Die Untersuchung zeigte außerdem, dass das Autofahren aufgrund der steigenden Kraftstoffpreise und Versicherungskosten in den Jahren zuvor immer teurer geworden war: Im Vergleich zu 1995 waren diese Kosten um rund 42 % gestiegen. Dabei war der Kraftstoff der Kostentreiber Nummer eins: Er hatte sich seit 1995 um 84 % verteuert und machte sich in der Bilanz 2013 bereits mit 78.900 Euro bemerkbar – das entsprach fast einem Viertel der Gesamtkosten (23,8 %).

Im statistischen Mittel zahlt jeder Autofahrer in Deutschland 54 Jahre lang Monat für Monat 512 Euro für das Autofahren.
Foto: Pixabay
Im statistischen Mittel zahlt jeder Autofahrer in Deutschland 54 Jahre lang Monat für Monat 512 Euro für das Autofahren.
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Wie viel Geld die Menschen in Deutschland für das Auto aufwenden, verdeutlicht auch die Verteilung der privaten Konsumausgaben: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen im Jahr 2017 durchschnittlich 14 % der gesamten Konsumausgaben der privaten Haushalte auf den Bereich „Verkehr“ – das ist genau so viel, wie die Menschen für Nahrungsmittel und Getränke ausgaben.

Tipps für das umweltbewusstere Autofahren

Unter Umständen können oder möchten Sie trotz der hohen Kosten und der schlechten Umweltbilanz des Autofahrens nicht komplett auf den eigenen Pkw verzichten – zum Beispiel weil Sie Berufspendler oder aus anderen Gründen ein Vielfahrer sind. In diesem Fall können Sie aber den Kraftstoffverbrauch und Ihre Spritkosten senken, wenn Sie die folgenden Tipps und Tricks beachten.

Kurzstrecken, Fahrgemeinschaften und unnötiger Ballast

  • Fragen Sie sich (wie es ein „kritischer Freund“ tun würde) vor allem vor kurzen Fahrten, ob Sie Ihr Auto tatsächlich brauchen oder ob Sie die kurze Wegstrecke nicht auch zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zurücklegen können – vor allem dann, wenn Sie nicht viel transportieren müssen.
  • Bilden Sie nach Möglichkeit Fahrgemeinschaften, zum Beispiel für den Weg zur Arbeit. Dies lohnt umso mehr, je länger Ihr Weg zur Arbeit ist. Wenn Sie beispielsweise täglich zu zweit ins Büro fahren, reduzieren Sie Ihre Spritkosten um die Hälfte; wenn Sie zu dritt sind, zahlen Sie für das Pendeln nur noch ein Drittel. Und ganz nebenbei schonen Sie auch Ihre Nerven, wenn Sie nicht täglich selber fahren: Fahrgemeinschaften reduzieren die Anzahl der Autos auf den Straßen und erhöhen gleichzeitig die Zahl der freien Parkplätze.
  • Verzichten Sie auf unnötigen Ballast, wie zum Beispiel den leeren Dachgepäckträger oder überflüssiges schweres Werkzeug. Unnötig transportiertes Gepäck treibt den Spritverbrauch in die Höhe, bei 100 Kilometern kann sich der Kraftstoffverbrauch durch unnötiges Gewicht und/oder den größeren Luftwiderstand schnell um einen Liter erhöhen.

Fahrgemeinschaften reduzieren die Spritkosten und Pro-Kopf-Emissionen enorm.
Foto: Pixabay
Fahrgemeinschaften reduzieren die Spritkosten und Pro-Kopf-Emissionen enorm.
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Spritsparende Fahrweise

  • Wenn Sie einen Schaltwagen besitzen, prüfen Sie Ihr Gefühl für den Druckpunkt Ihrer Kupplung: Das unmittelbare Anfahren, das Ein- und Ausparken sowie das Fahren im Stau („Stop and Go“) erfordern eine Drehzahl von nur etwa 1.000 U/min; im Idealfall sinkt die Drehzahl des Motors beim Einkuppeln und vor dem Treten des Gaspedals sogar leicht unter die Leerlaufdrehzahl. Dagegen bringen es Autofahrer mit einer geringen Sensibilität für den Druckpunkt der Kupplung auf eine vielfach höhere Drehzahl – wodurch sie den Spritverbrauch (ebenso wie die Dezibel) unnötig in die Höhe treiben.
  • Stellen Sie den Motor Ihres Autos ab, wenn Sie länger als 20 Sekunden stehen, etwa an Ampeln oder Bahnübergängen oder in Staus. Auf diese Weise lässt sich der Kraftstoffverbrauch im Stadtverkehr um bis zu 10 % senken. (Viele Neuwagen haben deshalb eine Start-Stopp-Automatik: Der Motor schaltet automatisch ab, sobald der Wagen steht und der Fahrer das Kupplungs- und das Bremspedal tritt.)
  • Fahren Sie generell spritsparend. Beim Autofahren verbraucht vor allem das häufige Bremsen und Schalten unnötig viel Kraftstoff. Daher sind Sie spritsparender und umweltschonender unterwegs, wenn Sie vorausschauend und möglichst gleichmäßig fahren, also nicht unnötig oft bremsen und wieder Gas geben. Auf gerader und übersichtlicher Strecke können Sie für eine gleichmäßige Fahrweise ggf. auch den Tempomat nutzen.
  • Fahren Sie konsequent niedertourig. Moderne Motoren laufen bei 1.500 bis 2.500 U/min am umweltfreundlichsten. Und niedertouriges Fahren schadet dem Motor nicht, spart aber bis zu 25 % Kraftstoff!
    Mit der Geschwindigkeit nehmen beim Autofahren auch der Kraftstoffverbrauch, die Kohlendioxid-Emissionen und die Ermüdungserscheinungen des Fahrers zu.
Foto: Pixabay
    Mit der Geschwindigkeit nehmen beim Autofahren auch der Kraftstoffverbrauch, die Kohlendioxid-Emissionen und die Ermüdungserscheinungen des Fahrers zu.
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  • Fahren Sie insbesondere auf Autobahnen nicht zu schnell, denn mit der Geschwindigkeit steigen auch der Spritverbrauch und die CO2-Emissionen rapide an. Nebenbei bemerkt ist das Fahren umso ermüdender, je höher die Reisegeschwindigkeit ist, da es vom Fahrer deutlich mehr Konzentration und schnellere Reaktionen erfordert.
  • Lassen Sie Ihren Wagen in der kalten Jahreszeit nicht warm laufen: Laut einer Einschätzung des ADAC von Anfang 2019 bringt es nicht viel, es kostet unnötig Sprit und ist laut § 30 Abs. 1 StVO sogar verboten. Der Motor braucht im Stand viel länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen; dabei wird jedoch Kraftstoff verbraucht, ohne eine Leistung zum Antrieb des Fahrzeugs abzugeben. Ein Test des ADAC hat außerdem gezeigt, dass das Fahrzeug durch das Laufenlassen des Motors nicht besonders warm wird: Bei einer Außentemperatur von -10 °C hat das Motoröl nach 4 Minuten erst eine Temperatur von -7 °C (!) erreicht. Gleichzeitig wurden aber bereits etwa 0,1 Liter Benzin verbrannt.

    Hinzu kommt laut ADAC der Materialverschleiß, den das Warmlaufenlassen potenziell verursacht: Solange der Motor nicht warm ist, gelangt viel unverbrannter Kraftstoff auf die Zylinderoberfläche. Hierdurch kommt es wegen schlechter Schmierung zwangläufig zu erhöhter Reibung, die Folgen sind Zylinder- und Kolbenverschleiß. Außerdem fließt unverbrannter Kraftstoff an den Kolben vorbei, er gelangt in die Ölwanne und verdünnt das Motoröl. Dadurch verschlechtert sich auch hier die Schmierung, was wiederum den Motorverschleiß erhöht.
    Der richtige Reifendruck und eine jahreszeitlich passende Bereifung beeinflussen den Kraftstoffverbrauch merklich – ebenso wie spritsparende Reifen.
Foto: Pixabay
    Der richtige Reifendruck und eine jahreszeitlich passende Bereifung beeinflussen den Kraftstoffverbrauch merklich – ebenso wie spritsparende Reifen.
    Foto: Pixabay

Reifendruck und Reifen

  • Prüfen Sie regelmäßig den Reifendruck: Ein zu niedriger Reifendruck erhöht den Verschleiß, senkt die Fahrsicherheit und führt zu einem höheren Spritverbrauch. Wenn der Reifendruck um 0,5 Bar zu niedrig ist, erhöht sich der Spritverbrauch bereits um etwa 5 %. Dabei können Sie die Luft bedenkenlos bis zu dem für Ihre Reifen bei voller Beladung zugelassenen höchsten Druck einfüllen. (Auskunft hierüber gibt die Reifendrucktabelle auf der Innenseite der Tankklappe, in der Bedienungsanleitung oder an der B-Säule Ihres Autos.)
  • Achten Sie darauf, die Winterreifen, die in der kalten Jahreszeit oft erforderlich sind, rechtzeitig wieder gegen die Sommerreifen zu tauschen: Winterreifen sind nicht nur lauter als die normale Bereifung, sie erhöhen auch den Spritverbrauch und die CO2-Emissionen um bis zu 3 %.
  • Entscheiden Sie sich beim nächsten Reifenkauf für spritsparende Reifen. Diese Reifen haben einen geringeren Rollwiderstand als herkömmliche Modelle, sie verbrauchen daher bis zu 5 % weniger Kraftstoff und senken somit auch Ihre CO2-Emissionen.

Dipl.-Päd. Tom Küster
Wissensmanagement
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