Informationen zur Exkursion

Finnentrop: Energie speichern im Sauerland

Das Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop im Sauerland.
Foto:Hans Blossey
Das Pumpspeicherkraftwerk in Finnentrop im Sauerland.
Foto:Hans Blossey
Die Exkursion führt die Teilnehmer u.a. nach Finnentrop und Attendorn. Im landschaftlich reizvollen Sauerland steht eine Visite des Pumpspeicherkraftwerkes Finnentrop auf dem Reiseprogramm. Hier geht es um das Potenzial dieser Technologie im Zusammenhang mit der Notwendigkeit des Ausbaus von Speicherkapazitäten für die Nutzung erneuerbarer Energien. Anschließend geht es zum Sightseeing zum Bigge-Sky-Walk am Biggesee.

Schematische Darstellung eines Pumpspeicherkraftwerks.
Abbildung: Mark-E
Schematische Darstellung eines Pumpspeicherkraftwerks.
Abbildung: Mark-E
Zwei abgelegene Seen, eine malerische Landschaft – dieses lokale Naherholungsgebiet scheint perfekt. Und so ist es auch, aber hier im Tal der Glinge, nahe Finnentrop-Rönkhausen wird auch Energie produziert. Beide Seen sind künstlich und liegen auf unterschiedlichen Höhen. Daher werden sie als Ober- und das Unterbecken bezeichnet, und sie gehören zu dem Rönkhausener Mark-E Pumpspeicherkraftwerk.

Mit dieser Anlage und seiner Leistung von 140 MW sind die Betreiber in der Lage, in einem bestimmten Umfang über 24 Stunden die Schwankungen, die sich kontinuierlich im Stromverbrauch von Industrie und Bevölkerung ergeben, auszugleichen. Solche Schwankungen sind belastend für jeden Stromerzeuger. Die Funktion von Pumpspeicherkraftwerken ist, eine fließendere Erzeugung von Elektrizität in den Heizkraftwerken mit Wasserspeichern sicherzustellen. Die  Pumpspeicherkraftwerke werden auch genutzt, um fluktuierend anfallenden erneuerbaren Strom, beispielsweise aus Sonnen- und Windenergie, ausgleichen zu können. Wenn Windturbinen vom Stromnetz genommen werden, aufgrund einer Windflaute oder eines Sturmes, stabilisiert ein Pumpspeicherkraftwerk die regionale sowie die überregionale Stromversorgung.

So funktioniert das Pumpspeicherkraftwerk: In ruhigen Zeiten – Schwachlast-Perioden – wird Wasser vom Unterbecken des Glingetals in das 300 Meter höhere Becken auf dem Dahlberg gepumpt. Die zwei leistungsstarken Turbinen können 44.000 Liter Wasser pro Sekunde pumpen. Im Oberbecken ist das Wasser dann verfügbar, um Elektrizität zu generieren. Falls die Stromnachfrage auf ein Spitzenlevel ansteigt, wird es nötig, das Kugelventil zu öffnen. Das Wasser fließt durch die 900 Meter langen Drucktunnel direkt in die Pumpenturbinen und in weniger als zwei Minuten erzeugen die verbundenen Generatoren ihre Maximalleistung. Das System wird in einem Netzwerk mit allen anderen Stromkraftwerken, die zu Mark-E gehören, kontrolliert.

Die Daten der installierten Generatoren werden von den operativen Planern in Hagen-Garenfeld gesammelt. Seit der Modernisierung im Jahr 2003 können die Pumpenturbinen dank hochmoderner Instrumentierung und Kontrollsystem von einem einzigen Bedienelement am Standort Elverlingsen aus gesteuert werden.

Zeit

15.11.2017, Bonn – Attendorn - Finnentrop

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