Informationen zur Exkursion

Grevenbroich/Bedburg: Rückenwind für die Energiewende aus NRW

Das seit 1998 bestehende Windtestfeld in Grevenbroich ist das größte seiner Art der Welt.
Foto: windtest grevenbroich gmbh
Das seit 1998 bestehende Windtestfeld in Grevenbroich ist das größte seiner Art der Welt.
Foto: windtest grevenbroich gmbh

Deutschland setzt bei der Energiewende stark auf die Windenergie. Ende 2016 gab es über 27.000 Onshore-Windenergieanlagen (WEA) und über 900 Offshore-WEA (Gesamtleistung von 50.020 MW). In NRW drehten sich mit Stand 31.12.2016 exakt 3.345 WEA. NRW liegt damit auf Platz 3 des bundesweiten Windenergie-Rankings – kein Wunder, dass in NRW die Zulieferindustrie und auch die Energieforschung in Sachen Windenergie sehr stark ist. Diese Exkursion besucht ein Windtestfeld in Grevenbroich – hier können Unternehmen ihre neu entwickelten Anlagen- oder  Anlagenkomponenten über einen längeren Zeitraum testen. Der Besuch des Windparks Königshovener Höhe auf einer rekultivierten Fläche des Braunkohletagebaus Garzweiler wird abschließend kombiniert mit einer Führung durch den Tagebau Garzweiler.

Station 1: Windtestfeld NRW, Grevenbroich

Das seit 1998 bestehende Testfeld ist das größte derartige in der Welt.
Foto: windtest grevenbroich gmbh
Das seit 1998 bestehende Testfeld ist das größte derartige in der Welt.
Foto: windtest grevenbroich gmbh
Seit 1998 werden auf dem Windtestfeld in Grevenbroich innovative Windenergieanlagen und Komponenten für die Industrie und Wissenschaft getestet. Dabei setzen die Prüfer technische Innovationen für mittel- bis windschwache Standorte in mehrjährigen Untersuchungen realen Bedingungen aus. Durch die Tests können die Hersteller die WEA effizienter, leiser und langlebiger machen. Diese Möglichkeiten bieten weltweit nur sehr wenige Teststandorte an.

Die Betreibergesellschaft windtest grevenbroich gmbh unterhält starke Kooperationen in die Wissenschaft und Forschung – und bringt diese mit der Industrie zusammen: Das Testfeld unterstützte bereits vielfältige Neuerungen von ATS, Siemens, Nordex und vielen anderen Unternehmen der Windindustrie. Außerdem arbeitet die windtest grevenbroich gmbh mit den Hochschulen in Jülich, Aachen, Düsseldorf, Duisburg und Köln zusammen.

Das Windtestfeld hat in der vom rückläufigen Braunkohletagebau geprägten Region 55 Arbeitsplätze geschaffen und liefert seit 19 Jahren sauberen Strom. Die Stadt und der Landkreis profitieren von der produzierten Windenergie durch langfristig entlastete Haushalte – so schlagen sich die wirtschaftlichen Vorteile auch auf die Bürger vor Ort nieder.

Station 2: Windpark Königshovener Höhe in Bedburg im Rhein-Erft-Kreis

Der Windpark Königshovener Höhe befindet sich auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler.
Foto: Windpark Königshovener Höhe
Der Windpark Königshovener Höhe befindet sich auf einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler.
Foto: Windpark Königshovener Höhe
Die Stadt Bedburg (Anteil: 49%) und innogy (Anteil: 51%) haben gemeinsam einen Windpark auf der Königshovener Höhe, einer rekultivierten Fläche des Tagebaus Garzweiler, errichtet. In nur zwei Jahren entstanden hier 21 Windenergieanlagen (WEA) mit einer Gesamtleistung von 67 Megawatt. Der Windpark mit einem Investitionsvolumen von etwa 110 Millionen Euro entstand in zwei Bauphasen: 12 WEA wurden in 2014, neun weitere in 2015 errichtet.

Der Windpark erzeugt jährlich bis zu 203.000 Megawattstunden grünen Strom, ausreichend zur Versorgung von mehr als 58.000 Haushalten. Zudem werden rund 150.000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Zum Vergleich: Die Stadt Bedburg hat rund 12.000 Haushalte. Der Windpark Königshovener Höhe besteht aus modernen, leistungsstarken Anlagen der 3,2-MW-Klasse des deutschen Anlagenherstellers Senvion.

Der Windpark auf rekultivierter Fläche des Tagebaus Garzweiler nutzt den bestehenden Netzzugang des Tagebaus. Die Königshovener Höhe steht den Bedburgern als Naherholungsgebiet zur Verfügung. Da die Stadt Bedburg am Windpark beteiligt ist, profitiert der einzelne Bürger davon, der sich mit „seinem“ Windpark identifiziert. Die Akzeptanz des Windparks war über die ganze Planung- und Realisierungsphase sehr hoch.

Zeit

14.11.2017, Bonn – Grevenbroich – Bedburg

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