Informationen zur Exkursion

Lindlar/Köln: Entsorgung und Energieerzeugung

Das Entsorgungszentrum Leppe zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten Europas und ist Referenzort eines internationalen Fachpublikums.
Foto:: metabolon
Das Entsorgungszentrum Leppe zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten Europas und ist Referenzort eines internationalen Fachpublikums.
Foto:: metabolon

Ein Ziel dieser Exkursion ist das Bergische Energiekompetenzzentrum mit dem Projekt :metabolon in Lindlar. Das Entsorgungszentrum zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten Europas und ist Referenzort eines internationalen Fachpublikums. Der neue Zukunftsstandort :metabolon integriert zum einen vorhandene Kompetenzen und entwickelt sie weiter, gleichzeitig werden diese wirtschaftlichen Impulse mit neuen, weichen Standortfaktoren verknüpft. Das Projekt macht Lindlar zu einem außerschulischen Lernort mit Praxisbezug in den Wirtschaftszweigen der erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik. Von Lindlar aus geht es weiter zur RheinEnergie zum Standort Niehl 3. Hier wird das Projekt „Virtuelles Kraftwerk“ vorgestellt – mit dieser Infrastruktur bündelt und steuert der Energieversorger alle dezentralen konventionellen und erneuerbaren Erzeugungsanlagen innerhalb des Unternehmens. Den Abschluss bildet der Besuch des Weltkulturerbes Kölner Dom und der Altstadt.

 

Station1: :metabolon, Lindlar

:metabolon ist die Neuausrichtung des bisherigen Entsorgungszentrums Leppe zu einem Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechnologie und –techniken. 
Foto: .metabolon
:metabolon ist die Neuausrichtung des bisherigen Entsorgungszentrums Leppe zu einem Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechnologie und –techniken.
Foto: .metabolon
Durch das Leuchtturmprojekt :metabolon erlebt der Begriff Wertstoff einen vielseitigen Wandel. Auf dem Standort der Deponie Leppe entsteht seit nunmehr sieben Jahren ein kontinuierlich wachsendes Zentrum für Energie- und Ressourcenschutz, nachhaltige Wirtschaft und Forschung. Im Zuge der Neuausrichtung des bisherigen Entsorgungszentrums zu einem Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Stoffumwandlung, Ressourcenmanagement und Umwelttechnologien hat sich dabei auch das Gelände selbst stark weiterentwickelt: So wurde der Standort zunächst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und eine passende Infrastruktur für das Thema Nachhaltigkeit geschaffen: Dazu zählen das Bergische Energiekompetenzzentrum, die Forschungseinrichtungen sowie die Außerschulischen Lernorte. Das Entsorgungszentrum Leppe zählt zu den modernsten Entsorgungsstandorten Europas und ist Referenzort eines internationalen Fachpublikums.

Zirkuläre Wertschöpfung neu gedacht

Das Projekt :metabolon umschließt die Themenfelder Umweltbildung, Freizeit, Kultur und Erholung, Forschung, Gewerbe sowie Energieeffizienz und Ressourcenschutz, deren gemeinsame Schnittmenge die zirkuläre Wertschöpfung bildet. Hierbei zieht sich das Metathema des lebenslangen Lernens durch alle Themen. Rund um das Bergische Energiekompetenzzentrum werden die Themen erneuerbare Energien, Effizienz und Kreislaufwirtschaft erlebbar gestaltet und motivieren die Menschen, sich an Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu beteiligen.

Regionale Vernetzung und internationale Kooperation

Initiiert durch den Rheinisch-Bergischen Kreis und den Oberbergischen Kreis ist das Projekt :metabolon inzwischen in einen überregionalen Kontext eingebettet, denn da Stoffströme und Wertstoffketten nicht an lokalen Grenzen enden, können Ressourcenschutz und -Rückgewinnung nur gemeinschaftliche Ziele sein. Das gesamte Projekt :metabolon zielt daher auf eine maximale Vernetzung innerhalb und über die regionalen Grenzen hinaus ab. Internationale Forschungskooperationen und Wirtschaftspartner nutzen das Netzwerk, um ihre Stärken gemeinsam zu bündeln und gemeinsam mit den regionalen Partnern an zukunftsweisenden Ideen und Projekten zu arbeiten.

Station 2: Virtuelles Kraftwerk der RheinEnergie, Köln

Schematische Darstellung eines virtuellen Kraftwerks.
Grafik: RheinEnergie
Schematische Darstellung eines virtuellen Kraftwerks.
Grafik: RheinEnergie
Im Jahr 2016 hat die RheinEnergie mit „Niehl 3“ eines der letzten konventionellen Heizkraftwerke in Deutschland in Betrieb genommen. Die Anlage liefert über 450 Megawatt Strom, kann Fernwärmeleistung von rund 265 MW auskoppeln und so eine Million Haushalte elektrisch versorgen oder rund 50.000 Kölner Wohnungen beheizen. Das Gas-und-Dampfturbinen-Heizkraftwerk gehört zu den effizientesten und flexibelsten Kraftwerken in Deutschland. Ebenso innovativ ist die Vermarktung der elektrischen Energie aus der Anlage: Dazu dient das Virtuelle Kraftwerk der RheinEnergie.

In einem Virtuellen Kraftwerk bündeln Energiedienstleister ihre kleineren und größeren Erzeugungsanlagen, sei es für erneuerbare oder konventionelle Energie. Auch größere Kraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung sind ein Teil davon. Die Aufgabe der RheinEnergie ist es, das Gesamtsystem zu steuern und für einen permanenten Ausgleich von Nachfrage und Angebot zu sorgen, was in einem großen Anlagenverbund besser geht als bei nur wenigen oder gar Einzelanlagen. Das Virtuelle Kraftwerk bietet kleineren Erzeugern Zugang zum Großhandelsmarkt und sichert überdies das Gesamtsystem ab. Gleichzeitig erfolgt das Management der Erzeugungsanlagen, die Lastverteilung über das Verteilnetz sowie die Vermarktung der Energie über die Strombörse inklusive aller Abrechnungsvorgänge.

Erfahrungen mit der Direktvermarktung von Strom und dem Angebot von Regelenergie hat das Unternehmen schon länger. 2015 begann man, die unterschiedlichen Kraftwerksanlagen sowie die Prognose- und die Handelsdaten über eine Software miteinander zu verknüpfen. So entstand bis zur Jahresmitte 2016 ein Virtuelles Kraftwerk, das kleine und große Kraftwerke miteinander verbindet und Strom für die kurzfristigen Handelsmärkte (Intraday) bereitstellen kann.

Im Virtuellen Kraftwerk der RheinEnergie sind zwei große Anlagen des Unternehmens in Köln gebündelt (Niehl 2 mit 427 MW und Niehl 3 mit 450 MW) und zwei bei den Stadtwerken Düsseldorf (103 MW und 595 MW im Block Fortuna). Ergänzt wird das Portfolio von Wind- und PV-Anlagen, eigenen Blockheizkraftwerken und Kundenanlagen. Auch Weiterverteiler, die die RheinEnergie beliefert, steuern dezentrale Kraftwerke ihrer Kunden zum Gesamtsystem bei. Die Leistung aus den vier großen Kraftwerken beträgt über 1.900 MW, die rund 250 Kleinanlagen tragen 350 MW zum Virtuellen Kraftwerk bei. Diese Leistung reicht aus, um Schwankungen bei der Einspeisung von erneuerbaren Energien auszugleichen: In Flauten oder bei Dunkelheit kompensiert das Virtuelle Kraftwerk über seinen Pool konventioneller Leistung die Engpässe im Bedarf.

Zeit

13.11.2017, Bonn – Lindlar – Köln

Übersicht