Informationen zur Exkursion

Bottrop/Essen: Wohnen und produzieren – aber zukunftsgerecht!

Die InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop ist der erste Stopp der Exkursion.
Foto: InnovationCity Ruhr
Die InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop ist der erste Stopp der Exkursion.
Foto: InnovationCity Ruhr

In der InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop werden seit dem Jahr 2010 innovative Ideen und Lösungen entwickelt, wie den Herausforderungen des Klima- und Strukturwandels im urbanen Raum begegnet werden kann. Nach einer Idee des Initiativkreises Ruhr wird in dem „Labor Bottrop“ demonstriert, wie ein klimagerechter Stadtumbau unter Berücksichtigung der Sicherung des Industriestandorts aussehen kann. Konkret sollen die CO2-Emissionen halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden. Bei diesem Projekt arbeitet die Innovation City Management GmbH mit allen relevanten Akteuren aus Stadt, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand und konnte so bislang über 200 Einzelprojekte initiieren und zum Teil bereits abschließen. Die Exkursion führt zudem in die „Grüne Hauptstadt Europas des Jahres 2017“ – nach Essen zum Industrieunternehmen TRIMET: Das Beispiel dokumentiert, wie ein energieintensiv produzierendes Unternehmen durch Flexibilisierung von Produktion und Strombezug das Energiesystem der Zukunft unterstützt. Abgerundet wird die Exkursion mit dem Besuch des Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen.

Station 1: Innovation City, Bottrop

Musterhaus des Projekts InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop.
Foto: InnovationCity Ruhr
Musterhaus des Projekts InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop.
Foto: InnovationCity Ruhr
Die Themen Energie, Klima- und Umweltschutz sowie der Strukturwandel spielen in den vergangenen Jahren – insbesondere in gewachsenen urbanen Regionen wie dem Ruhrgebiet – eine immer größere Rolle. Ausnahmslos alle Anspruchsgruppen sind davon betroffen. Kommunen und Gebäudeeigentümer sowie Unternehmen müssen sich neuen Herausforderungen stellen und ihre Handlungsmaximen entsprechend anpassen. Grundlegend dafür ist, dass die Politik einen Rahmen für nachhaltige Lösungsansätze stellt.

Wie ein solcher ganzheitlicher Lösungsansatz aussehen kann, zeigt das von der Innovation City Management GmbH gesteuerte Projekt InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop. Aus einer Idee des Initiativkreises Ruhr geboren, wird seit Ende 2010 in dem „Labor Bottrop“ demonstriert, wie eine klimagerechte Entwicklung von Stadtquartieren aussehen kann. Konkret sollen bis 2020 die CO2-Emissionen (Basis 2010) halbiert und die Lebensqualität gesteigert werden.

Durch umfangreiche Maßnahmen und Projekte konnten zur Projekthalbzeit Ende 2015 schon deutliche Erfolge erzielt werden. So errechnete die wissenschaftliche Begleitforschung, dass nach fünf Jahren bereits eine Reduktion der CO2-Emissionen von über 37 Prozent bis 2020 erreicht werden konnte. Eine entscheidende Rolle dabei spielt die energetische Modernisierung, insbesondere von privat genutzten Gebäuden. Mit u. a. rund 2.800 kostenlosen Beratungsgesprächen konnte eine energetische Modernisierungsrate von jährlich drei Prozent erreicht werden. Diese liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (ca. ein Prozent).

Der erwiesenermaßen erfolgreiche InnovationCity-Ansatz hat auch in anderen Städten zu einem großen Interesse geführt. Die Übertragung der Bottroper Erfahrungen und Ergebnisse geschieht zum einen im direkten Austausch mit den Städten. So entstand beispielsweise in der Nachbarstadt die InnovationCity Essen | Eltingviertel.

Zum anderen wird der InnovationCity-Ansatz auch in einer konzentrierten Form in die Metropole Ruhr ausgerollt: Unter dem Namen „InnovationCity roll out“ ist eines der größten Strukturwandel-Projekte im Ruhrgebiet gestartet. Ein Vorhaben, das gemeinsam vom Land Nordrhein-Westfalen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und der Industrie finanziert wird. Ziel ist es, den einzigartigen in Bottrop entwickelten InnovationCity-Prozess auf insgesamt 20 ausgewählte Quartiere auszudehnen.

Station 2: TRIMET, Essen

TRIMET nutzt die Aluminiumelektrolyse als virtuellen Speicher. 
Foto: TRIMET Aluminium SE
TRIMET nutzt die Aluminiumelektrolyse als virtuellen Speicher.
Foto: TRIMET Aluminium SE
Als mittelständisches Familienunternehmen entwickelt, produziert, recycelt, gießt und vertreibt TRIMET Aluminium SE mit rund 3.000 Mitarbeitern an acht Produktionsstandorten moderne Leichtmetallprodukte aus Aluminium. Mit vier Produktionshütten, zwei Recyclingwerken, vier Gießereien, einem Marketing- und Handelsbereich sowie hochmodernen Forschungs- und Entwicklungslaboren bietet das Unternehmen ein breites Produktportfolio. Es reicht von Flüssigaluminium über Aluminiumdraht, Walzbarren, Pressbarren, Gusslegierungen bis hin zu hochwertigen Druckgusskomponenten.

Aluminiumelektrolyse als virtuelle Batterie

Primär-Aluminium wird mithilfe von Strom in der Schmelzflusselektrolyse hergestellt. Seit Erfindung dieser Technologie im Jahre 1886 ist eine konstante Energiezufuhr Garant für einen stabilen und energieeffizienten Produktionsprozess. TRIMET hat in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal diese Prämisse erstmals überwunden und den Prozess für eine flexible Energiezufuhr geöffnet. Dafür wurden die notwendigen Grundlagen experimentell erforscht und durch Simulationsarbeit unterstützt. Die Flexibilisierung des Prozesses ermöglicht die Nutzung der Aluminiumelektrolyse als virtuelle Batterie. Mit Hilfe des somit zur Verfügung gestellten Stromspeichers wird die Integration volatiler erneuerbarer Energiequellen wie Wind und Photovoltaik in das deutsche Stromnetz bei gleichzeitiger Erhaltung der Versorgungssicherheit umweltfreundlich und strukturverträglich unterstützt. Damit leistet TRIMET einen wertvollen Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.

Zeit

09.11.2017, Bonn – Bottrop - Essen

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