Informationen zur Exkursion

Essen/Duisburg: Das Ruhrgebiet im Wandel

Im Jahr 2017 trägt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“. 
Foto: Johannes Kassenberg
Im Jahr 2017 trägt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“.
Foto: Johannes Kassenberg

Wie bleibt der Stahlstandort Deutschland wettbewerbsfähig? Das Projekt „Carbon2Chem“ soll darauf eine Antwort geben. Acht Industrieunternehmen forschen und entwickeln gemeinsam mit der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie mehreren Universitäten eine weltweit einsetzbare Lösung, um die Abgase der Hochöfen in Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Dünger umzuwandeln. Die Exkursion besucht thyssenkrupp in Duisburg – hier soll ein Stahlwerk in absehbarer Zeit von CO2-Emissionen befreit werden. Statt den Klimawandel anzuheizen, sollen dort 20 Millionen Tonnen des Treibhausgases in chemische Produkte umgewandelt werden.

Die Stadt Essen wandelt sich – sie wurde mit dem Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ ausgezeichnet und setzt in diesem Jahr eine Vielzahl von Projekten um. Diese sollen während einer Fahrt mit einem wasserstoffbetriebenen Schiff auf dem Essener Baldeneysee der Delegation vorgestellt werden.

Station 1: Essen – Grüne Hauptstadt Europas

Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes sind Freiflächen, Wasser, Wälder, Äcker und Stadtgrün. 
Foto: Stadt Essen
Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes sind Freiflächen, Wasser, Wälder, Äcker und Stadtgrün.
Foto: Stadt Essen
Ruhrmetropole, UNESCO-Welterbe Zollverein und Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 – das alles ist Essen. Und in diesem Jahr erhielt Essen den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ von der EU-Kommision, die diesen Titel seit 2010 vergibt. Die erfolgreiche Geschichte der Transformation zur drittgrünsten Stadt Deutschlands ist Vorbild für viele Städte Europas im Strukturwandel. Essen entwickelte sich vom vorindustriellen Stift mit Äbtissinnengärten und Kaiserparks über eine Kohle- und Stahlstadt zur heutigen Metropole mit grünem Herzen. Das Essener Grün gibt es an zahlreichen Orten und anhand vieler Ideen zu entdecken.

Ein gut ausgebautes Netz von Radwegen, Bus- und Bahnlinien, Bike- und Carsharing-Stationen sorgt für saubere Mobilität. Hinzu kommen immer mehr Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes. In Fahrt kommen die Bürger auf dem RS1, dem ersten städteübergreifenden Radschnellweg in Deutschland.

Sich gesund zu ernähren, Strom zu sparen und nachhaltig mit Ressourcen umzugehen, ist in Essen einfach. In Klein- und Gemeinschaftsgärten können Bürgerinnen und Bürger selbst die Früchte ihrer Arbeit ernten. Darüber hinaus gibt es viele Geschäfte, die auf nachhaltig produzierte und fair gehandelte Produkte in ihrem Sortiment achten.

Station 2: Stahlwerk von ThyssenKrupp in Duisburg

ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg.
Foto: Dincer David
ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg.
Foto: Dincer David
Beim Projekt „Carbon2Chem“ entwickeln acht Industrieunternehmen gemeinsam mit der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie mehreren Universitäten eine Lösung, um die Abgase der Hochöfen in Vorprodukte für Kraftstoffe, Kunststoffe oder Dünger umzuwandeln. Bei thyssenkrupp in Duisburg soll ein Stahlwerk in absehbarer Zeit von CO2-Emissionen befreit werden. Hier sollen 20 Millionen Tonnen des Treibhausgases in chemische Produkte umgewandelt werden.

Carbon2Chem® bietet thyssenkrupp eine einzigartige Möglichkeit, CO2 aus der Stahlproduktion als wertvolle Kohlenstoffquelle für chemische und andere Produkte zu nutzen. Die wirksame Verwendung von Erneuerbaren Energien ist ebenso ein wichtiger Bestandteil des Konzepts.

Das Projekt wird von einem Konsortium aus Industrie und Wissenschaft durchgeführt, das sich mit allen verwandten Aspekten befasst und durch thyssenkrupp geleitet wird. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist ein wichtiger Unterstützer dieses nationalen Leuchtturmprojektes. Carbon2Chem ist nicht auf die Stahlproduktion beschränkt. Das zugrunde liegende Konzept kann für viele verschiedene CO2-Quellen verwendet werden.

Als führender Anlagenbauer wird auch thyssenkrupp weitere Lösungen zur Erzielung einer Reduzierung der Treibhausgasemissionen hervorbringen. Dies beinhaltet eine Traubhausgas-reduzierte Zementherstellung, Lagerungslösungen für robuste erneuerbare Energiesysteme oder grüne Wasserstoffproduktion.

Die Exkursion umfasst einen Besuch der thyssenkrupp Hauptverwaltung in Essen und der Stahlproduktion und der Carbon2Chem® Forschungseinrichtung, die sich derzeit in Duisburg im Bau befindet.

Thyssenkrupp wurde mit einer Position auf der Climate A List von CDP im Jahr 2016 ausgezeichnet. Demnach gehört das Unternehmen zu den führenden neun Prozent der Unternehmen, die an der globalen Studie von CDP teilnehmen.

Zeit

16.11.2017, Bonn – Essen – Duisburg

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