Informationen zur Exkursion

Verkehrswende – Made in Aachen

Die StreetScooter-Werke in Aachen produziert Elektrofahrzeuge speziell für die Flotte der Deutschen Post.
Foto: Lindner Fotografie
Die StreetScooter-Werke in Aachen produziert Elektrofahrzeuge speziell für die Flotte der Deutschen Post.
Foto: Lindner Fotografie
Das StreetScooter-Werk in Aachen produziert speziell für die Flotte der Deutschen Post Elektrofahrzeuge. Am Standort Aachen werden Elektrofahrzeuge für den Kurzstreckeneinsatz entwickelt und produziert. Im Fokus stehen dabei Fahrzeuglösungen für die Zustellung auf der so genannten „letzten Meile“. Der Standort Aachen profitiert zudem von der Universität, der RWTH Aachen, die u.a. auch in Sachen neue Mobilität und Verkehrswende forscht. Abgerundet wird die Exkursion mit einem Besuch des UNESCO-Weltkulturerbes Aachener Dom und der Domschatzkammer.

Station 1: StreetScooter-Werk, Aachen

In immer mehr deutschen Städten sind die StreetScooter der Deutschen Post DHL Group unterwegs.
Foto: Deutsche Post DHL / Oliver Lang
In immer mehr deutschen Städten sind die StreetScooter der Deutschen Post DHL Group unterwegs.
Foto: Deutsche Post DHL / Oliver Lang
Mit dem StreetScooter hat die Deutsche Post DHL Group zusammen mit der StreetScooter GmbH und Instituten der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ein eigenes zukunftsweisendes Elektroauto speziell für die Brief- und Paketzustellung entwickelt. 2012 wurde der erste Prototyp in Workshops getestet und erwies sich in puncto Ausstattung, Ladekapazität und Sicherheitsstandards als geeignet. Die maximale Reichweite des Fahrzeugs beträgt bis zu 80 Kilometer. Heute fahren rund 3.000 StreetScooter für die Deutsche Post DHL Group überwiegend in Deutschland.

Elektrofahrzeuge eignen sich insbesondere für Fahrten mit ausgeprägtem Start-Stopp-Verkehr. Durch die fast vollständige Emissionsfreiheit von Schadstoffen und Lärm sind die Autos sehr umweltfreundlich und leise. Die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen macht den Einsatz von Fahrzeugen mit Elektro-Antrieben zudem zu einer zukunftsweisenden Investition.

Technische Details

Der StreetScooter für die Brief- und Paketzustellung muss bis zu 300 Stopps und Anfahrvorgänge bewältigen und ist bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz. Der Kastenaufbau des rund 4,6 Meter langen Fahrzeugs bietet genügend Ladevolumen für die Briefe und Pakete. Es fährt bis zu 80 km/h schnell und verfügt über eine Leistung von bis zu 30 kW, die von einer Lithium-Ionen-Batterie und einem Asynchronmotor erzeugt wird.

Alternative Antriebe und Effizienzmaßnahmen bei Deutsche Post DHL Group

Deutsche Post DHL hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2025 die eigene Zustellung zu 70 Prozent mit sauberen und emissionsfreien Zustell- und Abholkonzepten durchzuführen, um einen positiven Beitrag zur lokalen Luftqualität zu leisten.

Station 2: Elektromobilitätslabor der RWTH, Aachen

Die Ressourcen des eLabs sind nicht nur für die Forscher der RWTH Aachen, sondern auch für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen, zugänglich.
Foto: RWTH Aachen, Martin Börner
Die Ressourcen des eLabs sind nicht nur für die Forscher der RWTH Aachen, sondern auch für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen, zugänglich.
Foto: RWTH Aachen, Martin Börner
Das Elektromobilitätslabor (eLab) der RWTH Aachen bietet eine offene Infrastruktur für Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Elektromobilität. Diese Infrastruktur kann für eine große Bandbreite an Projekten, wie die Entwicklung neuer Prozesse und Geschäftsmodelle oder die Entwicklung sowie das Testen von Prototypen genutzt werden.

Die Ressourcen des eLabs sind nicht nur für die Forscher der RWTH Aachen, sondern auch für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen, die auf der Suche nach Innovationen im Bereich von saubererer und elektrischer Mobilität sind, zugänglich. Dafür vermietet das eLab Räumlichkeiten für Büros und Workshops und bietet Zugang zu moderner Ausrüstung für seine Geschäftspartner, die diese für ihre Projekte nutzen können. Das eLab Projekt wird von fünf Instituten der RWTH Aachen betrieben. Jedes davon ist in einem wichtigen Aspekt der Zukunft der elektrischen Mobilität spezialisiert.

Das Institut für elektrische Maschinen (IEM) mit dem Lehrstuhl für Elektromagnetische Energiewandlung beschäftigt sich in der Forschung, der wissenschaftlichen Dienstleistung für die Industrie und der Lehre mit allen Aspekten der Berechnung, Weiterentwicklung und Anwendung der Elektrischen Maschinen und Elektromagnetischen Energiewandlern. Das Institut für Stromrichtertechnik und Elektrische Antriebe (ISEA) ist auf den Forschungsthemen: Leistungselektronik, Leistungselektronische Bauelemente, Elektrische Antriebe und der Elektrochemischen Energiewandlung und Speichersystemtechnik seit mehr als 40 Jahren tätig. Das Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik (ISF) der RWTH Aachen befasst sich mit der Untersuchung und Weiterentwicklung moderner Schweiß- und Fügetechnologien, die auch in elektrischen Fahrzeugen Anwendung finden. Das Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen ist in sechs Forschungsbereichen aktiv, in denen sowohl grundlagenbezogene als auch an den Erfordernissen der Industrie ausgerichtete Forschungsvorhaben durchgeführt werden. Darüber hinaus werden praxisgerechte Lösungen zur Rationalisierung der Produktion erarbeitet. Der fünfte Betreiber des eLabs ist der Lehrstuhl Production Engineering of E-Mobility Components (PEM), der zu allen Themen der automobilen Wertschöpfungskette im Bereich Elektromobilität forscht. Diese sind Autonome Systeme, Batterieproduktion, Body Shop, Electric Powertrain, Automotive Assembly und Plastic Components. Im eLab arbeiten diese Institute zusammen, um ihr eigenes Hintergrundwissen zugänglich für industrielle Start-ups und kleine Unternehmen zu machen und damit den Wandel hin zu einer sauberen und elektrischen Mobilität anzutreiben.

Zeit

15.11.2017, Bonn – Aachen

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