Informationen zur Exkursion

Köln: Klimaschutzsiedlung und Mieterstrom „Veedel Energie“

Diese Klimaschutzsiedlung Köln-Westhoven gehört zum Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen“ des Landes NRW.
Foto: EnergieAgentur.NRW
Diese Klimaschutzsiedlung Köln-Westhoven gehört zum Projekt „100 Klimaschutzsiedlungen“ des Landes NRW.
Foto: EnergieAgentur.NRW

Die Weltstadt Köln kann nicht nur „Dom und Karneval“: Diese Exkursion nach Köln stellt neue Wohn- und Architekturkonzepte vor, die im Rahmen der Energiewende in NRW umgesetzt werden. Dabei sollen in so genannten Mieterstromprojekten Mieter den in ihren Gebäuden produzierten Strom nutzen können. Einen Blick in die Zukunft gewährt auch der Besuch der Klimaschutzsiedlung in Köln-Westhoven. Klimaschutzsiedlungen demonstrieren die Praxistauglichkeit energieeffizienter, klimaschonender Architekturkonzepte. Die Reise klingt aus mit einem Besuch des Weltkulturerbes Kölner Dom und der Kölner Altstadt.

Station 1: Klimaschutzsiedlung Köln-Westhoven

Ein Blick in die Zukunft: die Klimaschutzsiedlung Köln-Westhoven.
Foto: EnergieAgentur.NRW
Ein Blick in die Zukunft: die Klimaschutzsiedlung Köln-Westhoven.
Foto: EnergieAgentur.NRW
Im Kölner Stadtteil Westhoven, ca. 7 km südöstlich der Innenstadt hat die GEWOG – Porzer Wohnungsbaugenossenschaft ein nach dem Krieg in einfachster Bauweise errichtetes Wohngebiet durch eine moderne Klimaschutzsiedlung ersetzt. Dieses Projekt ist Teil des Landesprogramms „100 Klimaschutzsiedlungen in Nordrhein-Westfalen“, mit dem die CO2-Emissionen in Wohnsiedlungen konsequent reduziert werden sollen.

Eine ansprechende Architektur und eine städtebaulich gelungene Einbindung sind hier mit einem innovativen Energiekonzept verbunden worden, das durch die Nutzung erneuerbarer Energien zu einem sehr geringen CO2-Ausstoß führt. Die Siedlung besteht aus sechs baugleichen Gebäudekörpern zwischen denen Grünzüge mit altem Baumbestand liegen. Die Häuser sind dreigeschossig mit Staffelgeschoss und umfassen insgesamt 84 Wohnungen mit 60-105 m². Jeweils drei Häuser sind über eine Tiefgarage verbunden, von der aus alle Wohnungen über Aufzüge barrierefrei zu erreichen sind.

Durch eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle in Verbindung mit den Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, die in jeder Wohnung installiert wurden, konnte ein Heizwärmebedarf von weniger als 35 kWh/m²a realisiert werden. Die Wärmeversorgung erfolgt zu 100 Prozent über erneuerbare Energien:  Auf den Dächern wurden solarthermische Anlagen mit einer Kollektorfläche von insgesamt 230 m² errichtet. Damit werden 60 % der Warmwasserbereitung und 10 % des Heizwärmebedarfs gedeckt. Zusätzlich werden zur Wärmeerzeugung Holzpelletkessel eingesetzt.

Station 2: Mieterstromprojekt „Veedel Energie“

Beim Projekt „Veedel Energie“ beziehen die Mieterinnen und Mieter Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.
Foto: GAG/Thilo Schmülgen
Beim Projekt „Veedel Energie“ beziehen die Mieterinnen und Mieter Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen.
Foto: GAG/Thilo Schmülgen
Für die meisten Kölner ist das Veedel (Viertel) der Lebensmittelpunkt. Man kennt sich, man hilft sich – und jetzt kommt auch noch der Strom aus dem Veedel: Mit einem Pilotprojekt startete die GAG Immobilien AG Anfang 2016 ihren innovativen Weg. Den Bewohnern von 72 Wohnungen wurde günstiger, selbst erzeugter Strom angeboten – so genannter „Mieterstrom“. Mit einem einheitlichen Tarif (Arbeitspreis 23 Ct/KWh und jährlicher Grundpreis von 99 Euro) ist „Veedel Energie“ eine preiswerte Alternative für die Mieter.

Allein im Pilotprojekt können so pro Jahr bis zu 115 Tonnen CO2 eingespart werden. Das verbindet die Menschen und birgt großes Potenzial für die Zukunft. Die Resonanz ist gut: über 60 % aller Kunden im Neubau entscheiden sich für Veedel Energie.

Bis zu 95 Prozent Wirkungsgrad dank Kraft-Wärme-Kopplung, Ökostrom-Zukauf bei Bedarf

Für die Strom- und Wärmeproduktion nutzt die GAG erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke, die im Keller der Gebäude Platz finden. Durch die hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung der Systeme mit einem Wirkungsgrad von bis zu 95 Prozent geht kaum Energie verloren. Das schont die Ressourcen und spart Kosten, weil bestimmte Strompreisbestandteile wie z.B. die Netznutzungsentgelte beim selbstproduzierten Strom entfallen. Sollte die erzeugte Strommenge einmal nicht ausreichen, deckt die GAG den zusätzlichen Bedarf durch zertifizierten Ökostrom, der zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen stammt.

Großes Netzwerk zur Verbreitung, großes CO2-Einsparpotenzial für Köln

Bei „Veedel Energie“ wird langfristig gedacht: Bis zum Jahr 2018 will die GAG den Mieterstrom für rund 800 Wohneinheiten in ihren Neubauten anbieten. Das Wohnungsunternehmen setzt dabei  auch in Zukunft auf Kraft-Wärme-Kopplung. Allerdings behält die GAG dabei auch die Entwicklung in Sachen Photovoltaik im Auge. Bei insgesamt fast 45.000 Wohnungen im Besitz der GAG ist das CO2-Einsparpotenzial enorm.

Zeit

07.11.2017, Bonn – Köln

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