Klimaschutz

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Energiemanagementsystem Kom.EMS steht jetzt für NRW-Kommunen bereit

Neue Broschüre: Klimaneutrale Veranstaltungen

Die Sporthalle aus den 1950-er Jahren erstrahlt in neuem Glanz.
Foto: Gemeinde Wachtberg-Pech

Projektbeispiel: Sporthallensanierung reduziert CO2-Ausstoß über 70 Prozent

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Information

European Energy Award 2021: Die Preisträger

Die Landeshauptstadt Düsseldorf wurde heute (31.5.2021) mit dem European Energy Award ausgezeichnet. V. l.: Lothar Schneider, Geschäftsführer EnergieAgentur.NRW, Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister Landeshauptstadt Düsseldorf, Helga Stulgies, Beigeordnete und Dezernentin für Umwelt und öffentliche Einrichtungen der Landeshauptstadt Düsseldorf, Thomas Loosen, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf, Silke Scheiber, eea-Teamleiterin der Landeshauptstadt Düsseldorf, Andreas Hübner, Geschäftsführer und eea-Berater der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, Ilga Schwidder, Geschäftsführerin der Bundesgeschäftsstelle European Energy Award.
Foto: Foto: EnergieAgentur.NRW, Thomas Mohn Fotografie
Die Landeshauptstadt Düsseldorf wurde heute (31.5.2021) mit dem European Energy Award ausgezeichnet. V. l.: Lothar Schneider, Geschäftsführer EnergieAgentur.NRW, Dr. Stephan Keller, Oberbürgermeister Landeshauptstadt Düsseldorf, Helga Stulgies, Beigeordnete und Dezernentin für Umwelt und öffentliche Einrichtungen der Landeshauptstadt Düsseldorf, Thomas Loosen, Leiter des Amtes für Umwelt- und Verbraucherschutz der Landeshauptstadt Düsseldorf, Silke Scheiber, eea-Teamleiterin der Landeshauptstadt Düsseldorf, Andreas Hübner, Geschäftsführer und eea-Berater der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, Ilga Schwidder, Geschäftsführerin der Bundesgeschäftsstelle European Energy Award.
Foto: Foto: EnergieAgentur.NRW, Thomas Mohn Fotografie
Der European Energy Award (eea) ist ein vielfach erprobtes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das auf europäischer Ebene entwickelt wurde und umgesetzt wird. Die EnergieAgentur.NRW führt in Nordrhein-Westfalen das Managementverfahren im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums durch. Ziel ist, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune zu bewerten, regelmäßig zu überprüfen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erschließen.

Logo: European Energy Award
Logo: European Energy Award
Alle Preisträger des European Energy Awards absolvierten ein mehrjähriges Managementprogramm. 500 Punkte sind maximal über sechs Handlungsfelder erreichbar. Wer mindestens 50 % der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreichte, erhält den Award, wer 75 % oder mehr erreichte, erhält den Award in Gold. Die Maßnahmen, die die Ausgezeichneten vor Ort umsetzten, sind dabei so vielfältig wie die Kommunen und Kreise in NRW.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Auszeichnungsveranstaltung zum European Energy Award auch in diesem Jahr nicht zentral statt. Die Preisverleihungen werden zwischen dem 31.5.2021 und 8.7.2021 in den fünf Regierungsbezirken von Nordrhein-Westfalen zelebriert.

Die Steckbriefe der ausgezeichneten Kommunen befinden sich nach Auszeichnungsdatum sortiert am Ende der Seite als Anlagen.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 31.5.2021 in Düsseldorf

31.5.21 Auszeichung European Energy Award in Düsseldorf

Stadt Erkrath:
Erstmals ausgezeichnet wird Erkrath. Die 46.000-Einwohner-Stadt arbeitet seit 2015 an der Umsetzung des integrierten Klimaschutzkonzeptes. Ziel ist unter anderem die weitgehende Klimaneutralität beim Neubau und bei der Sanierung kommunaler Gebäude. Zudem ist Erkrath im Bereich Mobilität sehr rege: Für den Dienstbetrieb wurden E-Fahrzeuge sowie eine E-Bike angeschafft. Im Rahmen eines Klimaanpassungskonzeptes wurden Starkregenkarten für die Beratung zur Starkregenvorsorge erstellt. Zudem ist Erkrath als Fairtrade-Stadt zertifiziert.

Landeshauptstadt Düsseldorf:
Bereits zum fünften Mal seit Teilnahmebeginn 2003 wird die Landeshauptstadt Düsseldorf mit dem eea ausgezeichnet. Diesmal punktete Düsseldorf unter anderem mit dem „Mobilitätsplan D“, der zum Ziel hat, den ÖPNV zu beschleunigen. Im Klimafolgenanpassungskonzept (KAKDUS) befasst sich Düsseldorf mit Strategien und Maßnahmen zum Umgang mit den Folgen des Klimawandels. Die übergeordneten Ziele sind u. a.: Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimafolgen, Sicherung und Verbesserung der Lebensqualität durch frühzeitige Berücksichtigung klimatischer Veränderungen und langfristiger Erhalt der Standortattraktivität. Und im Netzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sind 15 Schulen, die sich alle drei Jahre einem Audit unterziehen, organisiert.

Klingenstadt Solingen:
Zu den Kommunen der „ersten Stunde“ in Sachen European Energy Award gehört Solingen. Die Klingenstadt wird ebenso bereits zum fünften Mal ausgezeichnet. Dabei ist sich die Kommune ihrer Vorbildfunktion vollkommen bewusst und will ein gutes Beispiel abgeben, indem sie bis 2030 die klimaneutrale Verwaltung umgesetzt haben möchte. Weiterer Schwerpunkt der Solinger Aktivitäten ist der Ausbau des nachhaltigen ÖPNV durch den Einsatz batteriebetriebener Oberleitungsbusse. Zudem werden die Aktivitäten zur energetischen Sanierung von Gebäuden in dem Solinger Kompetenznetz  gebündelt.

Stadt Rheinberg:
Die Stadt Rheinberg im Kreis Wesel nimmt seit 2009 am eea teil – und wird in diesem Jahr zum dritten Mal nach 2013 und 2016 ausgezeichnet. Als Mit-Initiator war Rheinberg maßgeblich an der Umsetzung des Weseler Klimabündnisses beteiligt.  Seit 2014 betreibt Rheinberg den sukzessiven Umbau der kommunalen Fahrzeugflotte auf Elektroantrieb. Aktuell befinden sich 13 Lkw und Kfz, die mit Strom fahren, im städtischen Betrieb. Seit 2020 wurden zudem zwei kommunale Förderprogramme zu Klimaschutz und Klimafolgenanpassung mit insgesamt 14 Förderbausteinen beschlossen.

Stadt Geldern:
Nach 2016 wird Geldern zum zweiten Mal ausgezeichnet. Highlight der Stadt, die seit sieben Jahren am eea teilnimmt, war die Realisierung der Klimaschutzsiedlung „Nierspark“, die im vergangenen Jahr fertiggestellt wurde. Zur Realisierung der energetischen Anforderungen wurden Weiterbildungen und Infoveranstaltungen in einem Passiv-Musterhaus durchgeführt. Weiterhin waren die örtlichen Handwerker, die Handwerkskammer, Kreditinstitute und Architekten in das Öffentlichkeitsarbeitskonzept einbezogen. Für die Baufamilien wurde im Rahmen des Projektes eine umfangreiche Beratung angeboten. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Förderung der Nahmobilität – insbesondere des Radverkehrs – durch Ausweisung von Fahrradstraßen.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 1.6.2021 in Witten

1.6.21 Auszeichung European Energy Award in Witten

Kreis Siegen-Wittgenstein:
Der Kreis Siegen-Wittgenstein (Regierungsbezirk Arnsberg) punktete unter anderem mit dem Radverkehrskonzept 2021, das an das bereits drei Jahre zuvor verabschiedete Klimaschutzkonzept Mobilität anknüpft. Zudem nimmt der Kreis am Klimaanpassungsprojekt Evolving Regions 2020-2021 teil. Hintergrund ist, dass Siegen-Wittgenstein der waldreichste Kreis Deutschlands ist. Deshalb ist er wie kein Zweiter zum Beispiel durch Hitze und Borkenkäferbefall betroffen. Themenfelder des Projektes sind Waldnutzung und Forstwirtschaft, klimagerechtes Bauen und Planen sowie die Umsetzung gesunder Lebensumstände. Im Bereich der Nutzung erneuerbarer Energien überzeugt der Kreis seit 2020 durch das 1000-Dächer-Programm zur Förderung von PV-Anlagen. Der Kreis beteiligt sich seit 2016 am eea, es ist seine erste Auszeichnung.

Stadt Witten:
In Witten (Regierungsbezirk Arnsberg) im östlichen Ruhrgebiet wurde bereits 2019 ein Radverkehrskonzept beschlossen. Das ist ebenso Teil eines zukunftsgerechten Mobilitätskonzeptes, wie der Auf- und Ausbau des städtischen Fuhrparks mit Pedelecs und zwei Elektroautos. Weitere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden Zug um Zug durch Elektrofahrzeuge ersetzt. Eine interaktive Karte (E-Mobility-Spotter) zeigt bereits die vorhandenen Ladesäulen im Stadtgebiet. Im Herbst 2020 wurde mit der Erarbeitung eines gesamtstädtischen Elektromobilitätskonzeptes begonnen. Im Rahmen dieses Projektes werde Witten ganzheitlich betrachtet und umfassende Maßnahmen zur Forcierung der Elektromobilität entwickelt, so die Stadt. Witten wird nach 2012 und 2016 bereits zum dritten Mal ausgezeichnet.

Stadt Rheda-Wiedenbrück:
Die Stadt Rheda-Wiedenbrück (Regierungsbezirk Detmold) wird nach 2010, 2013 und 2016 zum vierten Mal mit dem eea ausgezeichnet. Rheda-Wiedenbrück hat ein Zuschussprogramm zur Förderung von Dach- und Fassadenbegrünung aufgelegt. Dabei werden Projekte mit bis zu 3.000 Euro bezuschusst. Für CO2-Einsparungen von 83 Prozent sorgt der Austausch der alten Gaskesselanlage auf dem Bauhof durch eine Heizungsanlage aus Holzhackschnitzel-Basis. Basisarbeit ist das Engagement im Ortsteil St. Vit. Hier betreibt ein Verein zwei E-Autos und Ladesäulen. Mitglieder des Vereins können die Fahrzeuge gegen Gebühr buchen. Der Verein bietet außerdem einen ehrenamtlichen Fahrdienst an.

Stadt Blomberg:
Blomberg (Regierungsbezirk Detmold) nimmt seit 2004 am European Energy Award teil, es ist nach 2006, 2009 und 2013 die vierte Auszeichnung. In der 15.000-Einwohner-Stadt werden die öffentlichen Einrichtungen ausschließlich mit zertifiziertem Ökostrom versorgt. Die Blomberger Versorgungsbetriebe (bvb) versorgen darüber hinaus auch ihre Kunden ebenfalls ausschließlich mit zertifiziertem Ökostrom. Die Versorgungsbetriebe sind auch an der Realisierung von zwei Windkraftanlagen in 2020 beteiligt. Die Anlagen wurden von den bvb mit lokaler finanzieller Beteiligungsmöglichkeit in Form von Sparbriefen errichtet. Zudem unterstützen die bvb, die eine hundertprozentige Tochter der Stadt sind, den Ausbau der Elektromobilität durch die Errichtung von zentralen öffentlichen Ladestationen.

Kreis Herford:
Der Kreis Herford (Detmold) nimmt seit 2017 am eea teil und wird in diesem Jahr erstmals ausgezeichnet. Gepunktet hat der Kreis Herford unter anderem durch ein Förderprogramm für die Umsetzung von PV-Anlagen, die Anschaffung energieeffizienter „Weißer Ware“ und für Projekte zur Dachbegrünung. Zudem wurde ein Konzept für die Klimafolgenanpassung erstellt und für dessen Umsetzung zusätzliches Personal eingestellt. Ein extra gegründetes Unternehmernetzwerk soll außerdem die kommunalen Bemühungen um den Klimaschutz flankieren. Weiterer Schwerpunkt war die Mobilität mit der Durchführung des Stadtradelns und der CO2-Kompensation von Dienstreisen.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 2.6.2021 in Erkelenz

2.6.21 Auszeichung European Energy Award in Erkelenz

Stadt Erkelenz:
Erkelenz nimmt seit 2012 am European Energy Award teil, die Stadt wurde nach 2016 bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet. Dabei punktete Erkelenz unter anderem mit der Errichtung der Klimaschutzsiedlung Bauxhof. Die Umsetzung des Projektes passierte in Kooperation mit der EnergieAgentur.NRW. Die Bauxhof-Häuser erfüllen alle Passivhausstandard. Zudem wurde eine Bildungsinitiative zum Klimaschutz an Kitas und Schulen in Kooperation mit der Deutschen Umweltaktion e.V. gestartet. Weitere Highlights des kommunalen Klimaschutzes in Erkelenz waren die Zertifizierung als fahrradfreundliche Stadt sowie die Inbetriebnahme einer großen Photovoltaik-Anlage auf einer städtischen Fläche.

Stadt Eschweiler:
Ebenfalls bereits 2016 wurde die Stadt Eschweiler ausgezeichnet. Seitdem verfolgt die Stadt auch konsequent die energetische Sanierung von Schulen und öffentlichen Gebäuden. Bereits 2019 wurde Eschweiler mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis für mittelgroße Städte ausgezeichnet. Davon motiviert begann Eschweiler ein Jahr später, ein Konzept zur energetischen Stadtsanierung zu erstellen. In diesem Zusammenhang wurde in diesem Jahr mit der Entwicklung und Umsetzung des zweiten Faktor-X-Wohngebietes in Eschweiler begonnen. Faktor-X-Wohngebiete verbrauchen gemäß Definition über ihren „Lebenszyklus“ nur ein Bruchteil der üblicherweise für Wohngebiete verwendeten Ressourcen.

Stadt Hürth:
Die Stadt Hürth wird nach 2012 und 2016 zum dritten Mal mit dem eea ausgezeichnet. Die Stadtwerke Hürth AöR als Betreiberin des Fernwärmenetzes hat aktuell den Fokus auf eine umfangreiche Erweiterung der Abwärme-Nutzung eines Industriebetriebes gelegt. Die Realisierung dieser Maßnahme befindet sich in der Endphase. Zudem ist Hürth im Bereich Mobilität aktiv: Hürth gehört zu den Pionieren im Bereich einer Wasserstoffnutzung für den Mobilitätssektor. 2019 verfügte die Hürth über die Stadtwerke Hürth AöR als Betreiberin über die größte wasserstoffbasierte Busflotte in Europa. Weiterer Schwerpunkt ist die energetische Ertüchtigung des städtischen Gebäudebestandes. So hat Hürth 2018 für die 36 größten Liegenschaften – inklusive Freizeitbad – ein Energieeinspar-Contracting-Projekt gestartet.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 7.6.2021 in Bottrop

7.6.21 Auszeichnung European Energy Award in Bottrop

Stadt Bottrop (Gold):
Bereits zum vierten Mal nach 2010, 2013 und 2016 wird die Stadt Bottrop mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Dabei ist der Strukturwandel noch in vollem Gang: Bottrop war die letzte Ruhrgebiets-Stadt, in der es mit Prosper-Haniel noch eine aktive Zeche gab. Parallel zum Steinkohlebergbau wurde auf Zukunftsfähigkeit gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren sind im Rahmen von Innovation City Ruhr zahlreiche herausragende Aktivitäten und Projekte initiiert worden. Die Sanierungsquote liegt bei 3,3 Prozent. Zum Vergleich: Bundesweit liegt die Sanierungsquote um ein Prozent. Intensive Überzeugungsarbeit, kostenlose Erstberatungen wie auch der Einsatz von Fördermittel bewirkten das Plus in Bottrop. Das Geheimnis des Erfolges: Es ist gelungen, die Gesellschaft bei der Umsetzung der Klimaschutzziele der Stadt mitzunehmen. Im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen und Ersatzinvestitionen wird dabei kontinuierlich der Einsatz regenerativer Energien geprüft. Zudem wurde die Straßenbeleuchtung sukzessive energetisch optimiert und auf LED-Leuchtmittel umgestellt. Insgesamt ist es die fünfte Auszeichnung Bottrops mit dem eea.

Gemeinde Altenberge:
In Altenberge wurde unter anderem mit der Errichtung eines Heizwerkes für ein kommunales Nahwärmenetz gepunktet. Das Heizwerk wird gespeist mit Deponie- und Biogas sowie in Spitzenzeiten mit Holzhackschnitzel. Aus dem Nahwärmenetz werden neun kommunale Liegenschaften versorgt. Weiterhin wurden auf sieben kommunalen Dächern PV-Anlagen als „Bürgersolarkraftwerke“ zur Stromproduktion aufgebaut. Mittlerweile entstehen so 235 Kwh Strom, die ausreichen, um 45 Einfamilienhäuser zu versorgen. Die Gemeinde stellt die Dachflächen für Privatpersonen kostenfrei zur Verfügung. Parallel wird die komplette Straßenbeleuchtung – rund 1.150 Leuchten – auf LED-Technik umgerüstet. Dadurch reduziert sich der Stromverbrauch um die Hälfte. Altenberge wird zum vierten Mal mit dem eea ausgezeichnet.

Stadt Lengerich:
In Lengerich ist die Kampagne „Jung kauft alt“ als Förderprogramm mit Zuschüssen zur energetischen Sanierung von Altbauten umgesetzt worden. Zudem wird unter dem Motto „Lengerich blüht auf“ die Biodiversität gefördert, dabei geht es um die Anlage von Blühflächen im Innen- und Außenbereich der Stadt. Eine vergleichbare Zielrichtung hat die Unterstützung den nachhaltigen Entwicklung von Gewerbegebieten durch Beteiligung an dem bundesweiten Projekt „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ und an dem EU-Life-Projekt BooGI BOP („Boosting Urban Green Infrastructure through Biodiversity-Oriented Design of Business-Premises“). Im Bereich der Mobilität setzt die 23.000-Einwohner-Stadt im Kreis Steinfurt auf die Förderung des Radverkehrs durch Planung und Bau von neuen Radwegeverbindungen und mit Kampagnen wie „Lengerich on bike – mit dem Rad zur Arbeit“ und „Stadtradeln“. Nach 2012 und 2016 ist es der dritte eea für Lengerich.

Gemeinde Ladbergen:
Für Ladbergen im Tecklenburger Land ist die eea-Auszeichnung eine Premiere. In Ladbergen wurde unter anderem ein Nahwärmenetz auf Pellet-Basis zwischen einer Grundschule und einer Sporthalle umgesetzt. Mit einem Konzept für das Wald-Dichter-Quartier wird zudem die systematische und energetische Sanierung eines kompletten Quartiers mit heterogener Bau- und Versorgungs-Struktur in Angriff genommen. Auf gemeindlichen Liegenschaften wurden Photovoltaik-Anlagen installiert und die Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie umgerüstet. Zudem wurde der kommunale Fuhrpark teilweise auf Elektrofahrzeuge umgestellt.

Stadt Greven (Gold):
Nach 2013 und 2016 wird die Stadt Greven zum dritten Mal mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Herausragende Projekte waren unter anderem die Kooperation mit den Stadtwerken Greven zur zukünftigen Umsetzung von Freifläche-PV-Anlagen entlang der Autobahn und der Schienentrasse. Unabhängig davon wurde die Errichtung einer zusätzlichen PV-Anlage (25 kWp) auf dem Schlammtrocknungsgebäude der Kläranlage umgesetzt. Zudem wurde ein Mobilitätskonzept zur Förderung des Umweltverbundes erstellt und als städtebauliches Entwicklungskonzept beschlossen. Dazu passt die Anschaffung von zwei Elektro-Pkw als Dienstfahrzeuge. Bei der Umsetzung des Neubaugebiets Ortsmitte Reckenfeld wurde ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt und ein Energiegutachten erstellt.

Stadt Vreden (Gold):
Ebenfalls mit Gold wird die Stadt Vreden im Kreis Borken ausgezeichnet. Bereits seit 2017 ist Vreden bilanziell stromautark. 13 Windenergieanlagen wurden 2017 auf Grundlage des STFNP Windenergie und einzelner vorhabenbezogener Bebauungspläne errichtet. Ebenfalls für regenerative Energie sorgt das neue Biogas-Blockheizkraftwerk, es erzeugt rund 1 Million KWh Wärme im Schulzentrum. Weiteres Highlight sind Projekte zur Biodiversität: Bei „Grün statt Grau – Gewerbegebiete im Wandel“ handelt es sich um ein Fachberatungsprogramm zur naturnahen Gestaltung von Gewerbegebieten und Wegerandstreifenprojekt mit Hilfe des Fördervereins Kulturlandschaft Vreden e.V. Im Bereich Mobilität setzt Vreden auf die Förderung des Radverkehrs durch jährliche Teilnahme an der Aktion Stadtradeln sowie das Projekt Gaxelino, eine Nahmobilitätsoffensive für das Industriegebiet Gaxel. Vreden wurde bereits 2012 und 2015 (Gold) mit dem eea ausgezeichnet.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 8.6.2021 in Dülmen

8.6.21 Auszeichnung European Energy Award in Dülmen

Gemeinde Lotte:
Nach 2016 ist es für Lotte die zweite Auszeichnung. Die Gemeinde engagiert sich seit Jahren im Umwelt- und Klimaschutz. Im Rahmen des eea punktete Lotte unter anderem mit dem Quartierskonzept „Quartier Büren“ inklusive Sanierungsmanagement. Das Konzept sieht die energetische Stadtsanierung nach Kriterien der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW 432) vor. Zudem wurden auf kommunalen Liegenschaften gemeindeeigene Photovoltaik-Anlagen errichtet. Im Bereich der Mobilität setzt Lotte auf Strom: Zur Teilumstellung des kommunalen Fuhrparks auf Elektromobilität kam die Errichtung von öffentlichen E-Ladesäulen in allen Ortsteilen der Gemeinde.

Stadt Dülmen (Gold):
Insgesamt zum vierten Mal wird Dülmen ausgezeichnet, in diesem Jahr sogar mit Gold. In Dülmen gibt es seit circa 30 Jahren die Koordinierungsstelle Umweltschutz als Stabsstelle, vor rund elf Jahren erfolgte die Erweiterung um den Bereich Klimaschutz. Die Stadtverwaltung ist im Bereich der E-Mobilität schon längere Zeit sehr engagiert. Mittlerweile stehen den MitarbeiterInnen insgesamt 14 E-Autos und 14 Pedelecs zur Verfügung. Zusätzlich wurden 2017 vier städtische Ladesäulen im öffentlichen Raum installiert. Bis Ende 2020 war der Strombezug dort kostenfrei. Mit dem Konzept „Zukunftswerkstatt Butterkamp“ zielt Dülmen auf die Verbesserung der energetischen Situation im Quartier. Und beim „Klimaschutzteilkonzept Gewerbegebiet Dernekamp“ geht es um die Erfassung des Status quo, Erschließung von Potenzialen zum Ausbau regenerativer Energieträger sowie Eruierung von Projekten zu Steigerung regenerativer Energieverwendung und Effizienzsteigerung.

Kreis Warendorf (Gold):
Nach 2013 und 2016 wird Warendorf zum dritten Mal mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Warendorf nimmt seit 2008 am eea teil. Seitdem entstand das Klimaschutzkonzept, welches seit 2013 durch einen Klimaschutzmanager umgesetzt wird und 2015 fortgeschrieben wurde. 2013 wurde außerdem das Kreisentwicklungsprogramm 2030 unter breiter Öffentlichkeitsbeteiligung erarbeitet, welches 2018 als Kreisentwicklungskonzept WAF 2030 plus fortgeschrieben wurde. Beide enthalten als einen von vier Schwerpunkten das Handlungsfeld Klimaschutz und Umwelt. In diesem Zusammenhang werden kommunale Gebäude energetisch saniert und ein E-Mobilitätskonzept erarbeitet. Der eea bildet heute das Controlling-Instrument für die Klimaschutzarbeit.

Gemeinde Saerbeck (Gold):
Seit 2008 nimmt Saerbeck am eea teil, in diesem Jahr wird die Gemeinde zum vierten Mal mit Gold ausgezeichnet. Kernprojekt in Saerbeck ist der Bioenergiepark, dort wurden unter Anderem sieben Windenergieanlagen errichtet, zwei Biomassekraftwerke sowie ein Solarpark mit 6 MW auf Bunkerdachflächen eines ehemaligen Munitionsdepots der Bundeswehr. Die gesamte erzeugte Leistung beträgt 32 Megawatt. Neben der Produktion von Strom sowie Wärme wird in Saerbeck geforscht, unterrichtet und informiert. Hier spielen der Förderverein Klimakommune e.V zur Umsetzung der Klimaziele sowie der Außerschulische Lernstandort, die Saerbecker Energiewelten, eine wichtige Rolle. Das Engagement zahlt sich aus, zum Beispiel durch die Ansiedlung neuer Unternehmen: So hat sich die Firma Enapter, Entwickler und Hersteller von Elektrolyseuren zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in Saerbeck niedergelassen, schafft zukunftsorientierte Arbeitsplätze und bezieht im Gegenzug Grünstrombezug aus dem Bioenergiepark.

Gemeinde Ostbevern (Gold):
Zum fünften Mal mit dem eea in Gold wird Ostbevern nach 2005, 2009, 2013 und 2016 ausgezeichnet. 2019 wurde das Rathaus gemäß der politischen Zielsetzung „klimaneutrale kommunale Gebäude“ neu gebaut. Das Rathaus ist an ein regeneratives Wärmenetz angebunden und bezieht 100 Prozent Ökostrom. In Ostbevern werden zudem Grundstückseigentümer in neuen Baugebieten verpflichtet, Neubauten mit einer Photovoltaik-Anlage inklusive Speichermedium oder Gründächer zu planen sowie den Einbau einer Zisterne zur Rückhaltung von Regenwasser umzusetzen. Zudem punktete Ostbevern mit dem Betrieb von sechs regenerativen Nahwärmenetzen, die von lokalen Akteuren betrieben werden. Außerdem wurde die Einrichtung eines Klima- und Mobilitätsfonds in Höhe von 200.000 Euro umgesetzt. Neben Ostbevern ist bislang nur die Stadt Münster landesweit ebenfalls bereits fünfmal mit dem eea in Gold ausgezeichnet worden.

Güler Ebren
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455270
ebren@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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