Klimaschutz

Energiemanagementsystem Kom.EMS steht jetzt für NRW-Kommunen bereit

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Neu in der Mediathek: Warming Stripes NRW 2019

Neue Broschüre: Klimaneutrale Veranstaltungen

Die Sporthalle aus den 1950-er Jahren erstrahlt in neuem Glanz.
Foto: Gemeinde Wachtberg-Pech

Projektbeispiel: Sporthallensanierung reduziert CO2-Ausstoß über 70 Prozent

Im Projekt ErneuerbareEnergien.NRW wird die Energiewende weitergedacht. Die stromerzeugenden Erneuerbaren Biomasse, Geothermie, Photovoltaik, Wasserkraft und Windenergie sowie die Bereiche Finanzierung & Geschäftsmodelle und das Team Beteiligung & Planung agieren hier gemeinsam und richten den Blick auf Verbundlösungen.
Grafik: EnergieAgentur.NRW

Energiewende weitergedacht:
ErneuerbareEnergien.NRW

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Information

European Energy Award 2020: Die Preisträger

Die Stadt Emsdetten ist eine von 29 Städten, Kreisen und Gemeinden, die mit dem European Energy Award ausgezeichnet wurde.  V. l.: Bürgermeister Georg Moenikes, Betina Loddenkemper, eea-Koordinatorin, Martin Dörtelmann, Technischer Beigeordneter.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Daniel Schmitt/Spitzlicht
Die Stadt Emsdetten ist eine von 29 Städten, Kreisen und Gemeinden, die mit dem European Energy Award ausgezeichnet wurde. V. l.: Bürgermeister Georg Moenikes, Betina Loddenkemper, eea-Koordinatorin, Martin Dörtelmann, Technischer Beigeordneter.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Daniel Schmitt/Spitzlicht
Der European Energy Award (eea) ist ein vielfach erprobtes Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das auf europäischer Ebene entwickelt wurde und umgesetzt wird. Die EnergieAgentur.NRW führt in Nordrhein-Westfalen das Energiemanagementverfahren im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums durch. Ziel ist, die Qualität der Energieerzeugung und -nutzung in einer Kommune zu bewerten, regelmäßig zu überprüfen und Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu erschließen.

Logo: European Energy Award
Logo: European Energy Award
Alle Preisträger des European Energy Awards absolvierten ein mehrjähriges Energiemanagementprogramm. 500 Punkte sind maximal über sechs Handlungsfelder erreichbar. Wer mindestens 50 % der erreichbaren Punkte nach einem entsprechenden Audit erreichte, erhält den Award, wer 75 % oder mehr erreichte, erhält den Award in Gold. Die Maßnahmen, die die Ausgezeichneten vor Ort umsetzten, sind dabei so vielfältig wie die Kommunen und Kreise in NRW.

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die Auszeichnungsveranstaltung zum European Energy Award in diesem Jahr nicht zentral statt. Die Preisverleihungen werden zwischen dem 24. und 27. August in den fünf Regierungsbezirken von Nordrhein-Westfalen zelebriert.

Die Steckbriefe der ausgezeichneten Kommunen befinden sich nach Auszeichnungsdatum sortiert am Ende der Seite als Anlagen.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 27.08.2020 in Soest

27.08.20 Soest: European Energy Award Auszeichnung

Hansestadt Attendorn:
Seit 2015 nimmt die alte Hansestadt Attendorn am eea teil, in diesem Jahr erfolgte die erste Auszeichnung. Attendorn punktete unter anderem damit, dass 100 Prozent des kommunal verbrauchten Stroms aus heimischer Wasserkraft gewonnen werden. Zudem wurden inzwischen rund 60 Prozent der Straßenbeleuchtung auf effiziente LED-Technologie umgestellt. Und in Schulen, Sporthallen und dem Rathaus werden regelmäßig Energiesparprojekte umgesetzt.

Stadt Ennepetal:
Nach 2012 und 2015 wird die Stadt Ennepetal zum dritten Mal ausgezeichnet. Durch die im Jahr 2019 vom Rat beschlossene Erklärung zur „Ennepetaler Klimaoffensive“ hat sich die Stadt zur Intensivierung, Beschleunigung und Verstetigung der bisherigen Klimaschutzaktivitäten verpflichtet. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene innovative Projekte angestoßen – zum Beispiel die Gründung eines Klimafonds, die Klimaneutralität des Rathauses und die Einführung eines Klimacheck-Verfahrens zur Überprüfung der Klimabelange in sämtlichen Beschlussvorlagen der Stadt Ennepetal. So wird die kommunale Fahrzeugflotte kontinuierlich auf alternative Antriebe umgestellt. Inzwischen besitzt die Stadt fünf E-Autos und drei E-Fahrräder.

Stadt Fröndenberg:
Erstmals wurde die Stadt Fröndenberg mit dem eea ausgezeichnet. Die Stadt nimmt seit 2014 an diesem Zertifizierungsverfahren teil. Vorzeigeprojekte sind unter anderem die energetische Sanierung der Gesamtschule, die Umgestaltung des Sportparks Fröndenberg/Ruhr sowie der Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr.

Stadt Hagen:
Auf einem Weg in die Nachhaltigkeit, der den Energie- und Klimaschutzaspekt einbezieht, spielt in der Stadt Hagen auch die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzepts und des Masterplans Nachhaltige Mobilität inklusive eines kommunalen Mobilitätsmanagements mit intensiven Beteiligungsprozessen eine große Rolle. Weiterhin gibt es ein gesamtstädtisches Konzept zur Anpassung an den Klimawandel und ein Integriertes Klimaschutzkonzept. Mit dem Beschluss zum „Klimanotstand“ hat die Stadt zudem dem Klimaschutz eine besondere Priorität eingeräumt. Seit 2018 setzt die Stadt Hagen den mit Bundesmitteln geförderten Masterplan Nachhaltige Mobilität um.

Stadt Hilchenbach:
Die Stadt Hilchenbach im Kreis Siegen-Wittgenstein wird nach 2010 und 2015 zum dritten Mal ausgezeichnet. Das 2018 erstellte, kreisweite Mobilitätskonzept wird aktiv für die kommunale Arbeit genutzt. Seitens der Stadt wurden separate Anträge beim Fördermittelaufruf „Ladeinfrastruktur“ gestellt. So erfolgt die Unterstützung der E-Mobilität durch Konzeption der Ladesäuleninfrastruktur. Im Rahmen des Fördermittelaufrufs zum Ladesäuleninfrastrukturprogramm sind zwei öffentliche Bereiche und zwei Parkplätze von Einkaufszentren mit Ladesäulen geplant.

Hochsauerlandkreis:
Ebenfalls zum ersten Mal wurde der Hochsauerlandkreis ausgezeichnet. Ein Schwerpunkt der Klimaschutz-Aktivitäten des Kreises lag dabei auf den energetischen Sanierungen kreiseigener Gebäude. In diesem Rahmen kommen inzwischen zahlreiche Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien zum Einsatz, zum Beispiel Hackschnitzel- und Pellet-Heizungen. Zudem nutzt der Kreis BHKW-Technologie und rüstete die Beleuchtung in den Schulen auf LED um.

Stadt Soest (Gold):
Mit dem eea in Gold wird die Stadt Soest ausgezeichnet. Die Stadt strebt die Absenkung des Endenergieverbrauches um 18 Prozent bis 2030 und um 51 Prozent bis 2050 (Basisjahr jeweils 2015) an. Dabei ist Soest auf einem guten Weg: Zum Beispiel wurde bei der Straßenbeleuchtung durch Steuerungsoptimierung und durch den Einsatz von LED in den vergangenen acht Jahren der Stromverbrauch der städtischen Beleuchtung mehr als halbiert. Dadurch werden pro Jahr 5.967 Tonnen CO2 eingespart. Und die Stadtwerke – eine 100-prozentige Tochter der Stadt Soest – „liefert“ klimaneutralen Strom und klimaneutrales Gas an ihre Haushalte.

Kreisstadt Unna:
Zum zweiten Mal nach 2015 wird die Kreisstadt Unna ausgezeichnet. Klimaschutz ist in Unna seit Jahrzehnten ein wichtiges Thema, immer verbunden mit Projekten aus den Bereichen Natur- und Umweltschutz. Das „Strategiekonzept Klimawandel – Klimaschutz und Klimaanpassung in der Stadt Unna“ wurde im Mai 2012 durch den Rat der Stadt beschlossen und erhält durch Installation eines Klimaschutzbeauftragten im Juli 2020 zusätzliche Dynamik hinsichtlich der Erarbeitung von neuen Strategien und deren Umsetzung. Konkret wurde der Stromverbrauch allein für die Straßenbeleuchtung in den vergangenen sieben Jahren um 38 Prozent reduziert.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 26.08.2020 in Steinfurt

26.08.20 Steinfurt: European Energy Award Auszeichnung

Kreis Borken (Gold):
Ebenfalls mit dem eea in Gold wird der Kreis Borken ausgezeichnet – nach 2015 bereits zum zweiten Mal. Mehr als 70 Prozent des im Kreis Borken verbrauchten Stroms werden bereits heute aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Und weil dies ausgesprochener Bürgerwille ist, hat der Kreistag im Juli 2019 das Ziel formuliert, die Stromversorgung im Kreis bis 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen zu bestreiten. Im Bereich der Mobilität kann sich die Bilanz ebenfalls sehen lassen: An 80 Prozent aller Kreisstraßen lassen sich aktuell auch Radwege finden.

Kreis Coesfeld (Gold):
Auch der Kreis Coesfeld hatte sich mit seinen Klimaschutzaktivitäten den eea in Gold verdient. Dabei geht es dem Kreis unter anderem um die verstärkte Nutzung regenerativer Energien. So betreibt der Kreis über seine Tochtergesellschaft Wirtschaftsbetriebe Kreis Coesfeld GmbH (WBC) eine Freiflächen-PV-Anlage mit 1,08 MWp. Bereits seit 2010 werden die kreiseigenen Liegenschaften mit Ökostrom versorgt. Zudem werden das Kreishaus und ein Berufskolleg mit BHKW-Anlagen sowie ein weiteres Berufskolleg per Holzpelletheizung mit Energie versorgt. Im Bereich Mobilität wurde 2019 ein E-Dienstwagen-Pool mit 18 Elektrofahrzeugen eingerichtet.

Kreis Steinfurt (Gold):
Der Kreis Steinfurt wird nach 2012 und 2015 zum dritten Mal mit dem eea in Gold geehrt. Dabei steht Netzwerkarbeit im Kreis Steinfurt an erster Stelle. Der 2018 gegründete energieland2050 e. V. verfolgt gemeinsam mit seinen 124 Mitgliedern – darunter das regionale Unternehmernetzwerk, 24 Städte und Gemeinden, acht regionalen Stadtwerken – die Ziele des Masterplans 100% Klimaschutz. Eine Besonderheit liegt in der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den 24 kreisangehörigen Städten und Gemeinden. Alle 24 Kommunen verfügen über ein eigenes Energie- und Klimaschutzkonzept und insgesamt 18 Klimaschutzmanagerinnen und -manager sind im und mit dem Kreis Steinfurt aktiv. Ebenso gibt es Netzwerke rund um den Bereich Nachhaltigkeit, Fair Trade und Suffizienz. Unter anderem wurden bereits Projekte zur Sanierung der kommunalen Liegenschaften sowie der Umstellung der Energieversorgung auf BHKW, Photovoltaik und KWK-Anlagen umgesetzt.

Stadt Emsdetten (Gold):
Erstmals wird die Stadt Emsdetten mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Dabei punktete Emsdetten unter anderem mit der Errichtung eines Nahwärmenetzes mit Holzpelletanlage zur Versorgung des städtischen Gymnasiums sowie der energetischen Modernisierung und Erweiterung der Josefschule. Zudem wurde die Nutzung der Windenergie auf dem Veltruper Feld ausgebaut und die Straßenbeleuchtung auf LED-Technologie umgerüstet. In einem weiteren Schritt plant Emsdetten die Entwicklung der Stadt zur „smart city“. Emsdetten nimmt seit 2010 am eea teil und wurde bereits 2011 und 2015 ausgezeichnet.

Stadt Ochtrup:
Die Stadt Ochtrup ist systematisch unter anderem im Bereich der Energieeffizienz aktiv. So erfolgte die Umrüstung der durch die Stadtwerke Ochtrup betriebenen Straßenbeleuchtung von HQL-Technik auf energieeffizientere Techniken. Dieser Prozess läuft bereits seit mehreren Jahren, der Anteil der LED-Technik an der Straßenbeleuchtung liegt inzwischen bei 27 Prozent. Zudem konnte der Anteil der Stromerzeugung durch erneuerbare Energien am Gesamtstrombedarf auf über 85 Prozent gesteigert werden. Mit Abstand größte Stromerzeuger sind dabei die 32 Windenergieanlagen, außerdem befinden sich über 600 PV-Anlagen, sieben Biogasanlagen sowie eine Wasserkraftanlage auf dem Stadtgebiet von Ochtrup.

Stadt Rheine:
Ausgezeichnet wurden ebenso die Aktivitäten der Stadt Rheine. Die zweitgrößte Stadt des Münsterlandes ist seit 2008 beim eea engagiert, dies ist bereits die vierte Auszeichnung für Rheine. Klimaschutz und Klimafolgenanpassung sind als eines der zentralen Stadtziele in Rheine fest verankert. Im Jahr 2012 erhielt die Stadt Rheine die Bundesförderung zum „Masterplan 100 % Klimaschutz“ und sollte als eine von seinerzeit 18 Kommunen bundesweit aufzeigen wie die Energiewende umgesetzt werden könnte. Mit dem Qualitätsmanagementverfahren und dem Masterplanprozess wurden kontinuierlich Maßnahmen und Projekte angestoßen und umgesetzt. Die Fortschreibung des „Masterplan 100 % Klimaschutz“ wurde im Jahr 2020 begonnen. Schwerpunkte der aktuellen Bemühungen ist die Erstellung und Umsetzung von quartierbezogenen Energiekonzepten. Dabei geht es um die Umsetzung von höheren Anforderungen an den Gebäudestandard sowie Berücksichtigung von Aspekten der Klimafolgenanpassung und des Umweltschutzes bei der Renaturierung von Gewässerstrukturen.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 25.08.2020 in Odenthal-Altenberg

25.8.2020 Odenthal-Altenberg: Odenthal-Altenberg

Stadt Aachen (Gold):
Bereits zum dritten Mal nach 2011 und 2015 wird die Stadt Aachen mit dem eea in Gold ausgezeichnet. Mit gelebtem Klimaschutz von der Verwaltungsspitze bis zu den Sachbearbeitenden konnte die Stadt Aachen in vielen Bereichen beim eea punkten: Kommunale Plus-Energie-Gebäude, frei zugängliche, online geschaltete Verbrauchsdaten für Schulen (e2watch), Infrastrukturmaßnahmen für den Radverkehr sowie die Abschaffung der dienstlichen Nutzung von Privatfahrzeugen zugunsten einer eignen e-Flotte. Auch die Steuerungsmöglichkeiten in Richtung Stadtgesellschaft werden wahrgenommen, beispielsweise durch KFW-55-Auflagen für Häuslebauer, eine erfolgreich umgesetzte KWK-Ausbaustrategie, eine Satzung, die unter anderem Dachbegrünung vorschreibt, oder eine Beratungsstelle für Gebäudesanierung (altbau plus). Im Bereich der erneuerbaren Energien wurde das Windpark-Projekt Münsterwald umgesetzt, hier sorgen sieben 3-MW-Windenergieanlagen für klimafreundlichen Strom.

Bundesstadt Bonn:
Bonn ist sozusagen ein Veteran des eea, seit 2003 nimmt die Bundesstadt an dem Zertifizierungsverfahren teil und wird nun zum fünften Mal mit dem eea ausgezeichnet. Klimaschutz findet in Bonn seit 1995 mit dem Beitritt zum Klima-Bündnis europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V. statt. 1999 wurde ein Klimaschutzkonzept mit einer ersten umfangreichen Bestandsaufnahme in Form einer CO2-Bilanzierung erstellt. Auf dieser Grundlage des eea wurde in Bonn 2008 das Aktionsprogramm Klimaschutz beschlossen und in den Folgejahren umgesetzt. 2019 beschloss der Rat der Stadt Bonn einen Bürgerantrag, mit dem für Bonn der symbolische Klimanotstand ausgerufen wurde. Bestandteil der stätischen Projekte ist die „Emissionsfreie Innenstadt“ – für eine zukunftsweisende, multimodale Mobilität. In diesem Zusammenhang wurden Mobilstationen zur Verknüpfung verschiedener Verkehrsangebote wie ÖPNV, Car-Sharing und Radverleih, Ausbau von Radschnellrouten, Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Fahrzeuge errichtet.

Stadt Köln:
Köln nimmt seit 2014 am eea teil. Die Aktivitäten sind vielfältig, wie zum Beispiel das EU-Projekt GrowSmarter, das im Rahmen der Projektinitiative SCC in Zusammenarbeit mit der städtischen Tochtergesellschaft RheinEnergie AG, den Städten Stockholm und Barcelona sowie rund 40 weiteren Partnerinnen und Partnern aus Industrie und Wissenschaft im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizon 2020“ umgesetzt wurde. Das Projekt hatte zum Ziel, in einem integrativen Vorgehen nachhaltige Lösungen für die Bereiche Energiemanagement, Transport und Mobilität insbesondere in einer zukünftig wachsenden Großstadt zu finden. Die Informations- und Kommunikationstechnologie spielte als Bindeglied zwischen den Teilbereichen Energie und Mobilität dabei eine besondere Rolle. Durch das Projekt sollten besonders im urbanen Raum die Luftqualität verbessert, die Feinstaubbelastung und der Energieverbrauch gesenkt sowie ein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität und zum Klimaschutz geleistet werden, um dazu beizutragen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen. Im Bereich Städtebau wurden im Kölner Stadtteil Mülheim die Stegerwaldsiedlung energetisch zur „Klimaschutzsiedlung“ saniert, mit erneuerbaren Energieanlagen und Stromspeichern ausgestattet, Mobilstationen eingerichtet und smart vernetzt.

Stadt Lohmar:
Die Stadt Lohmar nimmt seit 2003 am eea teil, sie wurde nun zum vierten Mal ausgezeichnet. Lohmar hat unter anderem begonnen, die Energieversorgung zu re-kommunalisieren. Zum einen wurden eigene Stadtwerke gegründet, zum andern das Versorgungsnetz zurückgekauft. Für die Gas- und Strom-Verbraucher wurde der „Ökocent“ eingeführt. Für jede verbrauchte Kilowattstunde wird der sogenannte „Ökocent“ für ein zweckgebundenes Budget für Effizienz- und Klimaschutzprojekte verwendet.

Rheinisch-Bergische Kreis (Gold):
Der Rheinisch-Bergische Kreis engagierte sich bereits vor der Teilnahme am eea-Modellversuch aktiv im Klimaschutz. So war der Kreis von 1996 bis 2011 Mitglied im Klimabündnis „Alianza del clima e.V.“. Im Rahmen des Agenda 21-Prozesses hat der Rheinisch-Bergische Kreis im Jahr 2003 ein Leitbild für Energie, Innovation und Klimaschutz beschlossen und seitdem kontinuierlich umgesetzt. Das implementierte Energieteam erarbeitet auf Grundlage eines energiepolitischen Arbeitsprogramms kontinuierlich Maßnahmen in verschiedenen Handlungsfeldern. Der Kreis treibt systematisch die umfassende Sanierung und Erweiterung des eigenen Gebäudeportfolios (Kreishaus, kreiseigene Schulen) voran. Inzwischen kommt es zum Einsatz von Geothermie für Teile des Wärmebedarfs, die Stromerzeugung für die Wärmepumpe erfolgt mittels PV-Anlage und eine KWK-Anlage wurde installiert. Zudem erfolgt seit 2016 die Versorgung der kreiseigenen Liegenschaften mit zertifiziertem Ökostrom. Im Rahmen des Wettbewerbs „Wasserstoffmodellregion NRW“ kommen seit 2019 erste Wasserstoffbusse zum Einsatz.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 25.08.2020 in Ratingen

25.8.20. Ratingen: European Energy Award Auszeichnung

Stadt Kevelaer:
Bereits seit 2009 nimmt die Wallfahrerstadt Kevelaer am Niederrhein am eea teil. In dieser Zeit wurde unter anderem ein Bürgerwindprojekt mit Unterstützung der Stadtwerke Kevelaer realisiert. Insgesamt erzeugen die fünf Windkraftanlagen jährlich rund 30 Millionen kWh Strom. Die 28.000-Einwohner-Stadt hat sich zudem das systematische Energiemanagement der kommunalen Gebäude, die Information für Bürger zum effizienten Bauen und Sanieren sowie die Förderung des Fahrradfahrens als Ziele gesetzt. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem die Energie- und Modernisierungsmesse „Dein Haus – Made in Kevelaer“ in Kooperation mit Kevelaerer Unternehmen durchgeführt. Zudem wurde eine Beschaffungsrichtlinie zur „Grünen Beschaffung“ für Büromaterial in der Verwaltung erstellt.

Stadt Ratingen:
Die Stadt Ratingen verfolgt quantitative und qualitative Ziele aus dem integrierten Klimaschutzkonzept. So will die Stadtverwaltung durch vorbildliche Projekte städtische Liegenschaften sanieren und erneuerbare Energien einsetzen. In diesem Zusammenhang ist an der Friedrich-Ebert-Realschule die komplette Beleuchtung im Rahmen eines BMUB-Förderprojektes auf LED umgestellt worden. Die jährliche Energieeinsparung beträgt ca. 30.860 kWh, das sind rund 71 Prozent des Energieverbrauches, der jährlich an der Realschule für die Beleuchtung anfällt. Dadurch werden die CO2-Emissionen um 863 Tonnen reduziert.

Gemeinde Schwalmtal:
Die Liste der umgesetzten Projekte in Schwalmtal ist lang: So wurde zum Beispiel das Rathaus saniert und in diesem Zuge mit LED-Technik ausgestattet. Zudem sorgt nun ein Rankgerüst an der Gebäudefassade für eine klimaschonende Wärmeregulierung. Die Straßenbeleuchtung wurde ebenfalls auf LED umgestellt. Darüber hinaus wurden in zwei Schulen die Heizungsanlagen modernisiert und Projekte zur Verbesserung des ÖPNV umgesetzt. Die Gemeinde Schwalmtal nimmt seit 2010 am eea teil.

Stadt Schwerte:
Die Stadt Schwerte im Regierungsbezirk Arnsberg nimmt seit 2016 am eea teil, sie legt seitdem einen wichtigen Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf den Bereich der Mobilität. Dazu wurde von der Stadt das „Mobilitätskonzept 2025“ erstellt. Im Rahmen der Umsetzung wurde mit der Installation von Elektroladesäulen im Stadtgebiet begonnen. Um der alternativen Mobilität mehr Vorrang einzuräumen, wurde eine Stellplatzsatzung mit verbindlichen Festsetzungen vorzuhaltender Fahrradabstellplätze erarbeitet. Bei der Wärmeversorgung wurde der Ausbau des Nahwärmenetzes in der Innenstadt durch die Stadtwerke Schwerte GmbH umgesetzt

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen am 24.08.2020 in Brakel

24.8.20. Brakel: European Energy Award Auszeichnung

Stadt Bad Salzuflen: 
Das Thermal-Heilbad im Kreis Lippe geht ganzheitlich an das Thema Energiewende: Ein Energiecontrolling für alle kommunalen Gebäude, ein Sanierungsfahrplan und diverse energetische Sanierungen städtischer Gebäude, die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen auf LED Technik in Straßenbeleuchtung und in verschiedenen städtischen Gebäuden oder die sukzessive Zurverfügungstellung von Dachflächen für Solaranlagen sorgen für verbesserte Energiebilanzen. Auch Bad Salzuflen nimmt – wie alle Ausgezeichneten – an der Kommunikations-Klimakampagne OstWestfalenLippe teil.

Stadt Brakel (Gold):
Die Stadt gehört zu den Pionieren des eea-Prozesses in Deutschland. Seit 2004 unterstützt der eea-Prozess die Energie- und Klimaschutzaktivitäten der 17.000-Einwohnerstadt aus dem Kreis Höxter. Herausragende Projekte der Stadt sind mehrere regenerative Nahwärmenetze in und um die historische und mit vielen denkmalgeschützten Gebäuden ausgeschmückte Altstadt; ein hoher Anteil an regenerativer Stromerzeugung durch einen Mix aus Windenergie-, Biogas- und PV-Anlagen (77%). Die Brakeler Stadtverwaltung geht mit gutem Beispiel voran: Bei den eigenen Gebäuden und Anlagen (Wasserversorgung, Kläranlage, Straßenbeleuchtung) liegt der Anteil der Erneuerbaren Energien bei der Wärmeversorgung bei 60% und bei der Stromversorgung bei 100 %.

Kreis Lippe (Gold):
Der Kreis nimmt seit 2010 am European Energy Award teil. Im Rahmen der Exzellenzinitiative „Masterplan 100 % Klimaschutz“ der Bundesregierung konnten die eea-Aktivitäten noch um eine intensive Ausweitung der interkommunalen Zusammenarbeit mit den lippischen Städten und Gemeinden ergänzt werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Energie-Aktivitäten lag auf dem Projekt „Lippe_Re-Klimatisiert“ (LiReK). Hier wurde eine Gesamtstrategie für die Bereiche Mobilität, Verhalten und Gebäude inklusive der Kreishaussanierung erstellt, die mit Fördermitteln bis Juli 2022 umgesetzt wird. Die Erfolge im eea waren auf dem Weg zur Förderqualifizierung des Projekts ein ebenso wichtiger Baustein wie bei der erfolgreichen Bewerbung für das Wasserstoff-Modellprojekt HyDrive OWL und das EU-Förderprojekt Evolving Regions, das sich mit der Klimafolgenanpassung beschäftigt.

Stadt Löhne:
Die Sanierung des Rathauses zum Passivrathaus als eines der ersten Rathäuser weltweit ist herausragend, verschiedene Schulen sind mit BHKW oder Holzpelletheizung versehen, eine Bürgersolaranlage auf dem Dach der Stadtwerke tut ihren Dienst und auch die sukzessive Umstellung des städtischen Fuhrparks auf E-Mobilität bzw. die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED zahlen in die Löhner Energiebilanz ein.

Stadt Minden:
In der Weserstadt prägen zum Beispiel das energetische Quartierskonzepts für das Quartier „Rechtes Weserufer“, die sukzessive Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED, das Carsharing-Angebot „MindenGO“ oder die energetisch und ökologisch optimierte Kläranlage das Energie- und Nachhaltigkeitskonzept der Stadt.

Stadt Verl (Gold):
Eine Vielzahl von Maßnahmen bietet die Stadt im Kreis Gütersloh: Herausragend ist das dortige Fernwärmenetz. Hier wurde durch einen städtischen Eigenbetrieb die Wärmeversorgung von Schulen und kirchlichen Liegenschaften auf Fernwärme aus Bioenergie umgestellt. Dazu wurde am Freibad Verl ein Holzheizwerk errichtet und eine Fernwärmetrasse zum Zentrum verlegt. Ein Landwirt speist weitere Leistung aus einem Satelliten-Biogas-BHKW ein. Die zunächst nur für rund 1 km geplante Fernwärmetrasse wurde im Projektverlauf immer weiter ausgedehnt und auch private Kunden zu attraktiven Preisen angeschlossen. Im Zuge der Sanierung der Ortsdurchfahrt Verl durch Straßen NRW erfolgte ein Fernwärmeausbau im Stadtzentrum mit über 2,5 km Trassenlänge. Ein weiteres Siedlungsquartier wurde fernwärmeseitig erschlossen und mit einer Anschlussquote von über 60 % für die Fernwärme gewonnen.

Güler Ebren
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455270
ebren@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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