Klimaschutz

/klimaschutz/klimanetzwerker/aus-der-region

Information

Verleihung des European Energy Award – Minister Pinkwart ehrt elf Preisträger aus NRW

Der European Energy Award (eea) wurde in diesem Jahr in Bochum verliehen.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Thomas Mohn
Der European Energy Award (eea) wurde in diesem Jahr in Bochum verliehen.
Foto: EnergieAgentur.NRW, Thomas Mohn
Zehn nordrhein-westfälische Kommunen und eine Kreisverwaltung wurden am 23. Januar im Rahmen des 1. Bochumer Klimaforums mit dem European Energy Award (EEA) ausgezeichnet. Die Stadt Bochum erhielt den Award als einziger Preisträger in Gold. Auf der Auszeichnungsveranstaltung lobte deshalb auch NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart die Kommunen und Kreise des Bundeslandes: „Die Bedeutung der Städte und Kreisverwaltungen als Motor struktureller Veränderungen ist nicht hoch genug einzuschätzen. Die erfolgreiche Beteiligung am European Energy Award zeigt, wie viele Kommunen in Nordrhein-Westfalen die Energieeffizienz steigern und Erneuerbare Energien ausbauen und so ihren Bürgerinnen und Bürgern ein gutes Beispiel geben.“

Die EnergieAgentur.NRW betreut in NRW im Auftrag des NRW-Wirtschaftsministeriums das Zertifizierungsverfahren European Energy Award, das nach erfolgreichem Abschluss für die jeweiligen Verwaltungen mit dem gleichnamigen Award enden kann. Den European Energy Award erhält eine Kommune, wenn sie mindestens 50 Prozent der Maßnahmen umsetzt, die seit Beginn des Prozesses von akkreditierten EEA-Beratern vorgeschlagen wurden. Die Kommunen und Kreise werden bewertet für verschiedene Projekte – von der klimaangepassten Stadtplanung des Bochumer Projekts „Plan4Change“ bis zum Fernwärmespeicher der Stadtwerke Duisburg mit einem Fassungsvermögen von etwa 43.000 Kubikmetern, um die Fernwärmeversorgung der Stadt zu sichern.

Stadt Bochum dem EEA in Gold ausgezeichnet

Mit dem EEA in Gold für 75 Prozent umgesetzte Maßnahmen wurde in diesem Jahr die Gastgeber-Stadt Bochum ausgezeichnet. Für Bochum ist es bereits das dritte Mal, dass man mit dem EEA in Gold zertifiziert wird. Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch: „Wir fühlen uns im wahrsten Sinne ausgezeichnet: Zum dritten Mal den European Energy Award in Gold zu erhalten, ist eine tolle Bestätigung für unser Engagement in Sachen Klimaschutz. Und wir bleiben natürlich aktiv in den Bereichen Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit.“

Weitere European Energy Awards gingen in diesem Jahr nach Bad Berleburg, Duisburg, Everswinkel, Gelsenkirchen, Hamm, Ibbenbüren, Lippstadt, Moers, Oberhausen und  in den Kreis Soest.

Der European Energy Award ist ein Prozess

Der EEA ist ein europaweit anerkanntes Zertifikat für die kommunalen Aktivitäten rund um Klimaschutz und Energieeffizienz, in Nordrhein-Westfalen stellen sich 104 Kommunen und Kreise diesem Verfahren. Der Minister betonte, dass der European Energy Award ein bewährtes Instrument des Landes sei, um Städten und Gemeinden bei der systematischen Erschließung ihrer Energieeffizienzpotenziale zu helfen. „Kommunen sind wichtige Verbündete, wenn es darum geht, Klimaschutzpotentiale zu heben. Mit dem EEA geben wir ihnen ein Instrument in die Hand, den Herausforderungen auch gerecht zu werden“, so Minister Pinkwart weiter.

„Der European Energy Award ist ein Prozess. Einmal auditiert müssen die Kommunen die Leistungen in regelmäßigen Abständen bestätigen. Schließlich ist der Klimaschutz eine Daueraufgabe“, erklärt Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. Schneider weiter: „Der EEA besitzt für Kommunen einen so hohen Stellenwert, weil sie mit ihm systematisch Handlungsoptionen und Gestaltungsfähigkeit auf dem Feld des Klimaschutzes und der Effizienzsteigerung erhalten.“ Davon könnten auch finanzschwache Kommunen profitieren, da der Award durch das Land gefördert werde, so Schneider.

Auszeichnungen im Rahmen des 1. Bochumer Klimaforums

Die Auszeichnungsveranstaltung vor mehr als 250 Gästen fand im Anschluss an das 1. Bochumer Klimaforum statt, das die Stadt Bochum gemeinsam mit der EnergieAgentur.NRW durchführte. Themenschwerpunkte der Veranstaltung waren Klimaschutz und Klimaanpassung, erneuerbare Energien und klimafreundliche Mobilität. Dazu gab es insgesamt acht Fachvorträge, unter anderem von Prof. Dr. Rolf Bracke vom Geothermiezentrum der Ruhr-Uni Bochum über die Potenziale der Tiefengeothermie für die Wärmewende, einem Fachvortrag des Meteorologen Sven Plöger und einem Diskussionsforum zum Thema „Klimapolitik und kommunales Engagement“. Mit dem Bochumer Klimaschutzaward wurden anschließend sechs vorbildliche Bochumer Projekte ausgezeichnet. Das Forum bot zusätzlich eine Ausstellung zum Thema „Klimaschutz und Wissenschaft im Netzwerk Univercity“.

Ausführliche Portraits zu den Gewinnern finden Sie als Anlage.
Fotos mit den Preisträgern finden Sie bei Flickr.

Kurzportraits der ausgezeichneten Kommunen

Bad Berleburg: Im Rahmen des Projekts „Global nachhaltige Kommune“ fördert Bad Berleburg aktiven Klimaschutz und eine lebendige Willkommenskultur. Außerdem hat die Stadt im Sauerland ihr Bürgerhaus am Markt umgebaut. Als Kommunikations- und Informationszentrum mit Schwerpunkten auf nachhaltigem Tourismus und Natur- und Umweltbildung steht es allen Nutzern offen. Darüber hinaus wurden die Gebäude des Schul- und Sportzentrums Auf dem Stöppel an ein neues Blockheizkraftwerk sowie an eine bestehende Holz-Hackschnitzelanlage des Sportzentrums Stöppel angebunden. Im Bereich Mobilität und Verkehrsplanung geht Bad Berleburg mit E-Ladestationen für PKW und Elektrofahrräder voran und erhält nun zum ersten Mal den European Energy Award.

Bochum: Die Stadt Bochum bekommt den European Energy Award insgesamt zum fünften Mal (zum dritten Mal in Gold) überreicht und wird damit für ihr vielfältiges Engagement ausgezeichnet. Dazu gehört die klimaangepasste Stadtplanung des Projekts „Plan4Change“ am Beispiel des Neubaugebiets Ostpark. Auch in der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Kreise und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen sowie mit dem Aktivitätsprämienmodell „Klimaschutz: So machen WIR’s!“ für Schulen und Kindertagesstätten treibt Bochum die Energiewende voran. Nicht zuletzt werden in der Ruhrgebietsstadt durch die Förderung von Bürgerenergiegenossenschaften Dachflächen für Photovoltaikanlagen vermietet.

Duisburg: Unter dem Namen „Duisburg. Nachhaltig“ hat die Stadt am Niederrhein ein integriertes Klimaschutzkonzept entwickelt und wird nun zum dritten Mal mit dem European Energy Award geehrt. Damit wird auch das seit mehr als zehn Jahren bestehende Projekt „Energiesparen an Duisburger Schulen – ESPADU“ gewürdigt, eines der größten Projekte dieser Art in Deutschland mit rund 130 teilnehmenden Schulen. Darüber hinaus haben die Stadtwerke Duisburg einen Fernwärmespeicher mit einem Fassungsvermögen von etwa 43.000 Kubikmetern gebaut, um die Fernwärmeversorgung der Stadt zu sichern. Auch die Duisburger Umweltwochen wurden erfolgreich neu konzipiert.

Everswinkel: Ihre Schulen und Turnhallen hat die Gemeinde Everswinkel im Kreis Warendorf auf LED-Beleuchtung umgerüstet, viele Gebäude wurden zwecks Klimaschutz gedämmt und saniert. Auch beim Verkehr hat es Neuerungen zugunsten der Energiewende gegeben: An der L 793 wurde ein Radweg gebaut, im Ortskern ist unter dem Motto „Fahrrad und Bus im Verbund“ eine Pedelec-Station mit öffentlichen Ladepunkten entstanden. Die Idee des Modellprojekts: Elektrofahrräder in Kombination mit einem Monatsabo für den Bus vermieten. 2017 wurde daraus nun eine Mobilstation, indem das Angebot um ein Leihauto ergänzt wurde. Dafür erhält Everswinkel nun zum zweiten Mal den European Energy Award.

Gelsenkirchen: „Solarer Städtebau Gelsenkirchen“ heißt das als KlimaExpo.NRW-ausgezeichnete Projekt, bei dem in Gelsenkirchen die Solar- und Klimaschutzsiedlungen „Graf Bismarck“ und „Wohnen am Buerschen Waldbogen“ realisiert wurden. Das ist nicht die einzige Maßnahme, mit der sich Gelsenkirchen für die Energiewende engagiert: Auch die energetische und baukulturelle Sanierung gartenstädtischer Zechenhaussiedlungen wurde im Rahmen des bundesgeförderten interkommunalen Energielabor Ruhr vorangetrieben. Dafür machte man sich etwa Nahwärme aus einem Grubengas-Blockheizkraftwerk zu nutze. Darüber hinaus war die Stadt an der Emscher in folgenden Bereichen aktiv: Kraft-Wärmekopplung, Energieeffizienz in Unternehmen und energetische Sanierung der kommunalen Liegenschaften. Auch die Kampagne „klimaGEnial – Klimaschutz: einfach, immer, überall“ wurde erfolgreich weiterentwickelt. Für ihr Engagement wird die Stadt Gelsenkirchen zum dritten Mal mit dem European Energy Award ausgezeichnet.

Hamm: In Hamm haben sich mehr als 1.500 Bürgerinnen und Bürger mithilfe von Sparkassenbriefen daran beteiligt, zwei neue Windkraftanlagen zu finanzieren. Außerdem hat die Stadt in Westfalen daran gearbeitet, Elektromobilität voran zu treiben. Um die Einbindung, das Engagement und das Feedback der Bürger zu fördern, wurde ein Klimaschutzwettbewerb ausgelobt. Außerdem helfen die Mitarbeiter des gemeinnützigen Projekts „Stromsparcheck“ Interessenten Strom zu sparen, Kosten zu senken und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Darüber hinaus informiert die Arbeitsgruppe Starkregen im Internet ausführlich zu Gefahren dieses immer häufiger auftretenden Wetterphänomens und gibt den Bürgern Tipps zur Vorsorge. Für diese Maßnahmen erhält die Stadt Hamm nun zum zweiten Mal den European Energy Award.

Ibbenbüren: Die Stadt Ibbenbüren im Kreis Steinfurt wird zum dritten Mal mit dem European Energy Award ausgezeichnet. Als Modellkommune des BNE-Projekts „Lernfeld Kommune für Klimaschutz“ wurde die Partizipation von Kindern und Jugendlichen an kommunalen Klimaschutz-Prozessen gefördert. Damit auch die Kleinsten für das Thema sensibilisiert werden, wurde Nachhaltigkeitserziehung in die pädagogischen Konzepte von Kindergärten aufgenommen. Mithilfe des Vereins „energieland2050 e.V.“ unterstützt Ibbenbüren Kampagnen, wie „Plastiktütenfreie(r) Kreis/Stadt“. Darüber hinaus beteiligte sich die Stadt im gemeinsamen Förderantragsverfahren zu KommunalerKlimaschutz.NRW mit Vorschlägen zur verbesserten Gebäudedämmung eines Gymnasiums, der Errichtung einer schulübergreifenden Heizzentrale eines lokalen Schulzentrums sowie der weiteren Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks. Kampagnen der Verbraucherzentrale-Energieberatung umfassen vielfältige Checks von Solarthermie bis zu individuellem Stromsparen.

Lippstadt: In der Lippstädter Altstadt wurde fast vollständig ein Mobilitätskonzept umgesetzt, das für den nicht motorisierten Verkehr umfangreiche Verbesserungen erzielt hat. Beim Neubau der Gesamtschule wurde auf einen optimierten Dämmstandard sowie Klassenlüftung mit Wärmerückgewinnung und bedarfsabhängiger Regelung geachtet. Im historischen Rathaus wurde zudem eine neue Heizungsanlage mit Brennstoffzelle eingebaut. Auch im Bereich der Straßenbeleuchtung war Lippstadt aktiv: Mehr als ein Drittel aller Laternen wurden inzwischen auf energiesparende LED-Leuchten umgerüstet. Für ihr Engagement erhält die größte Stadt im Kreis Soest nun zum dritten Mal den European Energy Award.

Moers: 2013 initiierte die Stadt am unteren Niederrhein, die nun zum ersten Mal mit dem European Energy Award geehrt wird, das Klimaschutzprojekt Moers (KliMo). Durch Energieeinsparungskampagnen in Schulen und städtischen Kindertagesstätten konnten so 450 Tonnen CO2 eingespart werden. Aufgrund des großen Erfolgs des Projekts wurde es für weitere drei Jahre verlängert. Um die Belange des Klimaschutzes besser vertreten und Synergieeffekte nutzen zu können, hat sich Moers mit zwölf weiteren Kommunen und dem Kreis Wesel im Klimabündnis zusammengeschlossen. Außerdem konnte der örtliche Energieversorger in jüngster Zeit fünf Windkraftanlagen im Stadtgebiet in Betrieb nehmen. Darüber hinaus beteiligt sich die Stadt Moers mit einem Quartier in Moers-Meerbeck am Projekt InnovationCity roll out.

Oberhausen: Zur Senkung der CO2-Emissionen im Verkehr hat die Stadt Oberhausen ein betriebliches Mobilitätskonzept eingeführt, mit dem Ziel Carsharing für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Um das Fahrrad als emissionsarmes Fortbewegungsmittel zu fördern, wurde eine Radverkehrsbeschleunigung mithilfe einer automatischen Detektion an mehreren Stellen im Stadtgebiet eingeführt. Außerdem wächst in der Ruhrgebietsstadt der Anteil der Elektro-Autos beim kommunalen Fuhrpark: Sechs Fahrzeuge werden ausgetauscht. Zudem wurde sichergestellt, dass  die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW im Technischen Rathaus auch in den kommenden drei Jahren fortgeführt werden kann. Für ihre Maßnahmen zum Klimaschutz erhält Oberhausen zum vierten Mal den European Energy Award.

Kreis Soest: Zum Thema „European Energy Award“, mit dem der Kreis Soest in diesem Jahr erstmalig ausgezeichnet wird, haben die Verantwortlichen verschiedene Steuerungsgruppen mit kreisangehörigen Städten und Gemeinden etabliert und einen interfraktionellen Arbeitskreis des Kreistags eingerichtet. Auch das Netzwerk „Sanieren mit Zukunft im Kreis Soest“ wurde ausgebaut. Für klimaneutrale Dienstfahrten hat der Kreis Soest sechs Elektro-Fahrzeuge angeschafft. Kürzere Wege zwischen den Dienststellen können Mitarbeiter nun mit zwei Pedelecs zurücklegen. Darüber hinaus wurde unter der Überschrift „ÖKOPROFIT Kreis Soest“ der sparsame Umgang mit Ressourcen gefördert.

Herr Jochem Pferdehirt
Leiter Beratung Energieeffizienz: Klimaschutz in Kommunen und Regionen, Leiter Netzwerk Energieeffizienz: Klimaschutz in Kommunen und Regionen / Leiter Kommunaler und regionaler Klimaschutz und Klimawandel
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0211 86642419
Mobil: 0171 8354624
pferdehirt@energieagentur.nrw

Frau Güler Ebren
Kommunaler und regionaler Klimaschutz und Klimawandel
Landesgeschäftsstelle NRW „European Energy Award“

EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455270
ebren@energieagentur.nrw

Frau Sabine Schneider
Netzwerk KWK/Nah- und Fernwärme, Leitstelle KWK-Modellkommunen NRW, Kommunaler und regionaler Klimaschutz und Klimawandel
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0202 2455253
sabine.schneider@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.