Klimaschutz

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Information

JIM.NRW - Joint Implementation Modellprojekt NRW

Das Kyoto-Protokoll hatte mit Joint Implementation (JI) und Clean Development Mechanism (CDM) zwei besondere Projektformen für den Klimaschutz auf internationaler Ebene verankert. Sie ermöglichen es den Industrieländern, ihre Reduktionsverpflichtungen auch außerhalb der eigenen Landesgrenzen zu erfüllen. Gleichzeitig sollen JI und CDM den Technologietransfer zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ankurbeln und für eine zügige Anwendung effizienter Energietechnologien auch in ärmeren Ländern sorgen. Joint Implementation bot bis Ende 2012 darüber hinaus die Möglichkeit, gemeinsam mit internationalen Partnern in der eigenen Region tätig zu werden. NRW hat diese Option genutzt und von 2007 bis Ende 2012 ein Klimaschutzprojekt für Unternehmen und Kommunen durchgeführt: das Joint Implementation Pilotprojekt - kurz JIM.NRW.

Das Joint Implementation Modellprojekt NRW richtete sich an Anlagenbetreiber in NRW, die im Projektzeitraum bei ihren Heiz- oder Dampfkesselanlagen deutliche CO2-Reduktionen erzielen konnten. Dies konnte durch den Einbau eines neuen, effizienteren Kessels geschehen, der den Energieverbrauch deutlich senkte oder aber mit einem emissionsärmeren Brennstoff arbeitete. Sowohl Industrieanlagen als auch Bürogebäude und größere Wohnkomplexe konnten einbezogen werden. Die Teilnehmer speisten ihre CO2-Reduktionen in das Projekt ein und erwirtschafteten so handelbare Emissionsrechte.

Projektträger ist die EnergieAgentur.NRW, die JIM.NRW im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz und Energie Nordrhein-Westfalen durchgeführt hat. JIM.NRW bündelte viele kleinere Effizienzmaßnahmen in einem Pool und machte sie so für eine Vermarktung wirtschaftlich attraktiv. Die EnergieAgentur.NRW wandelte die erzielten CO2-Einsparungen in handelbare Zertifikate um und verkauft sie am Markt. Die Erlöse wurden und werden anteilig an die Projektteilnehmer ausgeschüttet. Zudem übernahm die EnergieAgentur.NRW das Monitoring - das heißt die Prüfung der realisierten CO2-Einsparungen - und band internationale Partner in das Projekt ein. Die offizielle Projektlaufzeit startete in der zweiten Jahreshälfte 2007 und endete Anfang 2013.

 Wer konnte an JIM.NRW teilnehmen?

  • Heiz- und Dampfkesselanlagen in NRW
  • Neuanlagen, die Altanlagen ersetzten
  • Anlagen, die bis 2012 erneuert oder modernisiert wurden
  • Betreiber konnten sowohl Industrieunternehmen, Gebietskörperschaften, Kliniken, Contractoren, Kirchen oder Vereine sein

Wer konnte nicht an JIM.NRW teilnehmen?

  • Anlagen, die bereits erneuert worden sind
  • Anlagen kleiner 400 kW, die älter als Baujahr 1985 sind
  • nicht betriebsbereite oder abgängige Anlagen
  • Anlagen, die aufgrund von gesetzlichen Anforderungen erneuert werden mussten (z.B. nach BImSchV)
  • Anlagen, für deren Erneuerung Zuschüsse aus anderen Förderprogrammen oder Kredite der KfW gewährt wurden
  • Anlagen, die auch Strom produzierten
  • Stromheizungen, Wärmepumpen, Fernwärme
  • Neuanlagen, die keine Altanlagen ersetzten
  • Neuanlagen über 20 MW Feuerungswärmeleistung
  • Neuanlagen, die dem Emissionshandel unterlagen

Beispielkalkulation

Eine Kommune modernisiert in einem ihrer großen Verwaltungsgebäude die Heizwärmeerzeugung und wechselt dabei von Heizöl zu Erdgas. Der alte Dampfkessel wird durch einen modernen Niedertemperaturkessel mit einer Leistung von 1,5 MW ersetzt, der jährliche Gasverbrauch beträgt rund 2.500.000 kWh. Die Kommune erreicht so CO2-Einsparungen von etwa 265 Tonnen pro Jahr. Zur Kontrolle der Einsparung übermittelt sie vier Mal jährlich ihre Verbrauchswerte an die EnergieAgentur.NRW. Die Teilnahme am Projekt JIM.NRW kann der Kommune so etwa 4.000 Euro pro Jahr einbringen. Über die Gesamtlaufzeit des Projekts fließen rund 20.000 Euro aus dem Verkauf von Zertifikaten in die kommunale Kasse. Die CO2-Reduktion liegt insgesamt bei geschätzten 1.300 Tonnen.

JIM.NRW hat von 2008 bis 2012 CO2-Minderungen in Höhe von 60.000 Tonnen erzielt. Die durch die Mittel aus der Veräußerung der ERU-Zertifikate geförderten Kesselanlagen sind zumeist weiterhin in Betrieb und erwirtschaften so zusätzliche CO2-Minderungen.

Einen schematischen Ablaufplan zu JIM.NRW finden Sie hier.

Herr Rainer van Loon
Querschnittsthemen Klimaschutz & Energie
EnergieAgentur.NRW
0211 86642287
van.loon@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.