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Kommunale CO2-Bilanzen

FAQ

FAQ zur Treibhausgas-Bilanzierung
 

Registrierung / Freischaltung / Benutzerverwaltung

Unterliegt die Registrierung im Klimaschutz-Planer irgendwelchen Voraussetzungen oder kann sich jede Kommune jederzeit einen Zugang einrichten lassen?

Das Land NRW hat für alle Kommunen/ Kreise/ Regierungsbezirke inkl. RVR eine Landeslizenz für das CO2-Bilanzierungstool Klimaschutz-Planer erworben. Die Nutzung des Tools ist für diese kostenfrei. Im ersten Schritt kann sich pro Kommune eine Mitarbeiter*in registrieren.

Gibt es analog zu ECORegion eine Community-Funktion, um als Kreis Kommunendaten eintragen bzw. einsehen zu können, weil gewisse Daten nur auf Kreisebene vorliegen?

Der Klimaschutz-Planer enthält eine Bündelfunktion. Der Bündelzugang verknüpft mehrere Einzel-Zugänge und einen Zugang einer größeren Gebietskörperschaft. Ein Bündel verknüpft die Daten der angeschlossenen Mitglieder, so dass die übergeordnete Berechnung einer CO2-Bilanz für das Bündel möglich wird. Zum Beispiel kann so die Bilanz eines Kreises oder Regierungsbezirks direkt über die eingegebenen Daten der Kommunen erfolgen. Als Administrator kann man Kommunen auswählen und eine entsprechende Dateneinsicht erhalten bzw. die Dateneingabe durchführen.

Wie kann ein externer Berater einer Kommune Zugriff auf den Klimaschutz-Planer erhalten?

Der Berater kann in der Benutzerverwaltung als Sekundärnutzer freigeschaltet werden und hat somit alle notwendigen Funktionen zur Verfügung. Die Freischaltung erfolgt über den entsprechenden Administrator in der Kommune.

Welche Rollen/Rechte können beim Anlegen eines neuen Benutzers vergeben werden?

Der neue Benutzer kann als Admin-, Primär- oder Sekundärnutzer freigeschaltet werden. Zudem kann ein Gastzugang eingerichtet werden. Hier stehen dann nur Leserechte zur Verfügung.

Datengrundlage / Datenbereitstellung / Datenbeschaffung / Dateneingabe

Wie erstelle ich eine CO2-Bilanz?

Für die Berechnung der Ist-Bilanz müssen Sie im Klimaschutz-Planer unabdingbar bestimmte Daten eingeben (siehe Tabelle). Gehen Sie dabei durch die drei Reiter (Erdgas, Strom und Verkehrsmengen), ergänzen die Werte und ändern Sie gegebenenfalls die Datenquelle. Bei der Dateneingabe sollten Sie auf die korrekten Einheiten berücksichtigen. Die EnergieAgentur.NRW bietet auf ihrer Homepage eine Hilfestellung zur Umrechnung von Energieeinheiten an.

Zusätzlich zu diesen Daten stellt die Software weitere benötigte statistische Basisdaten automatisch bereit. Welche Daten explizit bereitgestellt werden finden Sie hier. Diese können Sie als Nutzer bei Bedarf auch überschreiben. Auf Grundlage beider Datenbestände berechnet der Klimaschutz-Planer die sogenannte Minimalbilanz. Im nächsten Schritt wird die Minibilanz mit Hilfe umfangreicher kommunaler und regionaler Daten verfeinert und eine detaillierte Basisbilanz erzeugt. Die Erstellung einer Basisbilanz macht eine eigene umfangreiche Datenerhebung erforderlich.

Tabelle 1: Statistische Basisdaten

Bereich Daten Datenquelle
Erdgas Erdgasverbrauch gesamtes Kommunengebiet Erdgas-Netzbetreiber
Erdgas Angabe Erdgasanteil - Verhältnis Erdgas- zu Heizölverbrauch in der Kommune (Voreinstellung der Anteile: 50:50) Energieversorger, Kommunale Erhebung (Schätzung)
Strom Stromverbrauch gesamtes Kommunengebiet Strom-Netzbetreiber
Verkehrsmengen Fahrleistungen Linienbus Lokale(s) Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbund
Verkehrsmengen Fahrleistung Straßen, Stadt- und U-Bahnen Lokale(s) Verkehrsunternehmen, Verkehrsverbund

Was ist der Unterschied zwischen der Basisbilanz und der Minimalbilanz?

Die Minimalbilanz stellt einen Startpunkt für die weitere Bilanzerstellung dar und setzt sich aus den Vorgabedaten der Berechnung und den obligatorischen kommunalen Eingabedaten(gesamt Strom- und Erdgasverbrauch, kommunale Verkehrsdaten) zusammen und lässt sich im Klimaschutz-Planer mit wenigen Angaben über die Schnelleingabe erstellen. Aufgrund der sehr vereinfachten Datenerfassung eignet sie sich nicht für ein Monitoring im Sinne eines Klimaschutzkonzeptes oder eines NKI-Masterplans. Für die Erstellung einer Basisbilanz müssen weitere kommunale und sektorspezifische Energieverbrauchsdaten durch den Nutzer ergänzt werden. Nur eine Basisbilanz eignet sich tatsächlich für die Öffentlichkeit.

Wie berechnet sich die Basisbilanz?

Ausgehend von dieser ersten Berechnung der Minimalbilanz kann die Qualität der Ist-Bilanz durch die Eingabe von weiteren kommunenspezifischen Werten (bspw. die nicht-leitungsgebundenen Energieträger) schrittweise verbessert werden, sodass eine kommunale Basisbilanz für den Ist-Stand erstellt werden kann. Die Basisbilanz präzisiert die Ergebnisse der Minibilanz. Es werden, soweit möglich, regionalspezifische Daten in den Klimaschutz-Planer eingepflegt. In der finalen Basisbilanz werden die Berechnungen zu den Energieverbräuchen und den daraus resultierenden CO2-Emissionen auf Grundlage der „harten“ regionalspezifischen Daten durchgeführt (Bottom up). In den Bereichen, für die keine regionalspezifischen Daten vorliegen, werden die im Bilanzierungstool vorab hinterlegten Daten eingesetzt (Top down). Die Basisbilanz ist in den meisten Fällen ein Berechnungsmix aus regionalen Daten und den statistischen Basisdaten.

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Woher bekommt man die erforderlichen Daten zur Erstellung der eigenen CO2-Bilanz?

Bei den Daten muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen Verbrauchs- und Erzeugungsdaten. Die Verbrauchsdaten untergliedern sich in die leitungsgebundene- und nicht leitungsgebundene Energieträger. Akteure, die entsprechende Daten vorhalten sind u.a. die Energieversorger/ Netzbetreiber sowie Schornsteinfeger. Weiterhin ist eine entsprechende Datenerhebung im Verkehrsbereich sowie der kommunalen Gebäude/Flotten notwendig. Die EnergieAgentur.NRW hat entsprechende Datenerhebungshilfen erarbeitet, die unter www.CO2.nrw.de im Bereich Datenerhebung abrufbar sind. Nicht alle Daten können 1 zu 1 für die Bilanzierung mit dem Klimaschutz-Planer Verwendung finden, da auch hier eine Einheitenumrechnung erforderlich ist.

Welche Daten werden im KSP zur Verfügung gestellt und wie lautet die Quelle? Müssen alle EE-Anlagen einzeln eingegeben werden? Wie können die Daten des Energieatlas NRW genutzt werden?

Die EA.NRW bereitet kommunenscharf Daten aus dem Energieatlas NRW auf. Ob diese automatisch eingepflegt werden oder Kommunen eine selbstständige Eingabe durchführen müssen, ist noch in Absprache. Weiterhin erfolgt eine Bereitstellung der Daten Solarthermie sowie Emissionen der Energieintensiven Industrie. Diese Daten werden direkt im KSP in den entsprechenden Tabellen bereitgestellt und jährlich aktualisiert.

Wie seriös sind Daten, die zum Beispiel von EnergyMap übernommen werden? 

EnergyMap (www.energymap.info) basiert auf den Meldedaten der EVU im Hinblick auf EEG Anlagen. Das EEG formuliert diesbezüglich eine Meldepflicht für die Netzbetreiber. Die Netzbetreiber veröffentlichen diese Daten auf ihren eigenen Plattformen, es gibt keine gesetzliche Verpflichtung, dass dies in einem zentralen Datenregister bzw. einer Datenbank erfolgen muss. EnergyMap trägt die veröffentlichungspflichtigen Daten der Netzbetreiber zusammen und prüft sie auf Plausibilität. Insofern haben die Daten aus Sicht der EnergieAgentur.NRW eine gute Qualität. Seit 2012 stellt das LANUV NRW über das Internetportal www.energieatlas.nrw.de den Kommunen spezifische Daten zu erneuerbaren Energien zur Verfügung. Der Energieatlas NRW bietet eine gute Alternative zur Datenbeschaffung hinsichtlich der Stromproduktion durch erneuerbare Energie.

Nach welcher Methodik erfolgt die Berechnung der CO2-Bilanz?

Für die Ermittlung der CO2-Emissionen auf Grundlage der Endenergieverbräuche gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen: die IPCC- und die LCA-Methodik. Die IPCC-Methodik beruht auf dem Territorial- oder Quellenprinzip, d. h., dass alle Treibhausgasemissionen innerhalb der räumlichen Grenzen der untersuchten Region bilanziert werden. Im Fall von Strom werden demnach nur die Emissionen bilanziert, die durch die Stromerzeugung (Kraftwerk) vor Ort entstehen. Der Stromkonsum dagegen wird als emissionsfrei angenommen. Bei der LCA-Methodik (Life Cycle Assessment) wird das Verursacherprinzip angewandt. Neben dem Endenergieverbrauch vor Ort werden auch die Emissionen der Vorkette, also beispielsweise die CO2-Emissionen des Kraftwerkes in dem der Strom außerhalb der Region produziert wird oder die durch den Transport der Kohle zu dem Kraftwerk entstehen, berücksichtigt. Ebenso besteht im Klimaschutz-Planer die Möglichkeit auf die sogenannte BISKO-Methodik des ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH zurückzugreifen. Diese basiert auf dem endenergiebasierten Territorialprinzip. Es werden alle im betrachteten Territorium anfallenden Verbräuche auf Ebene der Endenergie berücksichtigt und den verschiedenen Verbrauchssektoren zugeordnet. Die Kommune kann im Klimaschutzplaner entscheiden, ob sie ihre Bilanzierung nach der BISKO-, der IPCC- oder der LCA-Methodik erstellt.

Welchem Standard folgen die im Klimaschutz-Planer hinterlegten Emissionsfaktoren? Werden sie automatisch an den aktuellen Erkenntnissen des IPCC angepasst? Welche Emissionsfaktoren werden für vergangene Daten berücksichtigt? Würde man bei lokalen Anlagen den lokalen Emissionsfaktoren des Grundversorgers verwenden, die den Bundesstrommix ersetzten?

Die im Klimaschutzplaner hinterlegten Emissionsfaktoren werden regelmäßig auf den neusten wissenschaftlichen Stand gebracht. Alle Endenergieverbrauchsdaten die in den Klimaschutzplaner eingetragen sind werden entsprechend mit den hinterlegten Faktoren zu Treibhausgasemissionen berechnet. Übertragene Endenergieverbrauchsdaten aus ECOSPEEDRegion werden ebenfalls mit diesen Faktoren berechnet. 

Was sind Vorgabedaten, woher stammen sie und wie verlässlich sind sie?

Der Klimaschutzplaner ist mit entsprechenden Vorgabe- sowie Statistikdaten befüllt. Hier eine entsprechende Übersicht.

Datensatz Datenquelle
Einwohnerzahlen Statisches Landesamt
Endenergieverbräuche des verarbeitenden Gewerbes auf Kreisebene und kreisfreie Städte Statisches Landesamt
Kommunenfläche Statisches Landesamt
Gebäude nach Baujahr (Jahrzwanzigste) und Heizungsart Zensus 2011
Anzahl Haushalte (nach Haushaltsgrößen) Zensus 2011
Wohnflächen in Gebäuden Zensus 2011
Sozialversicherungspflichtig Beschäftige Agentur für Arbeit
Gradtagszahlen zur Witterungskorrektur DWD
Endenergieverbräuche der Binnenschifffahrt IFEU (TREMOD)
Endenergieverbräuche des Flugverkehrs IFEU (TREMOD)
Endenergieverbräuche des Schienenpersonennahverkehrs Deutsche Bahn
Endenergieverbräuche des Schienenpersonenfernverkehrs Deutsche Bahn
Endenergieverbräuche des Schienengüterverkehrs Deutsche Bahn
Fahrleistungsdaten für Pkw, motorisierte Zweiräder, Bus, leichte Nutzfahrzeuge und Lkw Umweltbundesamt
Defaultwerte für Anzahl Fußwege und durchschnittliche Fußwegelänge Mobilität in Deutschland
Defaultwerte für Anzahl Wege per Fahrrad und durchschnittliche Wegelänge per Fahrrad Mobilität in Deutschland
 

Um welche Daten handelt es sich bei der Übertragung der ECOSPEEDRegion-Daten (1990) und sind die Ergebnisse aus ECORegion und dem Klimaschutz-Planer vergleichbar?

Eine Übertragung aus ECOSPEED Region erfolgt nur für Primärdaten, d.h. Daten die eigenständig in ECOSPEED Region eingetragen worden sind (keine Startbilanzdaten).Die Ergebnisse können ggf. voneinander abweichen, weil die beiden Bilanzierungstools grundsätzlich verschiedene Herangehensweisen haben. Der Klimaschutz-Planer bilanziert nach dem Bottom-Up-Ansatz, wohingegen die Bilanzierung in ECOSPEED Region auf dem Top-Down-Ansatz basiert.

Werden die Schornsteinfegerdaten zentral bereitgestellt und für welchen Zeitraum? Wird es hier eine Vereinbarung geben? Kommen Kosten auf die Kommune zu? Gibt es Regionen, in denen die Daten nicht geliefert werden? Wie lange werden die Daten von den Schornsteinfegern gespeichert? Bis zu welchem Zeitpunkt können Daten rückwirkend angefordert werden? Sind die Daten für eine Kommune abzubilden oder erhält man nur kreisweit zusammengefasste Daten?

Es erfolgt keine zentrale Bereitstellung von Schornsteinfegerdaten. Kommunen sollten sich selbständig bei den regionalen Ansprechpartnern (Bezirksschornsteinfegern) um entsprechende Daten kümmern. Ggf. wird für die Datenbereitstellung eine entsprechende Aufwandsentschädigung erhoben.

Gibt es eine Übersicht über alle einzutragenden Daten und an welcher Stelle diese Daten abgefragt bzw. eingefordert werden können? Inwieweit unterscheiden sich die Datenerhebungsprofile der EA.NRW und des Klima-Bündnis?

Die Datenerhebungsprofile sowohl vom Klima-Büdnis als auch der EnergieAgentur.NRW geben einen Überblick über die für die Bilanzierung benötigten Daten. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle welches der Datenerhebungsprofile genutzt wird. Die Datenabfrage ist in beiden methodisch an den Klimaschutz-Planer angepasst. Die Profile können hier heruntergeladen werden. Die Eintragung im Tool erfolgt im Bereich Eingabe/Stationär/Endenergie über die einzelnen Energieträger als auch für die einzelnen Sektoren..

Wie geht man mit Datenlücken um, wenn der Aufwand zu groß wird, um die erforderlichen Daten zu beschaffen?

Datenlücken sollten als solche gekennzeichnet sein und mit der Datengüte 0,0 versehen werden.

Kann die Datenbeschaffung priorisiert werden?

Grundsätzlich ergibt sich aus dem Anteil der Energieträger am Endenergieverbrauch eine Priorisierung bei der Datenbeschaffung

a. Leitungsgebunde Energieträger (Erdgas, Ferngas, Fernwärme, Strom)
b. Nichtleitungsgebundene Energieträger (Schornsteinfegerdaten)
c. Verkehrsdaten (PKW, Schiene, ÖPNV)
d. Erneuerbare Energie (Erzeugung und Verbrauch)

Welche Berechnungseinheit sollte bei der Erfassung der Daten gewählt werden?

Die vorausgewählte Berechnungseinheit im KSP ist „MWh“ (Megawattstunde). Im Klimaschutz-Planer können alle gängigen Einheiten (kWh, GWh, MJ, GJ, TJ, PJ) eingetragen werden. Diese werden automatisch in „MWh“ umgerechnet. . 

Gibt es die Möglichkeit Daten von mehreren Jahren (Zeitreihe) in einer Tabelle einzugeben oder muss für jeden Eintrag das entsprechende Jahr im Tool ausgewählt werden?

Die Dateneingabe erfolgt Jahres/Sektoren/Energieträger spezifisch. Die Eingabe für mehrere Jahre gleichzeitig ist nicht möglich.

Können bereits eingetragene Daten von zukünftigen Datenimporten des Klima-Bündnis überschrieben werden?

Derzeit würden bei einem Datenimport bereits eingetragene Daten überschrieben. Dem Klima-Bündnis ist jedoch eine Einsicht in die eingetragenen Daten möglich, sodass ein blinder Import ohne Zustimmung der Kommune nicht vorgesehen ist. Ein zukünftiger Mechanismus für Datenimporte ist noch in der Erprobung.

Welche Verkehrsdatenmüssen erhoben werden?

Die Verkehrsdaten ab 2010 sind für jede Kommune hinterlegt und werden jährlich aktualisiert. Basis ist dabei das TREMOD Modell des Ifeu. Selbst erhoben müssen lediglich Person Km der eigenen Linienbusse sowie Straßen- und U-Bahnen.

Wie kommt man an die Daten für die Fahrleistungen unter dem Punkt Verkehr?

Im Verkehrssektor werden die Endenergieverbräuche und Treibhausgasemissionen der Kommune nach dem „Territorialprinzip“ ermittelt. Dabei werden alle Fahr- und Verkehrsleistungen sowie teilweise Endenergieverbräuche der Verkehrsmittel erfasst, die innerhalb der Gemarkungsgrenzen der Kommune erbracht werden. Das geschieht unabhängig davon, ob der Verkehr durch die Einwohner der Kommune verursacht wird oder durch andere Personen (Pendler, Durchreisende).
Der Endenergieverbrauch eines Verkehrsmittels ergibt sich aus dem Produkt einer Fahrleistung (zurückgelegte Strecke eines Verkehrsmittels in Fahrzeug-Kilometer (in Fz-km)) und einem spezifischen Endenergieverbrauchsfaktor (Endenergieverbrauch des Verkehrsmittels je zurückgelegten Kilometer in Wh/Fz-km). Diese Berechnungen werden sowohl für den Energieträger Kraftstoff als auch Strom durchgeführt. Die Fahrleistung je Verkehrsmittel ist selbstständig durch die Kommune einzupflegen. Die bundesweit einheitlichen Endenergieverbrauchsfaktoren sind im durch den Klimaschutz-Planer vorgegeben und, um eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, nicht abänderbar.

Anstelle der Fahrleistungen sind auch andere Parameter für die Verkehrsmengen möglich:

  • Verkehrsleistung (Einheit: Personen-km)
  • Angebotene Verkehrsleistung (Einheit: Platz-km)

Sollen Dienstfahrten mit dem private PKW berücksichtigt werden?

Falls überwiegend Dienstfahrten mit privaten PKWs erfolgen sollte dies auch entsprechend in der Bilanz berücksichtigt werden.

Wie ist Ökostrom in der Bilanz abbildbar?

Die Darstellung der Nutzung von Ökostrom kann nur nachrichtlich erfolgen und betrachtet werden. Die Bilanzierung des Stromverbrauchs im Klimaschutz-Planer erfolgt grundsätzlich auf Basis des Strommix Deutschland.

Wie werden Braunkohlenkraftwerke bei der Bilanzierung berücksichtigt?

Braunkohlekraftwerke können unter der Eingabe: Stationär/Lokale Anlagen eingegeben werden. Weiterhin sind Sie unter Ausgabe/nachrichtlich/ETS-Anlagen jährlich aktualisiert eingetragen. Da der Stromverbrauch immer mit dem Strommix Deutschland berechnet wird, haben diese keinen unmittelbaren Einfluss auf die Gesamtbilanz.

Entspricht der Erdgasanteil der Anschlussquote ans Gasnetz? Oder gibt es eine Formel, um das daraus zu berechnen?

Für die Abschätzung des Erdgasanteils (Verhältnis Erdgas/Heizöl) in der Minimalbilanz kann die Anschlussquote hinzugezogen werden. Standardmäßig wir hier ein Anteil von 50/50 vorgegeben. 

Können die Emissionen aus der Landwirtschaft auch mit einbezogen werden?

Emissionen aus der Landwirtschaft können über die Eingabe/nachrichtlich und den entsprechenden Eingabetabellen für Viehhaltung und Boden mit berücksichtigt werden. Ausgabeseitig können die entsprechenden Emissionen dann im Bereich nachrichtlich abgerufen werden. Die Landwirtschaft wird außerdem mit seinem Endenergieverbrauch mitberücksichtigt, da sie dem Sektor GHD zugeordnet ist.

Welche Verbraucher berücksichtigt der Sektor GHD?

Der Endenergieverbrauch Kommunale Einrichtung ist eine Teilmenge des Endenergieverbrauchs Gewerbe, Handel und Dienstleistungen (GHD). Ggf. wird er im Klimaschutz-Planer (KSP) entsprechend abgezogen.

Werden auch flächenspezifische Verbräuche abgebildet, um den Flächenzuwachs von z. B. kommunalen und privaten Gebäuden zu berücksichtigen?

Es werden keine flächenspezifischen Kennwerte ausgewiesen oder abgefragt.

Wie geht man mit Anlagen um, die außerhalb des kommunalen Territoriums liegen, dessen Energie die Kommune aber nutzt?

Diese können im Klimaschutz-Planer im Anlagenmodul eingetragen werden und werden entsprechend der Erzeugung von Strom oder Wärme berücksichtigt. Die Wärme wird mit einem entsprechenden lokalen Emissionsfaktor bei der Bilanzierung berücksichtig, der Strom nur entsprechend nachrichtlich.

Wirkt sich der Einsatz von Windenergie auf das Ergebnis der Bilanzierung aus?

Wenn sich die Anlage auf dem kommunalen Territorium befindet, dann können die Anlagen, deklariert als lokale Anlage, in den Klimaschutz-Planer eingetragen werden. Die Stromeinspeisung der Anlagen EE wird allerdings nur nachrichtlich im Ausgabe Modul des Klimaschutz-Planers dargestellt. Die Bilanzierung erfolgt grundsätzlich auf Basis des Strom-Mix Deutschland.

Was ist eine Witterungskorrektur ?

Witterungskorrigiert bedeutet, dass der Wettereinfluss herausgerechnet wurde, d. h. Energieerzeugungsdaten sind frei vom Einfluss klimabedingter Schwankungen. Üblicherweise wird eine kommunale THG-Bilanzierung ohne Witterungskorrektur durchgeführt.

Wie werden Wärmeerzeugungsanlagen bei der THG Bilanzierung mit dem Klimaschutz-Planer berücksichtigt?

Wärmeerzeugungsanlagen können im Bereich Eingabe /Stationär/Anlagen eingetragen werden. Hier muss die Verknüpfung mit einem jeweils anzulegenden Wärmenetz erfolgen. Die entsprechend erzeugte Wärme wird dann bei der Verbrauchsbilanzierung mit dem entsprechenden Lokalen Emissionsfaktor berücksichtigt. 

Kann das Tool „Potenzialanalyse“ auch als Community genutzt werden?

Ja, das ist möglich. Für die Analyse der Potentiale (technisch) ist jedoch eine komplettierte Bilanz erforderlich, anhand der dann das Potential analysiert werden kann.

Datengüte

Warum wird den Schornsteinfegerdaten nur eine Datengüte von 0,5 zugeschrieben?

Auf Grundlage von Schornsteinfegerdaten (Leistung der Heizungsanlagen) berechnete Endenergieverbräuche, unterliegen einer gewissen Ungenauigkeit. Aus diesem Grund ergeben sich keine 100%ig real abbildenden Daten (Primärdaten) und sind mit einer minderen Datengüte in den Klimaschutz-Planer einzutragen.

Wie setzt sich die Gesamtdatengüte in den einzelnen Sektoren bzw. einzelnen Energieträgern zusammen?

Jeder Eingabe muss eine entsprechende Datengüte durch den Anwender zugeordnet werden. Die Datengüte des Gesamtverbrauchs im jeweiligen Energieträger bestimmt sich dann aus den einzelnen Datengüten.

Daten Quelle Datengüte Wertung Datengüte

Anteil am Enden-
Ergie-verbrauch

Datengüte anteilig (Wertung x Anteil)
Stromverbrauch EVU A 1 30% 0,3
Erdgasverbrauch EVU A 1 39% 0,39

Heizölverbrauch
(Haushalt und
Gewerbe)

Kennzahlen, Wohn- und Nutzflächen C 0,25 8% 0,02
Heizölverbrauch 
(Industrie)
Daten
statistisches Landesamt und Kennzahlen
B 0,5 20% 0,1
Biomasse Bundesweiter Kennwert pro Einwohner D 0 2% 0
Solarthermie Absorber-
flächen über BAFA
B 0,5 1% 0,005
Gesamt       100% 0,815

Welche Datengüte sollte erzielt werden?

Ein Höchstwert von 0,7 für die Datengüte der Gesamtbilanz sollte als Orientierung dienen, Im Verkehrssektor ist in den meisten Fällen nur eine maximale Datengüte von 0,5 erreichbar (viele Annahmen bzw. Statistikdaten). 

Wie ist eine Bilanz mit einer Datengüte von 0,5 zu bewerten? Reicht dies für eine Präsentation in der Öffentlichkeit aus?

Eine Energie- und Treibhausgasbilanz mit einer Datengüte von 0,5 ist mit Vorbehalten öffentlichkeitstauglich, da hier viele Annahmen und statistische Daten zu Grunde liegen. 

Was bedeuten die verschiedenen Farben und Symbole in der Tabelle zur Dateneingabe?

Grundsätzlich können Daten im Klimaschutz-Planer mit 3 verschiedenen Farbmarkierungen hinterlegt sein. Grün: Primärdaten mit Datengüte 1, Gelb: Sekundär Daten mit Datengüte 0,5 und besser, Rot: reine Statistikdaten mit Datengüte 0. Datenlücken sind mit einem entsprechenden Warnsymbol („Warndreieck“) versehen.

Wie kann ich erkennen, welche Daten aus ECOSPEEDRegion übertragen worden sind?

Daten die aus ECOSPEEDRegion übertragen worden sind, werden beim Übertrag mit einer Datengüte von 0,5 versehen.

Bilanz-Erstellung / Bilanz-Fortschreibung / Monitoring

Welcher Zeitaufwand ist für die Erstellung und Fortschreibung einer kommunalen THG Bilanz zu kalkulieren?

Die Erfahrung zeigt, dass dies maßgeblich von der Situation und der Datenlage in der Kommune abhängig ist.

Für die Erstellung einer ersten Bilanz muss vor allem für die Datenbeschaffung zwischen 1 bis 6 Monaten einkalkuliert werden. Für die Eintragung in den Klimaschutz-Planer mit einer entsprechend erfolgten Anleitung reichen in der Regel 2-3 Tage.

Wie sollte eine rückwirkende Dateneintragung erfolgen und wie weit sollte man mit der Bilanzierung in die Vergangenheit gehen? 

Die Dateneintragung sollte für eine gute Datenbasis 5 Jahre rückwirkend erfasst werden können. Falls eine Darstellung der Bilanz über einen Zeitraum von mehr als 10 Jahren rückwirkend erfolgen soll (z.B. Basisjahr 1990) müssen alle Datensätze auf die verfügbaren Datenjahre angepasst werden.

Sollte im Klimaschutz-Planer mit einer Minimalbilanz gestartet werden oder direkt eine Basisbilanz erstellt werden?

Empfohlen wird zum Einstieg die Erstellung einer Minimalbilanz. Über die Erstellung der Minimalbilanz erfolgt auch eine erste sektorale Aufteilung des Energieverbrauchs. Diese kann im späteren auch ggf. für die Erstellung der Basisbilanz genutzt werden.

In welchen Abständen sollte eine Fortschreibung oder das Monitoring erfolgen?

Die Abstände zur Erstellung bzw. Fortschreibung einer THG Bilanz sollten sich am Bedarf einer jeden Kommune orientieren. Falls es regelmäßige Nachfragen aus Kommunalpolitik und Öffentlichkeit gibt, lohnt sich sicher ein jährliches Update. 

Wann erfolgt ein jährliches Update der Faktoren und Vorgabedaten im Klimaschutz-Planer?

Im zweiten Quartal jeden Jahres werden die Vorgabedaten eingepflegt, sodass eine kommunale Energie- und Treibhausgasbilanzierung für das vergangene Jahr ab dem 01.07. des Folgejahres durchgeführt werden kann.

Gibt es eine Bearbeitungshistorie zur Nachvollziehbarkeit von Eintragungen im Klimaschutz-Planer?

Hinter jedem Datensatz findet sich im Infobutton eine entsprechende Information abgelegt von wem und wann der entsprechende Datensatz bearbeitet worden ist. Voreingestellte Daten sind mit der Datengüte 0 hinterlegt. 

Kann mein Energieversorger/Netzbetreiber mir sektorenscharfe Daten liefern?

Der Energieversorger/Netzbetreiber liefert je nach Möglichkeit sektorenscharfe Daten. In den entsprechenden Datenerhebungshilfen sind jedoch einige Hilfestellungen gegeben, sodass auch ggf. eine selbstständige Zuordnung erfolgen kann.

Wie wird vorgegangen, wenn es mehrere Anbieter in der Kommune gibt?

Falls sich mehrere Versorger bzw. Netzbetreiber in einer Kommune befinden ist u.U. eine Einzelabfrage der benötigten Daten durchzuführen. Durch die Liberalisierung der Energieversorgung gibt es keine eindeutige Zuordnung der Versorger zu bestimmten Gebieten. Über vertragliche Bindungen im Rahmen von Konzessionsverträge kann aber in der Regel bestimmt werden, welcher Versorger den größten Anteil in einer Kommune hält.

Das zur Verfügung stellen von Daten für die CO2-Bilanzierung ist generell für alle potenziellen Datenlieferanten freiwillig, dies gilt auch für EVU/ Netzbetreiber. Die Erfahrungen zeigen aber, dass viele Energieversorger sehr bereitwillig sind, wenn es um die Unterstützung der Kommunen geht. Von Vorteil ist dabei eine direkte Ansprache der entsprechenden Kommune. Da es sich um Datenschutzrelevante Daten handelt sollte entsprechendes Verständnis aufgebracht werden, dass eine Datenabfrage über Dritte (z.B. Ingenieurbüros) von Seiten der EVUS/ Netzbetreiber eher Skepsis entgegen gebracht wird.

Falls Datenlücken bei der Abfrage auftauchen sollten, so ist dies kein Beinbruch. Der Klimaschutz-Planer bietet die Möglichkeit entsprechend zu inter/extrapolieren.

Berichte (Ausgabe) / Nachrichtencenter

Welche Möglichkeiten der Ausgabe im Klimaschutz-Planer gibt es?

Der Klimaschutz-Planer stellt Ausgabeseitig eine Vielzahl von Tabellen und Grafiken zur Verfügung. In der Regel ist für alle Tabellen ein Export in Excel oder CSV möglich. Der Standardbericht des Klimaschutz-Planers steht nur bei 100% Datenbefüllung sowie Freigabe zur Verfügung. Die EnergieAgentur.NRW hat einen Musterbericht „kommunale THG-Bilanzierung“ entwickelt, der als Vorlage zur Verfügung steht.

Michael Müller
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0211 86642286
michael.mueller@energieagentur.nrw

Güler Ebren
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 2455270
ebren@energieagentur.nrw

Benjamin Foric
Energieanwendung, Klimaschutz in Kommunen und Regionen
EnergieAgentur.NRW
0202 24552174
foric@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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