Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Gummersbach, Nordrhein-Westfalen - 2016

ZebiO: Nachhaltige Holzenergiewirtschaft

Innovationsprojekt Klimaschutz

Im Kreis Oberberg gibt es viele Bäume. Die ländliche Region ist stolz auf ihre idyllischen Wälder. Gleichzeitig ist das Holz aber auch eine wertvolle Ressource für die Nutzung von Bioenergie. Wie lassen sich beide Interessen sinnvoll verbinden? Die Region Oberberg macht es vor.

Ein Dialog mobilisiert eine Region – rund um das Thema Holz: „Wie kann man Holz als Energieressource nachhaltig und wirtschaftlich nutzen?“, ist die Frage, die im Fokus eines vom Bund geförderten Dialogprojektes im Kreis Oberberg steht. Die Skepsis war anfangs noch groß, auch bei der Bevölkerung. „Der Wald in unserer Gegend gehört zu fast 90 Prozent privaten Besitzern von äußerst kleinen Parzellen“, sagt Regina Schulte, Koordinatorin beim BioEnergieDialog. „Die vielen Waldbesitzer mussten wir erstmal überzeugen ihr Holz zur Verfügung zu stellen...“

Akzeptanz für die Bioenergie gesteigert, Ausbau und CO2-Einsparung schreiten voran

Über Diskussionsveranstaltungen und Schulungen konnten die Initiatoren dann aber viele Privatwaldbesitzer für ihre Sache gewinnen. Von 2012-2015 hat der BioEnergieDialog mehr als 100 Veranstaltungen durchgeführt und 13.500 Teilnehmer erreicht. Die Dialogbereiter haben im Kreis Oberberg einen Umdenkprozess angestoßen. Die Akzeptanz für die Holznutzung ist in den letzten 15 Jahren deutlich gestiegen, das zeigen auch die Ausbauzahlen: Gab es vor 15 Jahren erst eine Biomasseanlage im Kreis, sind es heute bereits 41, mit einer Gesamtleistung von elf Megawatt (MW). Auch Holzpelletfeuerungsanlagen liegen Trend, ebenso wie die Investitionen in Photovoltaik-Anlagen.

Die CO2-Einsparungen belaufen sich auf mehrere tausend Tonnen (t). „Dabei ist das Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft“ ergänzt Schulte. „Durch weitere Maßnahmen könnten wir noch weitere 100.000.000 kWh fossile Energieträger und damit ca. 25.000 t CO2 einsparen.“

Regionaler Lieferverbund stellt Qualität sicher

Der Kreis Oberberg wollte aber nicht nur anders denken, sondern auch anders handeln. Deshalb schuf er eine regionale Wertschöpfungskette rund um die Holzenergie-Wirtschaft: Unternehmer gründeten eine Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt Logistik, die Lieferstrukturen für Holzhackschnitzellieferanten entwickelte. Ein Lieferverbund garantiert seitdem die Liefersicherheit für die natürlichen Brennstoffe. Außerdem entwickelten die Oberberger Prozesse für ein Qualitätsmanagement. Ein Gütesiegel für Holzhackschnitzel bürgt nun für die Qualität der Ware.

Weil die Oberberger alle regionalen Player zusammenbrachten – vom Land- und Forstwirt über Veredelungsbetriebe bis zu den Nutzern – stärkt der Oberbergische „Holzweg“ nun die regionale Wirtschaft. Nachhaltigkeit und Effizienz haben dabei immer oberste Priorität, so wird der Pflegezustand des privaten und öffentlichen Waldes insgesamt verbessert und der jährliche Wert- und Gesamtzuwachs vergrößert. Wissenschaftliche Begleitforschung mit dem Deutschen Biomasseforschungszentrum und der FH Köln begleitet die Einführung neuer Technologien.

Vorbild für die Nachbarregionen

Mit ihren Aktivitäten ist der Kreis Oberberg auch ein Vorbild für seine Nachbarregionen. In seinen Partnerregionen Rhein-Erft-Kreis und Westerwald-Sieg regen die Aktivitäten zum Nachmachen an. “Wir beraten und helfen uns gegenseitig”, fügt Schulte hinzu.

Veröffentlichung

Stand: 2016

Standort

Kreis: Oberbergischer Kreis
Region: Köln/Bonn
Reg.-Bez.: Köln

Kontakt

GTC, Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach GmbH
Susanne Roll
Tel.: +49 2261 814-507
E-Mail
E-Mail: roll@GTC-gm.de

Partner und Förderer

Partner:
  • GTC, Gründer- und TechnologieCentrum Gummersbach GmbH
  • ZebiO e.V./BioEnergieDialog
  • BioTecRheinErft e. V.
  • Landkreis Altenkirchen
  • Landwirtschaftskammer NRW
  • Landesbetrieb Wald & Holz NRW
Förderer:
  • Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV)
  • Andere Förderung, ZebiO e.V.

Foto: Volker Dick

„Das Nutzungs- potenzial der oberbergischen Wälder ist noch lange nicht ausgeschöpft. Etwa 200.000 Erntefestmeter mit Nettoerlösen von bis zu 9 Mio € verzeichnet die Statistik. Der Ertrag könnte doppelt so groß sein. Gerade bei Laubholz liegt die reale Nutzung bei 15-20 %. Das Regionalforstamt empfiehlt 40 %. ZebiO unterstützt die Ziele zur Holzmobilisierung.“

Kay Boenig, Regionalforstamt Bergisches Land und 1. Vorsitzender ZebiO e. V.

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