Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Wesseling, Nordrhein-Westfalen - 2020

REFHYNE – Grüne Wasserstoffherstellung direkt vor Ort

Das REFHYNE-Projekt ist Vorreiter, um grünen Raffinerie-Wasserstoff zu erzeugen. Das Ziel dabei ist die Senkung von CO2 und NOx-Emissionen voranzubringen und Pionier für größere Anlagen zu sein.

Für dieses Projekt wird der weltweit größte Wasserstoffelektrolyseur mit einer Spitzenleistung von 10 MW von ITM Power hergestellt und an der Shell Rheinland Raffinerie in Wesseling installiert und betrieben. Insgesamt läuft REFHYNE ab dem 1. Januar 2018  über 5 Jahre, wobei 2 Jahre für Design, Konstruktion und Installation und dann 3 Jahre im Testbetrieb geplant sind. Die Grundsteinlegung für den Elektrolyseur erfolgte im Juni 2019 und die Inbetriebnahme ist noch für dieses Jahr (2020) geplant.
 
Der Elektrolyseur wird das Wasserstoff-Pipelinesystem der Raffinerie, welches derzeit noch von zwei Dampf-Methan-Reformen gespeist wird, mit großen Mengen Wasserstoff versorgen. Insgesamt sollen etwa 1.300 Tonnen Wasserstoff pro Jahr produziert werden und damit bisherige Wasserstoffproduktionswege anteilig ersetzen.

Besonderheiten

Raffinerien weisen zum Entschwefeln und in Cracking-Anlagen einen enorm hohen Wasserstoffverbrauch auf. Um die momentan verwendeten Produktionsweisen, wie Benzinaufwertung, Dampfspaltung, Gasifiers und Dampf-Methan-Reformern durch nachhaltige Methoden zu ersetzen, wird im REFHYNE-Projekt mit Hilfe eines Elektrolyseurs am Standort Wasserstoff hergestellt und direkt in die Anlage eingespeist. Es ist der größte PEM-Elektrolyseur seiner Art, der für diesen großen industriellen Maßstab eingesetzt werden soll.

Der Sauerstoff, der bei der Herstellung entsteht, wird dabei in die Atomsphäre abgegeben. Der Strom für den Elektrolyseur soll zukünftig aus erneuerbaren Energien stammen und damit zur industriellen Dekarbonisierung Europas beitragen.
 
Durch einen sehr reaktionsschnellen Modus, indem der Elektrolyseur betrieben wird, kann das interne Stromnetz der Raffinerie ausglichen werden und der Primärkontrollreservedienst an die deutsche Übertragungsnetzbetreiber verkauft werden. Die Kombination aus Wasserstoffverkäufen an die Raffinerie und Ausgleichszahlungen schaffen einen Business Case, der die Installation rechtfertigt.

Der REFHYNE-Elektrolyseur wurde als Baustein für zukünftige Elektrolyseure bis 100 MW und darüber hinaus entwickelt. Das Projekt enthält eine Entwurfsstudie zu den Optionen für einen 100-MW-Elektrolyseur in der rheinischen Raffinerie, die dazu beitragen wird, den Markt auf Einsätze in dieser Größenordnung vorzubereiten.

In dem REFHYNE-Projekt ist ebenfalls die Erkundung von Anwendungen in anderen Bereichen, wie der Industrie, Stromerzeugung, Gebäudeheizung und Verkehr inbegriffen.

Dieses Geschäftsmodell ist auf dem Markt mit ähnlichen Regulierungsstrukturen, wie in Deutschland, replizierbar.

Finanzierung

Zur Realisierung des Projekts hat sich ein europäisches Konsortium aus Shell, ITM Power, SINTEF, thinkstep und Element Energy  zusammengeschlossen, welches 6 MillionenEuro zum Gesamtinvestitionsrahmen von 16 Millionen Euro beiträgt. Weitere 10 Millionen Euro werden von Fuel Cell Hydrogen Joint Undertaking, der europäischen Komission, beigetragen.

Kontakt

Thomas Kattenstein
EnergieAgentur.NRW
Leiter Themengebiet Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität / Leiter Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff, Elektromobilität
Roßstraße 92
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 8664215
E-Mail
E-Mail: kattenstein@energieagentur.nrw

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2020
Start: 01.01.2018
Laufzeit: 5 Jahre

Standort

Kreis: Rhein-Erft-Kreis
Region: Köln/Bonn
Reg.-Bez.: Köln

Kontakt

Shell Rheinland Raffinerie
Dr. Frithjof Kublik
Senior Business Development Manager
Carel van Bylandtlaan 23
2596 HP, The Hague

Selbsteinschätzung