Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Rhein-Sieg-Kreis, Nordrhein-Westfalen - 2020

Die Projektgruppe „Energie und Klima“ in der Region Rhein-Voreifel

Die Projektgruppe „Energie und Klima“ ist bereits seit 2007 in den sechs linksrheinischen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises (Bornheim, Swisttal, Meckenheim, Alfter Rheinbach, Wachtberg) bei Energie- und Klimathemen engagiert, in den ersten Jahren als „ILEK-Projektgruppe Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Klimaschutz“.

Wer ist die Projektgruppe und womit beschäftigt sie sich?

„ILEK“ war dabei die Abkürzung für „Integriertes ländliches Entwicklung-Konzept“, ein Konzept, das die sechs linksrheinischen Kommunen ab 2005 erstmals zu einer intensiveren Kooperation zusammengebracht hat. Als weitere größere Projekte folgten das „Interkommunale Klimaschutzkonzept“ (2012/13) und die gemeinschaftliche Anstellung eines Klimaschutzmanagers ab 2015.

Die Projektgruppe hat sich bereits vor und bei der Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes intensiv in die interkommunale Zusammenarbeit eingebracht und unterstützt derzeit nach Kräften den Klimaschutzmanager, der über kommunale Grenzen hinweg in und für die Region tätig ist. Die Projektgruppe setzt sich zusammen aus 16 – 18 sachkundigen Bürger*innen der Energie-Region Rhein-Voreifel, darunter eine Reihe selbständiger Unternehmer. Die Mitglieder bringen als Praktiker vielfältige Erfahrungen in den Aufgabenbereichen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien und Klimaschutz ein, Wissensgebiete, die eine große Schnittmenge kennzeichnet.

Sich in Fragen der Energieeffizienz auszukennen, bedeutet z. B. parat zu haben, wie eine gewünschte Wärmeleistung mit möglichst geringem Aufwand nachhaltig zu erbringen ist.

Wer für die Nutzung Erneuerbarer Energien eintritt, hat z. B. eine Vorstellung davon, wie es gelingen kann, den notwendigen Energiebedarf mit möglichst wenig klimaschädlichen Gasen zu decken.

Und einen verstärkten Klimaschutz ernst zu nehmen, lässt einen nicht ruhen, dafür zu werben, dass jeder Einzelne mithilft, den Klimawandel und die bereits spürbaren Folgen in Grenzen zu halten.

Nicht zuletzt haben die Hitze- und Dürrejahre 2018 und 2019 gezeigt, was zukünftig auf uns zukommt, wenn nicht jetzt gegensteuert wird. Die gleichzeitig anderswo niedergehenden Starkregen mit großen Überschwemmungen sind jedenfalls kein Ausgleich für zunehmend gegen-sätzlichere Wetterereignisse.

Woher nehmen wir als Ehrenamtliche unsere Motivation?

Eigentlich ist es erstaunlich, dass es die bereits vor 13 Jahren auf ehrenamtlicher Basis gegründete Projektgruppe immer noch gibt. Für mehr Energieeffizienz und für eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien bei den Mitbürgern zu werben, ist nichts, was vergnügungssteuerpflichtig wäre. Es ist oftmals wie gegen taube Ohren anzureden, wenn es darum geht, die notwendige Energiewende ernst zu nehmen, zumal die großen politischen Entscheidungen oft wenig überzeugend sind.

Trotzdem sind viele Mitglieder seit 2007 in der PG dabei (geblieben); neue sind hinzugekommen. Ein überzeugender Grund ist die in der Energie-Region Rhein-Voreifel einmalige Struktur der interkommunalen Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung (Siehe Abbildung: Struktur der klimaschutzorientierten Zusammenarbeit in der Region Rhein-Voreifel)

Die Lenkungsgruppe ist das Entscheidungsgremium der Kommunalverwaltungen für alle Themen der interkommunalen Zusammenarbeit. Einer der Themen- und Aufgabenschwerpunkte ist aktuell der Klimawandel einschließlich Folgenabschätzung und erforderliche Maßnahmen. Interkommunal werden die Entscheidungen in der sogenannten Klimagruppe vorbereitet vor allem auch im Hinblick auf die Beantragung möglicher Fördermaßnahmen.

Mitbürger/-innen aus den sechs Kommunen, die bereits in ihrem Haushalt oder Unternehmen für mehr Klimaschutz investiert haben, bilden das KlimaPaten-Netzwerk. Aus diesem Netzwerk wird – nach vorbereitender Nominierung durch eine Jury – der „KlimaPate des Jahres“ gekürt. Der KlimaPate 2018 z. B. hatte sich über Jahre vielfältige Erfahrungen bei der Beantragung, Bewilligung und Errichtung einer Kleinwindanlage angeeignet, die er als KlimaPate des Jahres gerne an andere Interessierte weitergibt.

Alle vereint die Sorge, dass unsere Generation vielleicht die letzte ist, die mit einer wirklichen Energiewende die schlimmsten negativen Folgen des Klimawandels noch abwenden und den Klimawandel zumindest beherrschbar halten könnte. Das ist uns wichtig, weil auch unsere Kinder und Kindeskinder auf unserem blauen Planeten noch vertretbare Lebensbedingungen finden sollen!

Arbeitsergebnisse in den zurückliegenden 13 Jahren

  • Aufklärung der Bürger über Möglichkeiten der Energieeinsparung

  • Beratung der Bürgermeister und Verwaltungen bei investiven Maßnahmen

  • Info-Veranstaltungen über Energiesparhäuser und wirksame Sanierungs- und Dämm-Maßnahmen in Altbauten

  • kostengünstiger Einsatz der Thermografie zur Aufdeckung von Wärmeverlusten

  • ,,Energiecontrolling" in öffentlichen Gebäuden

  • „Leitfäden“ für die Kommunen zur energiesparenden Bauleitplanung und zum kommunalem Hochbau

  • Broschüre ,,Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klimaschutz" (2009) mit Beiträgen der Projektgruppenmitglieder aus ihren Erfahrungen

  • Holz zur Wärmenutzung aus regionalen Quellen

  • Organisation einer neutralen Energieberatung; Finanzierung durch die Verbraucherzentrale NRW

  • Teilnahme an Gewerbeschauen, Messen u. ä.

  • Workshops zu Green-IT für Bedienstete aus den sechs Kommunen

  • ,,Energetische Sanierung von Fachwerkhäusern" (Workshops)

  • Kostenfreie Energieberatung für Bürger mit geringem Einkommen

  • Aufbau eines Netzwerkes von Klima-Paten (seit 2011)

  • Überarbeitete Neuauflage der Broschüre „Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Klima-schutz (2013)

  • jährliche ,,Energie-/Klimatage“ (seit 2010); 2019 mit 1. Klimakonferenz junger Leute

  • Wir in der Klima Region Rhein-Voreifel“; 2019

Eine neue Broschüre mit vielen Beiträgen zu aktuellen Themen:

  • für mehr Erneuerbare Energien
  • für mehr Energieeffizienz
  • für mehr Klimaschutz

Und wie geht es weiter?

Als interkommunal aktive Gruppe von Ehrenamtlichen und als versierte KlimaPaten wollen wir uns auf die Klimaschutzmaßnahmen konzentrieren, die wir selbst leisten, anderen als wichtig vermitteln und an denen wir in unseren Kommunen mitwirken können.

Die zentrale kommunale Herausforderung ist zukünftig, dass der Klimaschutz (endlich) als Querschnittsaufgabe wahrgenommen wird, d. h. jede wichtige Investitionsentscheidung ist vorab auf Klimarelevanz zu prüfen. Dabei werden wir die politischen Gremien und Verwaltungen in den Kommunen kritisch begleiten.

Soweit die Abstandsregeln gegen eine Infektion mit Corona-Viren es zulassen, werden wir versuchen, unsere Mitbürger davon zu überzeugen, dass Klimaschutz nicht nur eine große Herausforderung ist, sondern auch Spaß machen kann. Ob dieser Versuch gelingt, ist davon abhängig, welche Möglichkeiten uns verbleiben oder wiedergewonnen werden, auf unsere Mitmenschen zuzugehen, sie persönlich anzusprechen und über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Klimaschutzmaßnahmen miteinander zu ringen. „In Dir muss brennen, wofür Du andere begeistern willst“ soll der hl. Augustinus festgestellt haben. Das ist auch unsere Erfahrung.

Weiterführende Links:

Veröffentlichung

Stand: 2020
Start: 2007

Standort

Kreis: Rhein-Sieg-Kreis
Region: Köln/Bonn
Reg.-Bez.: Köln

Kontakt

Prof. Dr. Hermann Schlagheck
Koordinator und Sprecher der
Rhein-Voreifel Projektgruppe „Energie und Klima“
Lessingstr. 38
53913 Swisttal
Tel. 02254-1877
H.Schlagheck@gmx.de

Sabine Schneider
Klima.Netzwerkerin im Regierungsbezirk Köln
EnergieAgentur.NRW
c/o Region Köln/Bonn e. V.
Rheingasse 11
50676 Köln
Tel.: 0151 18822601
sabine.schneider@energieagentur.nrw

Prof. Dr. Hermann Schlagheck