Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Menden (Sauerland), Nordrhein-Westfalen - 2017

Aquaponic Arche Menden: Aquaponic-Anlage vermittelt den bewussten Umgang mit Lebensmitteln

Innovationsprojekt Klimaschutz

Der ungebrochene Trend des urbanen Gärtnerns kommt in vielen Varianten. Eine besondere Ausprägung ist das Modell Aquaponik, ein geschlossener Wasser- und Nährstoffkreislauf, in dem sich Fischzucht und Gemüseanbau ergänzen. Aquaponik ist nicht nur wassersparend, sondern auch sonst sehr effizient: Dünger ist nicht nötig und die Pflanzen wachsen – natürlich gedüngt – auch noch schneller. Im Naturschutzzentrum Arche Noah in Menden wird eine Anlage nun auch in der Umweltbildung eingesetzt.

Weltweites Bevölkerungswachstum, Flächenverbrauch und Klimawandel: Gefragt sind innovative, platzsparende und ökologisch nachhaltige Techniken der Nahrungsmittelproduktion. Aquaponik ist ein solcher Ansatz: Hier teilen sich Fische und Pflanzen dasselbe im Kreislauf geführte Wasser und profitieren davon.

Bakterien wandeln die Fischausscheidungen in Nährstoffe für die Gemüsepflanzen um. Die Pflanzen wiederum nehmen den CO2-Ausstoß der Fische auf und wandeln ihn in Sauerstoff um. Der Einsatz von Antibiotika und Pestiziden in der Anlage ist nicht nötig. Auch Frischwasser benötigt das System kaum. Schließlich bildet es natürliche biologische Prozesse ab.

Aquaponik-Anlage zur Umweltbildung in Menden eröffnet

Eine neue Aquaponic-Anlage im Naturschutzzentrum Arche Noah in Menden zeigt nun, wie das System funktioniert: Die „Erlebniswelt Aquaponik“ soll Schülern bewusstes Handeln im Umgang mit Lebensmitteln vermitteln. Wer die Nahrungsmittelproduktion direkt erlebt, so die Idee, denkt zweimal nach, bevor er Lebensmittel wegschmeißt.

Der Besuch der Anlage fördert aber auch das Verständnis für natürliche Zusammenhänge: Das System demonstriert, wie Tiere und Pflanzen sich ergänzen – des einen Abfälle sind des anderen Rohstoffe. Die Schülerinnen und Schüler können selber Experimente durchführen, Daten aufnehmen und auswerten. Dabei macht das Aquaponik-System den Lernenden bewusst, wieviel die Natur leistet um das Ökosystem aufrecht zu erhalten. Denn was in der Natur „von selbst“ läuft, müssen die Kinder im künstlichen Nachbau genau aufeinander einstellen.

Erprobtes Lernmodell für Schüler, auch Nahrungsmittelberufe profitieren

Was das mit dem Klimaschutz zu tun hat lernen die Kinder ebenso wie zu den Themen Wasserverbrauch und Wasserqualität, Umweltbelastungen und Flächenverbrauch durch Nahrungsmittelproduktion. Die Erlebniswelt folgt dabei einem wissenschaftlich erprobten Lernmodell, viele Themen sind im Lehrplan nordrhein-westfälische Schulen enthalten und können vor Ort wie später im Klassenzimmer diskutiert werden. Auch Erwachsenen bietet die Anlage wertvolle Einblicke: Besonders Landwirte, Gärtner und (Hobby-)Köche können hier einiges für ihren Arbeitsalltag mitnehmen.

Nachhaltigkeit im Mittelpunkt

Auch die Anlage selbst ist konsequent nachhaltig angelegt: Der Kreislauf braucht vor allem zwei Inputs: Energie und Fischnahrung. Die Energie für die Wasserpumpen erzeugt eine eigene Photovoltaikanlage – direkt im Naturschutzzentrum. Die Fische bekommen Futter ohne Fischmehl. So vermeidet Anlagenbetreiber Ulrich Hering, dass für den Betrieb der Anlage kleine Wildfische verarbeitet werden, die dann dem natürlichen Ökosystem nicht mehr zur Verfügung stehen.

Veröffentlichung

Stand: 2017

Standort

Kreis: Märkischer Kreis
Region: Südwestfalen
Reg.-Bez.: Arnsberg

Kontakt

Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e.V.
Ulrich Hering
Tel.: +49 2373 9170492
E-Mail
E-Mail: post@arche-menden.de

Partner und Förderer

Partner:
  • Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e.V.
Förderer:
  • Stiftung Umwelt und Entwicklung

Foto: Förderverein Arche Noah

„Um mit Boris Pasternak zu sprechen: Was wir heute tun, entscheidet, wie die Welt morgen aussieht.“

Ulrich Hering, Vorsitzender des Fördervereins Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e. V.

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