Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Borgholzhausen, Nordrhein-Westfalen - 2017

Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher zur Eigenstromversorgung auf dem Übergangswohnheim für Geflüchtete und Obdachlose in Borgholzhausen

Im Januar/ Februar 2017 hat die Stadt Borgholzhausen zur Eigenstromversorgung des kommunalen Übergangswohnheims für Geflüchtete und Obdachlose eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher installiert. Die beiden Gebäude wurden mit einer Photovoltaikanlagenleistung von insgesamt 90 kWp ausgestattet, von denen hier eine Anlage mit Batteriespeicher vorgestellt wird.

Zu der eingesetzten Technik zählt eine Photovoltaikanlage mit einer installierten von 29,64 kWp und einer Modulleistung von 260 Wp der Firma SolarWorld. Es ist mit einem jährlichen Stromertrag von 24.600 kWh zu rechnen.

Eine vor der Installation durchgeführte Lastganganalyse hat gezeigt, dass durch das Nutzerverhalten der Wohnheim-Bewohner der Strombedarf in den Abendstunden am Größten ist. Um den Strom auch nach den Sonnenstunden nutzen zu können, wurde ein Lithium-Ionen Batteriespeicher mit einer nutzbaren Batteriekapazität von 24 kW der Firma sonnen verbaut.

Die kalkulierte Eigenbedarfsquote des Gesamtsystems mit Speicherbetrieb ist mit 72 % angesetzt.

Hintergrund

Bei dem städtischen Übergangswohnheim für Geflüchtete und Obdachlose handelt es sich um eine alte Kaserne der niederländischen Streitkräfte, die dort bis 1983 im Rahmen der großräumigen Luftverteidigung Europas während der Zeit des Kalten Krieges stationiert waren. Im Jahr 1989 wurde die Kaserne zum Übergangswohnheim für Spätaussiedler umgebaut und saniert. Das Wohnheim beherbergt derzeit regelmäßig zwischen 20 und 40 Geflüchteten und Obdachlosen.

Besonderheiten

Die Stadt Borgholzhausen hatte im Jahr 2010 alle kommunalen Gebäude für die Eignung zur Montage von Photovoltaikanlagen überprüft. Ausschlaggebend für die Umsetzbarkeit einer Photovoltaikanlage waren damals sowohl eine ausreichende statische Belastbarkeit des jeweiligen Gebäudes, als auch eine optimale Südausrichtung der Dachflächen. Dachflächen mit Südost-Ausrichtung, wie die Dachfläche des Übergangswohnheims, galten als nur bedingt rentabel und wurden nicht bebaut. Mittlerweile haben sich die Voraussetzungen für die Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen deutlich verändert. Stark gesunkene Modulpreise machen trotz reduzierter Einspeisevergütungen nun auch nach Osten oder Westen ausgerichtete Dächer rentabel. Teilweise kann hierdurch auch auf Modulaufständerungen verzichtet werden, wodurch sich positive Auswirkungen auf die statischen Eignungen ergeben können.

Durch die vorgenannten Veränderungen ist ein rentabler Betrieb einer Photovoltaikanlage in der Stadt Borgholzhausen möglich.

In der Diskussion um die Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern gilt es oftmals auch eine möglichst hohe Rendite anzustreben. Bei vielen Bauvorhaben wird aus diesem Grund die Installation eines Batteriespeichers zurückgestellt, da abzusehen ist, dass die Investitionskosten für Batteriespeicher in den nächsten Jahren sinken werden.

Trotzdem hat die Stadt Borgholzhausen aus Gründen der Vorbildfunktion und um Erfahrungen zu sammeln in den Batteriespeicher investiert, zumal sich dieser innerhalb der Herstellergarantiezeit und garantierten Ladezyklen amortisiert (Herstellergarantie 10 Jahre und 10.000 Ladezyklen). Der zusätzliche Gewinn an CO2-Einsparungen könnte vernachlässigt werden, da die Stadt Borgholzhausen als European Energy Award-Gold-Kommune umfassend Öko-Strom aus dem Netz bezieht.

Finanzierung

Die Investition beliefen sich auf 75.000 € für Batteriespeicher (anteilig 24.500 €), PV-Module und Wechselrichter.

Ein KfW-Kredit 270 finanziert die Anlagentechnik.

Ergebnisse

Effekt:
Erwartete Stromerzeugung: 25.000 kWh/a
CO2-Einsparung: 13 t/a

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2017

Standort

Kreis: Gütersloh
Region: Ostwestfalen-Lippe
Reg.-Bez.: Detmold

Kontakt

Stadt Borgholzhausen
Dirk Nolkemper
Schulstraße 5
33829 Borgholzhausen
Tel.: 05425 80731
E-Mail
E-Mail: dirk.nolkemper@borgholzhausen.de

European Energy Award

Maßnahmenbereiche

2.2.2 Erneuerbare Energie Elektrizität
2.2.4 Energieeffizienz Elektrizität
3.1.2 Finanzierung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien
6.1.2 Vorbildwirkung, Corporate Identity