Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Neues Wasserrad am Kickenbacher Hammer

Seit August vergangenen Jahres ist das Wasserkraftwerk Kickenbacher Hammer komplett. Neben zwei bereits seit mehreren Jahren betriebenen Turbinen ist nun auch das Wasserrad zur klimafreundlichen Stromerzeugung ans Netz gegangen. Bauingenieur André Bäcker ist der Herr dieser Wasserkraft.

Er hat die alte Tradition, das Wasser der Lenne als Energieträger zu nutzen, mit moderner Technik wiederbelebt. Bereits 1765 ist die Konzessionsvergabe für den Betrieb eines Stahlhammers (Kickenbacher Hammer) aktenkundig. André Bäcker begann 1994 mit der baulichen Optimierung der Wehranlage und des Krafthauses und installierte zwei Turbinen mit einer Gesamtleistung von 77 kW. Sie arbeiten das Lenne-Wasser über ein Gefälle von drei Metern ab und erzeugen jährlich bis zu 250.000 kWh elektrische Energie. Zu Beginn des Jahres 2011 wurde die Wehranlage aus Hochwasserschutzgründen optimiert und mit einem Schlauchwehr versehen.

Wasserkraftwerk Kickenbacher Hammer
Das alte Spickstein-Wehr zeugt von der handwerklichen Kunst früherer Generationen, die Wasserkräfte der Lenne zu bändigen. Ein Raugerinne-Beckenpass, mit 150 l/s beaufschlagt (1/3 MNQ), ermöglicht die Durchwanderbarkeit an diesem Lenne-Standort für Fische und andere Gewässerorganismen. Eine Rohrleitung führt bis zu 1 m3/s Wasser zum neu errichteten, mittelschlächtigen Zuppinger-Wasserrad. Bei einem Durchmesser von 7 Metern und einer Radbreite von 1,4 Metern leistet es 18 kW und soll etwa 70.000 kWh Strom pro Jahr erzeugen. Geliefert wurde das Zuppinger-Rad von der Firma HydroWatt aus Karlsruhe, die sich bereits gut in Nordrhein-Westfalen auskennt und eine Reihe von Wasserkraftprojekten zwischen Weser und Rhein erfolgreich realisiert hat. Die Besonderheit des Kickenbacher Wasserrads mit seinen 7 Metern Durchmesser ist, dass es sich um das größte Zuppinger-Wasserrad handelt, das HydroWatt bisher ausgeliefert hat. Allerdings hat der erfahrene Wasserkraftler Bäcker auf eigenen Wunsch die Endmontage selbst in die Hand genommen. Gut 85.000 Euro und viel Eigenleistung hat André Bäcker investiert, um die dritte Maschine des Kickenbacher Hammers zur Stromerzeugung zu realisieren.

Wasserkraftwerk Kickenbacher Hammer
Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte dieses Wasserkraftprojekt im Rahmen der progres.nrw-Förderung mit einem Zuschuss. Bei Tag und bei Nacht leuchtet die alte Laterne vor dem Haus am Kickenbacher Hammer. Sie leuchtet, durch Wasserkraftstrom versorgt, voller Stolz und zeugt von der Kraft der Lenne.

Besonderheiten

Gefälle: 3 Meter
Ausbauwassermenge: 1 m3/s + 4 m3/s
Installierte Leistung: 18 kW + 77 kW
Jahresarbeit: ca. 300.000 kWh
Fischaufstiegshilfe: Raugerinne-Beckenpass (150 l/s)
Stromversorgung: für ca. 100 Haushalte
CO2-Vermeidung: ca. 240 t/a

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