Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Hilden, Nordrhein-Westfalen - 2020

Ladepark der Zukunft am Hildener Kreuz

Zentral am Hildener Kreuz zwischen der A 3 und der A 46 gelegen entsteht derzeit der EU-weit größte Ladepark für Elektroautos. Kaum ein Ort verdeutlicht besser, dass der Strukturwandel in NRW in vollem Gange ist.

Tesla errichtet hier 40 Supercharger der neuesten V3-Generation mit bis zu 250 Kilowatt Leistung pro Ladepunkt. Hinzu kommen 22 High-Power-Charging-Ladeplätze mit CCS-Standard des niederländischen Anbieters Fastned mit jeweils bis zu 350 Kilowatt Ladeleistung. Auch werden zwei Ladeplätze mit CHAdeMO-Standard angeboten.

Der Standort ist deshalb so attraktiv, weil er für Berufspendler wie für Urlauber gleichermaßen der ideale Ladepunkt auf ihrer Durchreise ist. Kein Zufall also, dass pünktlich zu Beginn der niederländischen Krokusferien Mitte Februar die ersten 16 Ladestationen von Tesla als Palettencharger an den Start gingen. Eine provisorische Lösung, denn bis Mitte des Jahres sollen die mobilen Ladesäulen durch stationäre unter Carports mit PV-Modulen ersetzt werden.

Hinter diesem gigantischen Projekt steckt Bäckermeister Roland Schüren, der mit seinen Klimaschutz-Projekten in der EE-Branche längst kein Unbekannter mehr ist. Sein Energiekonzept, das auf eine effiziente Nutzung erneuerbarer Energien und auf Sektorenkopplung setzt, wird nun im großen Stil auf das Projekt am Kreuz Hilden übertragen. Photovol­taik- und Kleinwindanlagen sowie zwei große Stromspeicher sollen dafür sorgen, dass der Ökostrom direkt dort geladen werden kann, wo er erzeugt wird. „Denn Strom aus der eigenen PV-Anlage ins Auto zu laden ist so, wie den eigenen Salat aus dem Garten zu genießen“, so Schüren.

Salat soll auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände übrigens auch angebaut werden: Im Lichthof des fünfstöckigen Gebäudes mit Büros und Gastronomie, das dort bis 2022 entsteht, wird eine „Vertical Farm“ frisch geerntete Lebensmittel für Kuchen und Salate liefern, mit denen das angrenzende Café seinen Kunden die Verweildauer versüßen kann. Noch sorgt eine gastronomische Übergangslösung in Form eines Marktwagens oder Pavillons für Gerichte wie dem Frühstück „V3 Break Fast“. Ganz nach dem Motto: schnell laden, schnell essen, den Rest mitnehmen.

„Seed and Greet“ hat der Traditionsbäcker seine eigens für das Projekt gegründete Firma genannt, bei dem die drei klimarelevantesten Sektoren gekoppelt werden. E-Mobilität, Energiegewinnung sowie Lebensmittelherstellung und -erzeugung spielen so zusammen, dass sie sich ideal ergänzen: „Unser Ziel ist es, möglichst effizient zu sein, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und möglichst viel Energie selbst zu erzeugen. Was wir dadurch an CO2-Ausstoß einsparen, ist schon klasse“, so Schüren.
Ganz ohne Hindernisse ging es am Hildener Kreuz allerdings bisher nicht vonstatten. Unter dem Gelände verläuft eine Infrastruktur-Hauptverkehrsader mit entsprechenden Leitungen: Während der Bauarbeiten ist man im wahrsten Sinne des Wortes auf Öl und Gas gestoßen. „Unter der Erde ist es maximal fossil, überirdisch maximal erneuerbar“, so Schüren. Ende Mai 2020 soll der erste Bauabschnitt und bis Ende 2022 das Gesamtprojekt fertiggestellt sein.

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2020

Standort

Kreis: Mettmann
Reg.-Bez.: Düsseldorf

Kontakt

EnergieAgentur.NRW
Carl-Georg von Buquoy
Leiter Themengebiet Photovoltaik
Roßstraße 92
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 86642249
E-Mail
E-Mail: buquoy@energieagentur.nrw