Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Bielefeld, Nordrhein-Westfalen - 2018

Fit2Load: Elektrofahrzeuge intelligent laden

Innovationsprojekt Klimaschutz

Gewerbliche Fahrten eignen sich dank Planbarkeit und kurzer Strecken besonders gut für den Einsatz von E-Mobilen. Das Umstellen der Unternehmensflotten wird jedoch häufig durch die Frage gehemmt, wie sich eine ökologische und ökonomisch optimale Ladung der Fahrzeugflotte ermöglichen lässt. Das Projekt „Fit2Load“ setzt hier an, um eine praktikable Lösung anzubieten und die Ausweitung elektrifizierter Flotten damit voranzutreiben: Ein speziell entwickeltes Lademanagementsystem soll dabei helfen, die Vorgänge intelligent zu steuern, die Überlastung des Netzanschlusses zu vermeiden und den Bezug von Grünstrom zu maximieren.

Obwohl das Interesse an Elektromobilität bereits sehr groß ist, scheuen viele Unternehmen den Schritt ihre Fahrzeugflotte auf elektrische Antriebe umzurüsten. Gründe dafür liegen häufig in der Unsicherheit über die Aspekte, die bei einer Umstellung bedacht werden müssen. Vor allem die Energieinfrastruktur, innerhalb derer nur eine begrenzte Leistung des elektrischen Anschlusses zugelassen ist, hemmt viele Flottenbetreiber. Im Rahmen des Projektes „Fit2Load“ arbeiten der Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik der FH Bielefeld zusammen mit dem Ladesäulenhersteller Westaflex GmbH und dem Gebäude- und Energiemanagement-Spezialisten Archimedes Technik GmbH daher daran, ein ganzheitliches Elektromobilitätskonzept zu entwickeln, das die Unternehmen bei der Umstellung unterstützt und mit Hilfe eines speziellen Lademanagementsystems den intelligenten und ökologischen Betrieb gewerblicher E-Fahrzeugflotten in Unternehmen ermöglicht.

Von der Anschaffung bis zum Betrieb

Als einen Baustein entwickeln die Projektpartner ein Tool, mit dem sich Unternehmen umfassend über die jeweiligen Möglichkeiten und Anforderungen zur Umstellung des eigenen Fuhrparks und dem Betrieb der Elektrofahrzeuge informieren können. Die Informationen reichen hierbei von geeigneten Fahrzeugen und der Umsetzung der entsprechenden Ladeinfrastruktur bis hin zum Strombezug mittels Erneuerbarer Energien. Neben der genauen Kenntnis über die täglichen Streckenbedarfe stellt die hohe benötigte Ladeleistung eine wesentliche Herausforderung dar. Obwohl viele Unternehmen bereits über eine gut ausgebaute Energieinfrastruktur verfügen, besteht hier die Gefahr, dass der enorme Leistungsbedarf bei zeitgleicher Ladung einer größeren Anzahl an Elektrofahrzeugen zu einer Überlastung des Netzanschlusses oder sogar des Verteilnetzes führt. Hinzu kommt, dass Unternehmen neben dem Preis der verbrauchten Energie zusätzlich auch für die Bereitstellung der maximal benötigten Leistung zahlen müssen. Daher tendieren sie häufig dazu, die Bezugsleistung möglichst niedrig zu halten. Zugleich ist allerdings auch immer öfter zu beobachten, dass die Zahl betriebseigener Stromerzeugungsanlagen wie beispielsweise Photovoltaikanlagen (PV) steigt und somit bereits Ökostrom für die Ladevorgänge zur Verfügung steht. Hier setzt das Projekt Fit2Load an.

Flexibles Lademanagement

Um die Kosten für den Einsatz von Elektroflotten zu minimieren und gleichzeitig die Klimaschutzwirkung zu stärken, entwickeln der Stellvertretende Sprecher des Forschungsschwerpunktes für intelligente technische Energiesysteme (ites) Prof. Jens Haubrock und sein Team ein eigenes Lademanagementsystem. Ziel hierbei ist es, die Spitzenlast bei gleichzeitigen Ladevorgängen zu reduzieren und die Grünstromnutzung zu maximieren. Mit Hilfe des Systems hat der Nutzer zudem die Möglichkeit, die Ladeströme jedes Fahrzeuges einer Flotte individuell und priorisiert vorzugeben. Die jeweilige Ladeleistung orientiert sich dabei an der aktuellen Grünstromproduktion der unternehmenseigenen PV-Anlage. So wird nicht nur der Eigennutzungsgrad des selbst produzierten Ökostroms erhöht, sondern auch der zukünftig stärkeren Belastung des Netzes durch die Ladung von Elektrofahrzeugen entgegengewirkt.

Ein Konzept mit viel Potenzial

Das Elektromobilitätskonzept wird als Demonstrator bei einer Großbäckerei in Bielefeld getestet. Dabei sollen insgesamt sechs Nutzfahrzeuge, die im täglichen Lieferverkehr zu 35 Filialen im Einsatz sind, auf E-Antriebe umgerüstet und vorrangig über eine firmeneigene PV-Anlage geladen werden. So sollen allein hier langfristig bis zu 86 Prozent der durch den Lieferverkehr bedingten CO2-Emissionen des Betriebes eingespart werden. Im Anschluss an den Feldversuch sollen dann weitere Unternehmen für das Konzept gewonnen werden, um weitere Klimaschutzpotenziale zu heben.

Veröffentlichung

Stand: 2018

Standort

Kreis: kreisfrei
Region: Ostwestfalen-Lippe
Reg.-Bez.: Detmold

Kontakt

Archimedes Technik GmbH
Stefanie Balzarek
Tel.: 05221 1334269
E-Mail
E-Mail: stefanie.balzarek@archimedes-technik.de

Partner und Förderer

Partner:
  • Archimedes Technik GmbH
  • Fachhochschule Bielefeld, Forschungsschwerpunkt ites
  • Lechtermann?Pollmeier Bäckereien GmbH & Co. KG
  • Westaflexwerk GmbH
Förderer:
  • Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV), EFRE NRW, Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen / Europäische Union

Foto: Prof. Jens Haubrock, FH Bielefeld

„Durch intelligentes Vernetzen von Ladestationen und regenerativen Energieerzeugern kann die Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zur Systemstabilität des elektrischen Netzes liefern.“

Prof. Dr.-Ing. Jens Haubrock, Projektleiter FH Bielefeld