Innovationsprojekt Klimaschutz
Klimaschutzprojekte mit besonderer Strahlkraft und besonders hohem Innovations-Niveau wurden und werden vom Land NRW als „Innovationsprojekt Klimschutz“ ausgezeichnet.

Projekte des Monats
Wenn es um Klimaschutz und erneuerbare Energien geht, sind Kommunen, Unternehmen und Bürger in NRW sehr aktiv. Eine Experten-Jury der EnergieAgentur.NRW kürt jeden Monat ein besonderes Klimaschutzprojekt und stellt dieses auf der Website vor.

Projekte aus Kommunen und Unternehmen
Die EnergieAgentur.NRW identifiziert im Zuge ihrer Arbeit für Nordrhein-Westfalen immer wieder vorbildliche Good-Practice Projekte. Die Experten der EnergieAgentur.NRW stehen nahezu täglich in Kontakt Akteuren aus Kommunen, Unternehmen, Ingenieur- oder Architektenbüros und vielen anderen Bereichen.
Ein Teil der Projekte aus dem kommunalen Bereich entstammen dem Projekt „KommEN NRW“, einem Projekt der EnergieAgentur.NRW von Kommunen für Kommunen. Die dargestellten Projekte werden von den Kommunen selbst dargestellt.

Rückschau

Von September 2016 bis März 2019 wurde das EFRE-geförderte Projekt „Zwischenpräsentation der KlimaExpo.NRW – die MitmachExpo“ durchgeführt.

Oberzier (Niederzier), Nordrhein-Westfalen - 2020

ALEGrO HGÜ-Verbindung

ALEGrO: Aachen-Liège Electricity Grid Overlay
Hinter dem Projekt ALEGrO verbirgt sich eine 90 km lange Gleichstromübertragungsleitung zwischen Oberzier im Kreis Düren und Lixhe in der belgischen Provinz Lüttich. Bisher gibt es keine andere Strombrücke zwischen Deutschland und Belgien. Von insgesamt 90 km werden 40 km des 320 Kilovolt-Erdkabel innerhalb Deutschlands verlegt. Das Projekt schafft dringend erforderliche Netzkapazitäten für grenzüberschreitende Stromflüsse und stärkt gleichzeitig die Versorgungssicher-heit im Raum Aachen-Köln. Das Vorhaben findet innerhalb des Trans-European Energy Networks (TEN-E) statt und wird von der EU als Projekt von gemeinsamem Interesse (PCI) gefördert, da Stromkunden sowohl in Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland von dem Kabel profitieren werden.

Genaues Justieren durch HGÜ
Gleichstrom hat Vorteile beim Transport großer Energiemengen über große Entfernungen. Zusätzlich lassen sich bei dieser Stromart die Strommenge und die Flussrichtung genau justieren. Entscheidend für den Erfolg ist die sehr hohe Übertragungskapazität. Das bedeutet maximale Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit und Flexibilität sicherzustellen. Wechselstrom hingegen ist flexibler einsetzbar, da sich Spannung und Strom viel einfacher und sehr effizient transformieren lassen und sich somit in die unterlagerten Netzebenen einspeisen lassen. Daher sind die Höchstspannungs- und Verteilnetze grundsätzlich als Wechselstromnetz aufgebaut und werden durch Gleichstromverbindungen wie ALEGrO ergänzt und entlastet.

Auf etwa 75 Prozent der Kabelstrecke wurden die Schutzrohre in offener Bauweise, das heißt im Leitungsgraben, eingebaut. Die Breite der Trasse beträgt in der Regelausführung einschließlich der seitlichen Lagerfläche für den ausgehobenen Boden max. 26,5 m. Die bodenkundlichen und baugrundtechnischen Erkundungen haben ergeben, dass die Bagger im Bereich der Trasse zum überwiegenden Teil auf feinkornhaltige und wasserempfindliche Böden stoßen. Um die Auswirkungen der Witterung auf den zwischengelagerten Aushub gering zu halten, wurde mit möglichst kurzen, offenen Abschnitten gearbeitet. So konnten die Leitungsgräben fortlaufend und entsprechend der vorhandenen Schichtung rückverfüllt werden. Zum Abschluss wurde die vorübergehend genutzte Fläche mit dem zuvor abgenommenen Oberboden wieder abgedeckt. So bleibt die Bodenstruktur erhalten. Die verbleibenden 25 Prozent der Strecke wurden in unterschiedlichen Bohrverfahren wie Kurzvortrieb, Spülbohrverfahren und Mikrotunnelbau umgesetzt.

Genehmigungsverfahren
Im Frühjahr 2017 wurde das Planfeststellungsverfahren zum Bau des Gleichstrom-Erdkabels bei der Bezirksregierung Köln beantragt, welche die Unterlagen in den betroffenen Kreisen und Kommunen auslegte. Die Bürger hatten bis zwei Wochen nach Ende der öffentlichen Aus-legung Gelegenheit, zu den Plänen bei der Bezirksregie-rung schriftlich Stellung zu nehmen. Daraufhin folgte zum Jahresbeginn 2018 ein Erörterungstermin bevor die Behörde Mitte Oktober 2018 den Beschluss, der den Bau genehmigt, erteilte. Kurz darauf wurde der Baubeginn mit dem Spatenstich durch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor Ort gefeiert. Seit Planungsbeginn hat Amprion in öffentlichen Bürgerveranstaltungen regelmäßig den aktuellen Stand der Planung vorgestellt und Sprechstunden zur Erläuterung der umfassenden Genehmigungsunterlagen abgehalten. Erstmalig wurde bei einem Lei-tungsbauprojekt in Deutschland eine Online-Beteiligungsplattform (www.alegrodialog.de) aufgesetzt.

Projektdaten

  • Projektstart: 2013, erste Studien ab 2008
  • Inbetriebnahme: November 2020
  • Betreiber: Amprion GmbH
  • Projektpartner: Amprion, Elia
  • Förderer: Europäische Union
  • Ort: Rheinland
  • 320 kV Erdkabel mit direkter Anbindung an Belgien
  • Sehr hohe Übertragungskapazität zwischen Raum Köln-Aachen und Belgien
  • Bodenstrukturschonende Bauweise

Kontakt

Frank Schäfer
EnergieAgentur.NRW
Leiter Themengebiet Netze, Speicher
Roßstraße 92
40476 Düsseldorf
Tel.: 0211 86642147
E-Mail
E-Mail: schaefer@energieagentur.nrw

Veröffentlichung

Autor: EnergieAgentur.NRW
Stand: 2020
Start: 2013
Laufzeit: 2013 - 2020

Standort

Kreis: Düren
Reg.-Bez.: Köln

Kontakt

Amprion GmbH
Joëlle Bouillon
Unternehmenskommunikation
Tel.: 0231 584912932
E-Mail
E-Mail: joelle.bouillon@amprion.net