Geothermie

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Wärme aus der Quelle für Aachen-Burtscheid

Die Landesbadquelle in Aachen ist eine der ergiebigsten und heißesten Thermalquellen Mitteleuropas. Als artesische Quelle tritt das Wasser mit einer Temperatur von bis zu 74 °C mit ca. 60 m³/h zu Tage. Die geklüfteten und verkarstungsfähigen Karbonate speisen sich aus den Niederschlagswässern in der Nordeifel und den belgischen Ardennen, die in großer Tiefe erwärmt und an geologischen Störungssystemen in den berühmten heißen Quellen von Aachen an die Oberfläche treten. Das Thermalwasser tritt teilweise selbstständig, ohne Notwendigkeit des Abpumpens, in Aachen als „artesische Quelle“ zu Tage.

Die austretenden Thermalwasser werden über Edelstahlleitungen durch Pumpen zu der Technikzentrale, dem Kaloriferraum zu den Titanwärmetauschern gefördert. Die hochlegierten Wärmetauscher sind aufgrund des Chrloridgehalts von 1.990 mg/l notwendig. Im Kaloriferraum erfolgt auch die Übergabe an das Nahwärmenetz. Der gesamte Kaloriferraum ist von den Stadtwerken Aachen (Stawag) ausgebaut worden, um die aus der Quelle gewonnene Wärme auf die Nahwärmestränge zu verteilen und zu den Kunden zu fördern. Im Wärmetauscher werden dem Thermalwasser durch das Nahwärmenetz bis zu 25 K entzogen. Die thermische Leistung der Quelle bei 60 m³/h beträgt dann rd. 1,7 MWth. Das Heizungsnetz und die Unterstationen sind auf ein Temperaturniveau von 68/43 °C ausgelegt und dem Kunden wird eine Vorlauftemperatur von 65 °C zur Verfügung gestellt.

Die Leitungslänge des Nahwärmenetzes beträgt rd. 2,5 km. Derzeit werden acht Kundenunterstationen versorgt. Der thermische Leistungsbedarf beträgt aktuell 1.989 kWth.  Die thermische Leistung der Quelle ist im Hauptlastfall (Taußen -12 °C) dann mit rd. 2,0 MWth. ausgeschöpft. Zum Ausgleich von Leistungsdefiziten ist eine Gas-Kesselanlage der Stawag mit einer Leistung von 1,2 MWth. im Nahwärmenetz installiert. Die Kesselanlage steht im Schwertbad am Burtscheider Markt und kann Wärme in zwei Richtungen (zum Schwertbad ó zum Kaloriferraum rangieren).

Langfristig soll die Erhöhung der Temperaturausbeute aus der Quelle durch Wärmepumpen in einem 2. Bauabschnitt realisiert werden. Bis 2022 soll der 2. Bauabschnitt fertig gestellt sein und mit Wärme versorgt werden.

Auf einem Neubau, in der derzeitigen Baugrube an der Benediktinerstraße, wird ein Rückkühlwerk mit 2,0 MW Leistung aufgebaut.

Im Keller des Neubaus wird eine Wärmepumpenzentrale bestehend aus zwei  Wärmepumpen mit einer Leistung von insgesamt 634 kWth. (W40/W80) installiert. (COP 3,8).

Leonhard Thien
Leiter Themengebiet Geothermie, Wärmepumpen
EnergieAgentur.NRW
0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

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