Geothermie

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Grünes ICE-Werk in Köln Nippes

Das Kölner ICE-Werk der Deutschen Bahn ist das modernste und umweltfreundlichste der Welt.  
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Das Kölner ICE-Werk der Deutschen Bahn ist das modernste und umweltfreundlichste der Welt.
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Die Deutsche Bahn stärkt mit ihrem neuen ICE-Instandhaltungswerk in Köln-Nippes ihre Vorreiterposition im Klimaschutz. Das Anfang 2018 eröffnete Werk ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch das modernste seiner Art in Europa.

220 Millionen Euro hat die Deutsche Bahn in die Hand genommen und hauptsächlich regionale Baustoffe verwendet, um auf dem 23 Hektar großen Areal ein Werk zu errichten, das sich Erdwärme und Sonnenenergie zunutze macht. Damit den Mitarbeitern der 400 neu geschaffenen Arbeitsplätze bei ihrer Tätigkeit nicht kalt wird, erfolgt die Klimatisierung des Gebäudes durch die geothermische Nutzung des Grundwassers. Bei der Erkundung des Erdreichs des Areals wurde die Wasserader gefunden, die im Rhein mündet und deren Temperaturen über eine Wärmepumpe heute genutzt werden. Im Sommer kühlt das Wasser die Halle sowie die angrenzenden Gebäude. Über die geothermischen Brunnen fördert die Bahn dabei das Grundwasser mit 12,5 °C. Über Wärmetauscher kühlt dieses Grundwasser im Sommer einen Sekundärkreislauf ab. Das auf bis zu 16 °C gekühlte Wasser im Sekundärkreislauf wird dann in der Betonkernaktivierung im Sozialgebäude sowie in den Deckenstrahlplatten im Lager und in der Werkhalle verteilt und kühlt dabei die Arbeitsbereiche. Darüber hinaus wird auch die Zuluft in den insgesamt 24 RLT-Geräten vorgekühlt.

Das Werk bietet den 400 Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen. 
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Das Werk bietet den 400 Mitarbeitern optimale Arbeitsbedingungen.
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Im Winter wird über vier Wärmepumpen das Heizungswasser auf ein Temperaturniveau von maximal 60 °C angehoben, um die Gebäude zu heizen. Das Heizsystem fährt mit einer geringen Spreizung von 5 °C und ist so in der Lage auch die Deckenstahlplatten zu versorgen. Die Wärmenutzung erfolgt durch den Temperaturaustausch über das Grundwasser, wobei das Grundwasser in seiner Zusammensetzung nicht verändert wird. Das Werk spart alleine jährlich rund 1.000 Tonnen CO2 gegenüber herkömmlichen Werken. Als Vergleich: Mit einer Tonne CO2 käme eine Einzelperson mit der Bahn rund 80.000 Kilometer weit.

Ein Umluft- und Deckenstrahlheizplattensystem schafft ein angenehmes Klima in der Werkshalle. Das Rohrsystem verteilt das Wasser (sowohl zum Heizen als auch zum Kühlen – teilweise durch ein Vierleiter-System) an die verschiedenen Heiz-/Kühlgeräte: die Deckenstrahlplatten und Fußbodenheizung in der Werkhalle, Deckenstrahlplatten im Lager, Betonkernaktivierung und Umluftheiz-/kühlgeräte im Sozialgebäude.

Zusätzlich wurde eine rund 2.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer installierten Leistung von 300 Kilowatt Peak (KWp) gebaut, die den Strombedarf der Wärmepumpen deckt. Spitzen werden durch Zukauf von Ökostrom abgedeckt. Auf die Nutzung von fossilen Brennstoffen wird im neuen Werk gänzlich verzichtet.

Auf dem Dach des Werks befidnen sich eine 180 Quadratmeter große Solarthermieanlage sowie eine 2.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage.
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Auf dem Dach des Werks befidnen sich eine 180 Quadratmeter große Solarthermieanlage sowie eine 2.100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage.
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg

Innovationen bei Beleuchtung, Wassernutzung und Lärmschutz

Aber damit der Innovationen nicht genug: auch bei der Beleuchtung wird gespart. Mit LED-Lampen, die in Büros und auf dem Außengelände eingesetzt werden, soll eine Kostensenkung von 15 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Systemen erreicht werden. Zudem kann sich die Geräuschkulisse hören lassen: Durch den Einsatz von Lärmschutzwänden, Dämmung der Gebäudefassaden sowie die Installation von Schalldämpfern bei Lüftungsgeräten, wird der Lärm halbiert. Wassersparende Armaturen senken den Verbrauch bei den sanitären Einrichtungen und wo es möglich ist, wird Trinkwasser durch Brauchwasser ersetzt, zum Beispiel im Bereich der Fahrzeugaußenreinigung. Wer warmes Wasser benötigt, etwa zum Händewaschen, Duschen oder für den Tee, nutzt dafür die 180 Quadratmeter große Solarthermieanlage, die auf dem Dach installiert ist. Diese hat eine Leistung von rund 100 Kilowatt.

Auch für die Mitarbeiter des Werks bietet die Deutsche Bahn klimafreundliche Anfahrtsmöglichkeiten an.  
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Auch für die Mitarbeiter des Werks bietet die Deutsche Bahn klimafreundliche Anfahrtsmöglichkeiten an.
Foto: DB AG / Daniel Saarbourg
Damit nicht nur die Bahn selber, sondern auch ihre Mitarbeiter umweltfreundlich unterwegs sind, bietet das Unternehmen ihnen neben idealen Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr auch überdachte Fahrradabstellplätze im Werk, eine Solartankstelle für E-Bikes und E-Autos sowie Werksfahrräder auf dem 23 Hektar großen Areal.

Zusammen mit dem Bestandswerk Betriebsbahnhof erweitert das Werk Nippes die Instandhaltungskapazitäten in Köln. Künftig können viermal so viele Züge gewartet werden, wie bisher. Dafür war der Bau von vier Instandhaltungsgleisen mit je 410 Metern Nutzlänge und gesicherten Dacharbeitsbühnen sowie acht Krananlagen, um Komponenten auf das Fahrzeug bzw. herunter zu heben, nötig. Insgesamt wurden mehr als 20 Kilometer Gleisanlagen, 47 Weichen, zwei Brücken und eine Personenunterführung gebaut sowie fast 60.000 Meter Signalkabel verlegt.

Neben der Inbetriebsetzung des neuen ICE 4, nach Übernahme vom Fahrzeughersteller Siemens auf den Einsatz bei der DB, finden in dem Werk zudem turnusmäßige Kontroll,- Instandhaltungs- sowie Instandsetzungsarbeiten statt, Vandalismusschäden werden beseitigt und die Fahrzeuge gereinigt und außerdem Komponenten ausgetauscht. Um die Lärmbelastung für Anwohner zu reduzieren, hat die DB sogenannte Flüsterschienen verlegt, auf denen Züge leiser fahren.

Deutsche Bahn als Umwelt-Vorreiter

Die Deutsche Bahn ist Vorreiter im Klimaschutz, insbesondere mit dem hohen Anteil von elektrischer Verkehrsleistung und dem hohen Anteil erneuerbarer Energien im Schienenverkehr in Deutschland. Mit der neuen Strategie „Starke Schiene“ hat sich die DB das Ziel gesetzt bis 2038 den von der DB genutzten Bahnstrom komplett auf erneuerbare Energien umzustellen. Der Zwischenschritt dazu ist ein Anteil von 80 Prozent bis zum Jahr 2030. Bis 2050 will die DB CO2-frei sein.

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