Geothermie

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Grubenwassernutzung in Alsdorf

Nicht nur das Ruhrgebiet, auch die Aachener Region ist geprägt von jahrhundertelangen Bergbautätigkeiten. Das Warme Grubenwasser bietet vor allem lokal interessante Möglichkeiten, erhebliche Mengen an Treibhausgasen im Wärmebereich einzusparen.

In NRW kommt nach dem Ausstieg aus der Steinkohlenförderung an einigen Orten neue Energie, das Grubenwasser, zur Nutzung. Das Energeticon in Alsdorf nutzt das Grubenwasser, um das Museum auf dem Gelände der früheren Zeche Anna zu beheizen. Seit Ende 2018 wird dort mit dem Grubenwasser aus dem Eduardschacht geheizt. Gefördert wird aus den 900 m tiefen Schacht statt Kohle nun das Grubenwasser.

Bohrarbeiten am Eduardschacht 
Foto: Energeticon
Bohrarbeiten am Eduardschacht
Foto: Energeticon
Nach Stilllegung der Steinkohlenförderung in Alsdorf wurde der Schacht mit einem ca. 150 m dicken Betondeckel gesichert. Für die Nutzung des Grubenwassers sollte nach den ersten Planungen eine Entgasungsleitung herangezogen werden. Dies war nach weiteren Untersuchen jedoch nicht möglich, sodass schließlich der Betondeckel durchbohrt werden musste. Zur eigentlichen Nutzung des Grubenwassers wurde eine Doppel-U-Sonde verwendet. Diese Sonde hängt knapp 900 Meter tief in den Eduardschacht, zapft in dieser Tiefe die Energie des bis zu 26 Grad warmen Grubenwassers an und leitet das Grubenwasser über die Sonde zur Heizzentrale. In der Heizzentrale wird die Energie über Wärmetauscher und Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau „gepumpt“ und zur Gebäudebeheizung genutzt. Das Pilotprojekt wurde mit insgesamt ca. 1 Million Euro gefördert und soll die Machbarkeit und die Effizienz dieser Technik zeigen. Schon in der ersten Heizperiode hat die Nutzung des Grubenwassers über 70 Prozent des Wärmeenergiebedarfs gedeckt.

Laut Auskunft des Energeticons wurde nur an sehr kalten Tagen die vorhandene Gasheizung zugeschaltet. Durch das Grubenwasser habe das Museum Geld eingespart, die Ersparnis hängt jedoch vom jeweiligen Strom- und Gastarif ab. Das innovative Projekt zeigt auch, dass die höheren Investitionskosten dazu führen, dass die Energiekosten sinken.

Nach Berechnungen des Landesumweltamtes könnten in den Steinkohleregionen mit der Wärme aus der Tiefe rund 75.000 Einfamilienhäuser beheizt und Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart werden. Damit kann ein spürbarer Beitrag zum Beheizen der Wohnungen geleistet werden.

Leonhard Thien
Leiter Themengebiet Geothermie, Wärmepumpen
EnergieAgentur.NRW
0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

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