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Energiekonzept für das Kameha Grand Hotel in Bonn

Das futuristische und architektonisch spektakuläre Hotel am Bonner Bogen wurde im Frühjahr 2011 mit dem renommierten MIPIM Award der internationalen Immobilienwirtschaft ausgezeichnet. Neben der Architektur hat dazu auch das vorbildliche Energiekonzept des gesamten Gebäudekomplexes beigetragen. Mit einer Symbiose aus passiver Sonnenenergie, intelligenten Kühlsystemen und Ressourcen schonendem Klimakonzept auf Geothermiebasis erfüllt das Kameha Grand Bonn die Ansprüche eines modernen und innovativen Gebäudes.

Das Hotel wird über eine Geothermieanlage mit einem Aquifer-Speichersystem mit Wärme und Kälte versorgt, das die Energieausbeute durch eine Trennung zwischen Sommer und Winterbetrieb optimiert. Die Energiezentrale, die 80 Prozent der Gebäude des „Bonner Bogens“ versorgen wird, ist im Tiefgeschoss des Hotels untergebracht. Die Grundlastversorgung wird über eine Betonkernaktivierung in den Deckensystemen sichergestellt. Bodenkonvektoren mit einer Frischluftzufuhr decken den Zusatzbedarf ab. In der Glashalle sorgt ein Klimaboden für ganzjährig angenehme Temperaturen. Die Hohlprofile der Metallkonstruktion werden mit Wasser gefüllt und als Heiz- beziehungsweise Kühlflächen genutzt.

Das Klimapaket mit Frischluftzufuhr sorgt für ein angenehmes Raumklima und ermöglicht hochwertige Raum-in-Raum-Lösungen ohne störende Deckenabhängungen für die ansonsten üblichen Klimaanlagen. Andererseits wirkt die Glasarchitektur als passiver Sonnenkollektor.

Für die Nutzung des Grundwassers sind acht Brunnen angelegt. Sie arbeiten im Pendelbetrieb zwischen Sommer- und Winternutzung. Über dieses System werden bis zu 70 Prozent des Kältebedarfs gedeckt. Der Einsatz einer Kältemaschine ist nur für kurze Zeiträume im Hochsommer notwendig. Im Winter liegt der Deckungsgrad über das Grundwasser zwischen 60 bis 80 Prozent.

Die Geothermieanlage mit dem effizienten Aquiferspeicher-System gehört zu den größten Anlagen dieser Art in Europa. Gegenüber einer konventionellen Energieversorgung können so jährlich rund 1.700 MWh Primärenergieaufwand sowie ca. 400 Tonnen CO2 vermieden werden. Diese Einsparungen resultieren aus der Energieeffizienz der Geothermieanlage, aus der Gebäudearchitektur sowie einer modernen Gebäudeleittechnik mit einer individuellen Raumsteuerung.


Das Kameha Grand Hotel in Bonn

Herr Leonhard Thien
Themengebietsleiter Geothermie
EnergieAgentur.NRW
Telefon: 0234 3210715
thien@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.