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Regelenergie

Regelenergie ist eine Reserve, die von den Übertragungsnetzbetreibern vorgehalten wird, um Schwankungen der Netzfrequenz auszugleichen. Um einen Netzausfall zu verhindern, muss die Netzspannung konstant bei 50 Hertz liegen. Hierzu müssen Erzeugung und Verbrauch ausgeglichen sein. Grundsätzlich sind Energieversorgungsunternehmen und Stromhändler verpflichtet, dies in ihrem sogenannten Bilanzkreis zu gewährleisten. Da aber auch unvorhersehbare Ereignisse, wie z. B. Kraftwerksausfälle, abweichende Bezugsprofile von Großverbrauchern oder Prognosefehler, denkbar sind, die einen plötzlichen Anstieg oder Abfall von Angebot und Nachfrage verursachen können, wird die Regelenergie als sogenannte Systemdienstleistung zum Ausgleich der Schwankungen vorgehalten. Der Begriff Regelenergie umfasst dabei positive wie auch negative Leistung (also zusätzliche oder reduzierte Erzeugung und Nachfrage/Last) und unterschiedliche Verfügbarkeitsfristen, die in Primärreserve (PLR), Sekundärreserve (SLR) und Minutenreserve (MRL) unterteilt sind.

Kleine dezentrale Erzeugungsanlagen und Verbraucher sind individuell nicht in der Lage, Regelleistung zu vermarkten. Möglich wird dies aber für bestimmte Kapazitäten über einen Zusammenschluss vieler kleiner Anlagen. Virtuelle Kraftwerke schalten verschiedene Erzeugungsanlagen (üblicherweise ab 100 kW installierter Leistung) und Verbraucher zusammen, um diese kombinierte Leistung unter anderem an Regelenergiemärkte zu vermarkten. Insbesondere Bioenergieanlagen und Notstromaggregate werden über diese Pools für die Regelenergievermarktung genutzt. Eine direkte Verbindung von Anlagenbetreiber und Regelenergievermarktung besteht dabei jedoch nicht. Ein weiterer Anwendungsfall ist die Nutzung von vielen dezentralen Batteriespeichern im Schwarm, der zentral gesteuert und vermarktet wird. Angeboten wird diese Vermarktungsoption zwar von verschiedenen Anbietern, aber noch nicht alle sind für den Regelenergiemarkt präqualifiziert. Um an den wöchentlichen (PRL, SRL) bzw. täglichen (MRL) Ausschreibungen durch die Übertragungsnetzbetreiber teilzunehmen, werden Anlagen zunächst darauf geprüft, ob die technischen Anforderungen zur Erbringung von Regelleistung erfüllt werden. Danach erhalten sie die so genannte Präqualifikation und können ihre Produkte am Markt anbieten.

Weitere Informationen:

Dipl.-Kauffrau (FH) Lisa Conrads
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle
EnergieAgentur.NRW
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conrads@energieagentur.nrw
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Rechtsanwältin Ka Yee Winkler
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0211 86642167
winkler@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.

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