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Geförderte Direktvermarktung

Mit dem Ziel der stärkeren Marktintegration der erneuerbaren Energien wurde 2012 die Möglichkeit der geförderten Direktvermarktung im Rahmen des EEG eingeführt und mit dem EEG 2014 für größere Anlagen verpflichtend. Hiernach erhält der Anlagenbetreiber vom Netzbetreiber die sogenannte Marktprämie. Diese stellt die Differenz zwischen dem im EEG festgelegten „anzulegenden Wert“ (entspricht dem EEG-Vergütungssatz) und dem durchschnittlichem Börsenstrompreis dar. Die Erwirtschaftung des Börsenstrompreises liegt in der Verantwortung des Anlagenbetreibers, der für den Stromvertrieb üblicherweise das Angebot eines Direktvermarkters nutzt und mit diesem einen Preis für den abgenommenen Strom vertraglich vereinbart. Diese Unternehmen übernehmen neben dem Stromhandel auch die energiewirtschaftlichen Pflichten, die ein Stromhändler zu erfüllen hat.

Seit 2016 gilt die verpflichtende Direktvermarktung für alle neuen Anlagen ab 100 Kilowatt installierter Leistung.

Der Aufwand des Anlagenbetriebs wird hierdurch zwar geringfügig erhöht, bleibt jedoch dank Einbindung eines Direktvermarkters, für den der Handel mit Strom Tagesgeschäft ist, überschaubar.

Aufgrund der gesetzlich zugesicherten Marktprämie in Verbindung mit dem vertraglich vereinbarten Preis für den produzierten Strom ist das Marktrisiko für den Anlagenbetreiber bei dieser Vermarktungsform nicht wesentlich höher als bei der Einspeisevergütung.

Mit dem EEG 2017 wurde für PV- und Windenergieanlagen über 750 Kilowatt und Biomasseanlagen über 150 Kilowatt installierter Leistung das Ausschreibungsverfahren eingeführt. Dies bedeutet, dass nur noch Anlagen, die einen Zuschlag in diesem Verfahren erhalten, auch über die Marktprämie vergütet werden. Die Höhe dieser Vergütung bemisst sich nach dem individuellen Gebot und nicht mehr nach einem universellen anzulegenden Wert. Für Anlagen, die einen Zuschlag erhalten haben, ist dann weiterhin die Direktvermarktung verpflichtend.

Anlagen unter 100 Kilowatt und ältere Anlagen können ebenfalls die geförderte Direktvermarktung nutzen, in diesem Fall freiwillig. Für Anlagen unter 100 Kilowatt ist es allerdings eher schwierig, einen Direktvermarkter zu finden, da der Aufwand für die vergleichsweise geringe Strommenge zu hoch ist. Gleiches gilt für die Vermarktung von Überschussmengen bei hohem Vor-Ort-Verbrauch (Direktlieferung oder Eigenverbrauch).

Bei der geförderten Direktvermarktung verliert der Strom, wenn nicht die Möglichkeiten der regionalen Grünstromkennzeichnung (siehe auch Regionalstrom) genutzt werden, seine grüne Eigenschaft und darf folglich Kunden nicht als Strom aus Erneuerbare–Energien-Anlagen verkauft werden.

Die Direktvermarktung (ob gefördert oder nicht gefördert) ist an eine Durchleitung des Stroms durch das öffentliche Netz gekoppelt. Wird der Strom zwar an einen Dritten verkauft, dann aber in direkter räumlicher Nähe ohne Durchleitung durch das öffentliche Netz verbraucht, handelt es sich um eine Direktlieferung.

Weiterführende Informationen und Tools:

Dipl.-Kauffrau (FH) Lisa Conrads
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle
EnergieAgentur.NRW
0211 86642278
conrads@energieagentur.nrw
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