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Best Practice Bürgerenergie

Stadtwerke Dinslaken finanzieren mit Wertpapieranleihe den Ausbau Erneuerbarer Energien

Die Stadtwerke Dinslaken setzen auf klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung: Schon jetzt liefern zahlreiche PV-Dachanlagen auf Schul- und Firmengebäuden sowie auf einer BHKW-Halle im Stadtgebiet regenerativen Strom.
Foto: Stadtwerke Dinslaken
Die Stadtwerke Dinslaken setzen auf klimafreundliche Strom- und Wärmeerzeugung: Schon jetzt liefern zahlreiche PV-Dachanlagen auf Schul- und Firmengebäuden sowie auf einer BHKW-Halle im Stadtgebiet regenerativen Strom.
Foto: Stadtwerke Dinslaken
Grün, lokal verankert, vertrauenswürdig: Kommunale Stadtwerke haben die Nase vorn, wenn sie die Bürger in den Wandel zur klimafreundlichen Energieversorgung einbeziehen und ihren Kunden Erneuerbare-Energie-Anleihen bieten. Das „grüne“ Investment ist für beide Seiten attraktiv: Viele Anleger suchen angesichts der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt nach sicheren und nachhaltigen Geldanlagen mit ökologischem oder sozialem Mehrwert. Treten sie als Geldgeber auf, kann das Unternehmen die finanziellen Herausforderungen der regionalen Energiewende auf mehreren Schultern verteilen. Ein solches exklusives Anlageangebot hat zuletzt die Stadtwerke Dinslaken-Tochter SD Solar ausgegeben. Ihr Konzept: Eine sogenannte Inhaberschuldverschreibung.

DINKlimaFonds: Geldanlage mit Mehrwert

Mit 24 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften gehören die Stadtwerke Dinslaken zu den großen kommunalen Energieversorgern am Niederrhein. In der Strom- und Wärmeerzeugung setzen sie auf Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung an einer Vielzahl von Standorten. Rechnet man die gesamte Stromproduktion der Unternehmensgruppe zusammen, wird damit rund die Hälfte des Stromverbrauchs der Dinslakener Kunden durch Solar-, Biomasse- und Windenergie in eigenen Anlagen erzeugt. Bei der Fernwärme liegt der Frischwärmeanteil bei unter einem Prozent. Der Wärmebedarf wird überwiegend aus industrieller Abwärme in der Region gedeckt, die sonst ungenutzt bleiben würde. „Wir setzen zudem seit Jahren auf Biomasse-Heizkraftwerke auf Basis von Holz und hocheffizienten Erdgas-Blockheizkraftwerken, die uns auch überregional viele neue Kunden bescheren“, sagt Josef Kremer, Geschäftsführer der Stadtwerke Dinslaken. „Jedes Jahr investieren wir Summen im zweistelligen Millionenbereich in neue, moderne und hocheffiziente Anlagen zur Energieerzeugung.“

Der DINKlimaFonds der Stadtwerke Dinslaken: Über eine Inhaberschuldverschreibung in limitierter Auflage werden Stromkunden zu privaten Investoren für den Ausbau Erneuerbarer Energien.
Abbildung: Stadtwerke Dinslaken
Der DINKlimaFonds der Stadtwerke Dinslaken: Über eine Inhaberschuldverschreibung in limitierter Auflage werden Stromkunden zu privaten Investoren für den Ausbau Erneuerbarer Energien.
Abbildung: Stadtwerke Dinslaken
Um die regionale Energiewende weiter voranzutreiben und in neue Klimaprojekte vor Ort zu investieren, hat die 100-prozentige Stadtwerke-Tochtergesellschaft SD Solar das Wertpapier „DINKlimafonds“ aufgelegt – eine Inhaberschuldverschreibung. Das Konzept: Benötigt ein Stadtwerk Geld, um neue Energieprojekte zu finanzieren, kann es ein Wertpapier ausgeben, um so Kapitalgeber zu gewinnen. Die Investoren verschaffen dem Unternehmen den notwendigen Kapitalzufluss. Im Gegenzug verpflichtet sich der Emittent dazu, den Zeichnern den eingesetzten Betrag zum Laufzeitende inklusive der vereinbarten Zinsen zurückzuzahlen.

Anleger können sehen, wo ihr Geld arbeitet

Der DINKlimafonds wurde Anfang des Jahres exklusiv an die Stromkunden der Stadtwerke Dinslaken ausgegeben. Gestaffelt zwischen 1.000 und 25.000 Euro konnte er gezeichnet werden. Wer investiert hat, erhält eine garantierte Verzinsung von 2,05 Prozent pro Jahr. Die geringe Mindestzeichnungsgröße macht das Angebot vor allem für Kleinanleger interessant. Die Obergrenze pro Anleger sorgt dafür, dass möglichst viele Kunden zum Zuge kommen konnten. Im gegenwärtigen Finanzmarkt ist nicht nur die Festverzinsung attraktiv, die das Risiko senkt. Die Kommune als Anteilseigner der Stadtwerke Unternehmensgruppe, erhöht die Vertrauenswürdigkeit. Auch der Zweck des Investments ist für viele Anleger eine wichtige Anlageentscheidung: Es unterstützt die eigene Region und die Mittelverwendung zum Ausbau klimafreundlicher Stromerzeugung ist vor Ort sichtbar. Die SD Solar wiederum, in der die Stadtwerke ihr Erneuerbare Energie-Anlagenportfolio künftig bündeln, erhält mit einer Laufzeit von fünf Jahren die Möglichkeit, ihre Kapitalbasis für weitere kleinere und mittlere Erneuerbare Energie-Projekte zu vergrößern – in Eigenregie ohne mit einer Bank kooperieren und ohne eine neue Gesellschaft gründen zu müssen.

Stromkunden der Stadtwerke Dinslaken profitieren über den DINKlimafonds  vom Solarpark Heidenau. Liefert die sächsische Anlage mehr Strom als geplant, steigen die Zinsen für die Anleger.
Foto: Stadtwerke Dinslaken
Stromkunden der Stadtwerke Dinslaken profitieren über den DINKlimafonds vom Solarpark Heidenau. Liefert die sächsische Anlage mehr Strom als geplant, steigen die Zinsen für die Anleger.
Foto: Stadtwerke Dinslaken
Das Konzept dient überdies im umkämpften Strommarkt auch der Kundenbindung und unterstützt das Image-Marketing. Einen besonderen Mehrwert liefert dabei der Solarpark Heidenau, den die Gesellschaft 2014 übernommen hat. Zwar liegt die Freiflächenanlage fernab in der Sächsischen Schweiz. Den Dinslakener Wertpapier-Zeichnern spielt sie dennoch in die eigene Tasche: Übersteigt der Solarpark künftig seine geplante Jahresproduktion von 1.727 Megawattstunden wieder wie in den vergangenen Jahren, erhöht sich die Verzinsung der Inhaberschuldverschreibungen auf 2,15 Prozent.

Inhaberschuldverschreibung: ein Win-Win-Konzept

Obwohl die Nachfrage fast immer hoch ist, beschreiten kommunale Stadtwerke den Weg der Bürgerfinanzierung in Eigenregie vergleichsweise selten. Inhaberschuldverschreibungen stehen eher im Schatten des Energiegenossenschaftsbooms der letzten Jahre, heißt es in einer Marktstudie. Dabei haben Stadtwerke, die den administrativen Aufwand nicht gescheut haben, erfolgreich auf diese Finanzierungsform gesetzt: Zuletzt haben die Hertener Stadtwerke zum dritten Mal auf diesem Wege das Investitionsvolumen in Kraft-Wärme-Kopplung und PV-Anlagen von 8,8 auf 10 Millionen Euro aufgestockt.

In Dinslaken hat das Angebot zur Investition in die Ökostromerzeugung großen Anklang gefunden: Bereits in der ersten Woche wurden Inhaberschuldverschreibungen in Höhe von rund einer Million Euro gezeichnet. Bis zum Ablauf der Zeichnungsfrist für den DINKlimafonds Ende Februar konnte der regionale Energieversorger 174 Urkunden über einen Gesamtbetrag von knapp 2,5 Millionen Euro ausstellen. „Wir freuen uns, dass so viele Kunden die Gelegenheit ergriffen haben, ihre Geld für regionale, dem Klimaschutz dienende Energieprojekte arbeiten zu lassen“, sagt Kremer.

Kontakt

Stadtwerke Dinslaken GmbH
Gerhard-Malina-Straße 1
46537 Dinslaken
Tel.: 02064 – 605-0
www.stadtwerke-dinslaken.de

Eingestellt am 03.05.2017

Dipl.-Geogr. Lars Ole Daub
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle
EnergieAgentur.NRW
0202 24552862
0151 11133710
daub@energieagentur.nrw
XING

Romy Simke M.Sc.
Finanzierungs- und Geschäftsmodelle/ Beteiligung und Planung
EnergieAgentur.NRW
0202 24552793
simke@energieagentur.nrw

Sie erreichen die EnergieAgentur.NRW außerdem werktags von 8 bis 18 Uhr über die Hotline unter 0211 - 8371930.